LESERFORUM

Fragwürdige Tradition

Zum Bericht „Gartner und Stürmlinger vertreten Kölbl“:

Mit großem Unverständnis nahm ich zur Kenntnis, dass bei der konstituierenden Sitzung des Wasserburger Stadtrats kein Bürgermeisteramt an die CSU entfiel. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich keine Anhängerin der CSU bin. Rein nach dem Wahlergebnis zu urteilen, wäre jedoch ein Stellvertreteramt für die CSU für mich eine Selbstverständlichkeit gewesen. Dass Gegenkandidaten des amtierenden Bürgermeisters angeblich „nur selten“ zu dessen Stellvertretern gewählt würden, kann ich nicht nachvollziehen. Dies entbehrt auch jeglicher gesetzgeberischen Grundlage. So heißt es in Artikel 35 (2) der bayerischen Gemeindeordnung: „Zum weiteren Bürgermeister sind die ehrenamtlichen Gemeinderatsmitglieder wählbar, welche die Vo raussetzungen für die Wahl zum Ersten Bürgermeister erfüllen“. Vielmehr zeugt es für mich von mangelndem Demokratieverständnis und einer Nichtanerkennung des Wählerwillens, dass die CSU keine Berücksichtigung gefunden hat. Vielleicht mag es unbequem sein, einen politischen „Gegner“ als Stellvertreter zu haben. Vielleicht auch eine diffuse Angst vor der nächsten Wahl. Das sind aber keine Gründe, der Kandidatin mit den zweitmeisten Wählerstimmen das Amt als stellvertretende Bürgermeisterin zu versagen.

Susanne Socher

Wasserburg

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