„Fragezeichen“ wirft in Haag Fragen auf: Wohin mit diesem Kunstwerk?

Das Fragezeichen von Ute Lechner wird in Zukunft vor dem Bauernmarkt stehen.
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Das Fragezeichen von Ute Lechner wird in Zukunft vor dem Bauernmarkt stehen.
  • vonLudwig Meindl
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Es ist ein „Fragezeichen“, das Fragezeichen aufwirft: Die Haager bekommen die Skulptur „Fragezeichen“ geschenkt, doch im Verwaltungs- und Kulturausschuss des Gemeinderates stellte ein Mitglied sogar infrage, ob die Gemeinde das Werk annehmen sollte. Kunst ist halt Geschmacksache.

Haag – Die Skulptur trägt den Titel „Fragezeichen“ und wurde 1995 von der Künstlerin Ute Lechner geschaffen. Sie lebt in Rechtmehring. Ihre künstlerische Tätigkeit begann sie 1980. Lechner halt zahlreiche Ausstellungen bestritzen. Ihr sind einige Dokumentationen gewidmet. Die bronzefarbene Plastik stand bisher vor der Mittelschule in Obing. Das moderne Kunstwerk ist drei Meter hoch und soll nun abgebaut werden.

Werk ist ein Geschenk

Wegen der Aufgabe des bisherigen Standortes, erläuterte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD), bestehe die Möglichkeit, das Fragezeichen „dauerhaft“ in Haag aufzustellen. Die Künstlerin würde ihr Werk unentgeltlich zur Verfügung stellen. Lediglich die Kosten für die baulichen Voraussetzungen, etwa für einen Sockel, müsse der Markt Haag tragen.

Ihrer Meinung nach eignen sich als Aufstellungsfläche der grüne Bereich vor dem Bauernmarkt, der Schlosshof und die Grünfläche am Marktplatz. Eingeschränkt sei wohl auch der Schlosshof möglich, so Schätz, dort könnte die Skulptur bei Veranstaltungen eventuell auch im Weg stehen.

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Kategorisch leitete Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) die Debatte ein. Es sei immer schwierig, ein modernes Kunstwerk unterzubringen, fand er. Er schlage alternativ den Kreisverkehr am südlichen Ortseingang vor Altdorf als Standort vor. Aber auch vor der Schule aufgestellt, eigne sich so ein „Fragezeichen“, da die jungen Leute wissen wollten, wie es weitergehe in ihrem Leben – also viele Fragen hätten.

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Auf dem Kreisverkehr könne das Werk umgefahren werden, befürchtete Siegfried Meier (SPD). Ihm gefalle das Rathaus als Aufstellungsort, da die Bürger in der Regel mit vielen Fragen kämen. Diesen Standort hielt die Bürgermeisterin für weniger geeignet, da vor dem Rathaus der Maibaum dominiere und ins Blickfeld falle: „Die Skulptur würde allein besser wirken.“

Skeptisch gegenüber dem „Fragezeichen“ aus Obing blieb Hans Urban (CSU): „Ich bin kein Fan von dieser Kunst.“ Jetzt, wo sie die Obinger wohl nicht mehr wollten, sollten sie die Haager nehmen? Fakt sei auch: „Dann steht sie immer da.“

Bauernmarkt freut sich

Trotz seiner Gegenstimme billigten im ersten Be-schluss alle anderen Räte das dauerhafte Aufstellen des Kunstwerks in Haag. Im zweiten Beschluss fiel die Entscheidung für den Bauernmarkt als Standort. Bauernmarktchef Josef Hederer (PWG), der sich zuvor gegen ein Platzieren auf dem Kreisverkehr ausgesprochen hatte, kommentierte: „Wir werden das Werk dort gerne aufstellen.“

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