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Interesse in allen Altersgruppen

Franz Schrimpf aus Wasserburg hat ein Hobby zum Abheben

Ein Hobby zum Abheben: Vereinsvorsitzender Franz Schrimpf macht sein Flugmodell startklar – eine Fokker D VII.
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Ein Hobby zum Abheben: Vereinsvorsitzender Franz Schrimpf macht sein Flugmodell startklar – eine Fokker D VII.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
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Fliegen ist für viele eine große Leidenschaft – und das auch im Kleinformat. In Wasserburg hat der Modellflugsport leidenschaftliche Anhänger gefunden – quer durch alle Altersgruppen erleben sie die Faszination von Technik, Natur und manchen Unwägbarkeiten.

Wasserburg – Geduld braucht man bei der Modellfliegerei, viel Geduld. Lorenz Gimpl sitzt vor dem Vereinsheim und wartet auf den richtigen Moment für den Start seines Segelflugzeugs. Doch irgendwie will es heute nicht klappen. Einmal herrscht totale Flaute, dann weht der Wind aus der falschen Richtung. Doch jetzt riskiert es der 71-Jährige: Er setzt das 6000 Euro teure Modell mit über fünf Metern Spannweite auf den kurzgeschorenen Rasen der Piste, um es mithilfe eines Elektromotors, der einen aufklappbaren Propeller antreibt, in die Lüfte steigen zu lassen.

Doch zum Abheben will es nicht reichen, der Flieger driftet nach links, dreht sich einmal um die eigene Achse und verfängt sich im Gras abseits der Bahn. Per Funkbefehl schaltet Gimpl den Motor ab. Er ist frustriert.

Segelflieger mit vier Metern Spannweite kreist in der Luft

Mehr Spaß hat an diesem Nachmittag Vereinskamerad Mario Irlbeck, der seinen eleganten Segelflieger – vier Meter beträgt die Spannweite – 80 Minuten in der Luft hat kreisen lassen. „Es wäre auch noch länger gegangen“, sagt Irlbeck nicht ohne Stolz.

Franz Schrimpf, Vorsitzender des 1971 gegründeten Wasserburger Modellbauclubs, hofft, dass der Kamerad Lorenz an diesem Tag noch einen weiteren Versuch wagt. Der Windsack deutet auf bessere Startbedingungen hin. Mittlerweile haben sich andere Vereinsmitglieder am Heim südlich von Edling eingefunden, um zu plaudern oder ihre Modelle startklar machen. Seit 1981 hat der 65 Mitglieder starke Verein dort sein Zuhause.

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Das weithin überschaubare, flache Gelände ist für den Modellflugsport geradezu ideal: Die B15 ist weit genug entfernt, genauso die nächste Bebauung. Schon seit frühester Jugend begeistert sich Schrimpf für den Modellflug, er hat als Anfänger einfache Wurfgleiter aus Balsaholz und später größere Flieger mit Gummimotor gebaut. „So bin ich ins Basteln reingekommen, habe immer wieder Neues ausprobiert.“ Und tut es bis heute.

Vier Meter Spannweite: Segler „Prestige 2“ von Mario Irlbeck (rechts) an der Seite von Franz Schrimpf.

Modellflieger sind jedenfalls seine große Leidenschaft. Auf YouTube kann man den rasanten Flug seiner Focke-Wulf Fw 190 verfolgen. Eine faszinierende Show. Toll, wie das schnittige Modell die Kurve kriegt.

Der ehemalige Polizist erklärt die Finessen des Modellflugs – die Flugzeuge sind laut Schrimpf ausgetüftelte Hightech-Geräte und keine Spielzeuge. Auf dem behördlich genehmigten Platz müssen genaue Regeln befolgt werden. „Die 120 Meter lange und 15 Meter breite Bahn ist in der Hauptwindrichtung angelegt. Wenn der Wind nicht passt, muss man eben warten, bis man sicher starten kann“, führt der Modellpilot aus.

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Grundsätzlich gelte, dass man das Flugzeug immer gut im Blick haben muss, wobei 700 Meter die erlaubte Höhe ist. Für die Fernsteuerung brauche es Fingerfertigkeit, die nur durch viel Übung zu erreichen sei. Schrimpf macht klar, worauf es ankommt: „Fliegen kann nur der, der auch sicher landen kann. Das ist die schwierigste Flugfigur.“ Seit 2017 wird in Deutschland ein Kenntnisnachweis verlangt, um ein Flugmodell in gewohntem Maße fliegen zu dürfen.

Aus seiner Sammlung hat Schrimpf für die Flugvorführung ein wuchtiges Doppeldecker-Modell mitgebracht. Das Original – eine Fokker D VII - datiert Schrimpf auf das Jahr 1918. „Das war seinerzeit ein sehr gutes Flugzeug, sehr sicher.“ In langen Winterabenden hat er die Maschine aus Balsa-, Sperrholz und Glasfaser selbstgefertigt, ihr als Antrieb einen englischen Viertakt-Motor verpasst, der gemütlich brummt – und sie jetzt kraftvoll in die Lüfte hebt. Schrimpf führt routiniert diverse Flugfiguren vor - Männchen, Looping, langsamer Vorbeiflug, Rolle. Da schaut man gerne zu.

Derweil hat Kamerad Lorenz seinen Riesensegler wieder in Stellung gebracht, vielleicht klappt es diesmal mit dem Start. Doch er lässt sich Zeit, viel Zeit. Die Modellfliegerei ist eben nichts für Hektiker.

Lukas Wimmer (15) – einer der besten Nachwuchspiloten

Das vermittelt der leidenschaftliche Flieger auch dem Nachwuchs im Verein – auf den er mit Stolz blickt: Der 15-jährige Lukas Wimmer startet seinen mit Elektromotor angetriebenen Kunstflugdoppeldecker und zeigt damit mehrere Kunstflugfiguren, die sogar so manchen alten Hasen ins Erstaunen versetzen. Kaum ein Hobby fasziniert durch so viele Altersgruppen. Lukas, so erzählt der Vereinsvorstand stolz, zählt zu den besten Nachwuchspiloten des Vereins.

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