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Die Natur im Notfallmodus

Folgt auf Hitze und Dürre ein Starkregen in Wasserburg?

Die Kapuzinerinsel mit Innkraftwerk: Der Inn liegt am Mittwoch, 17. August, friedlich in seinem Bett. Sein Pegelstand beträgt 2,10 Meter. Gut vor einem Jahr im Juli stieg der Fluss bei Hochwasser auf 5,40 Meter.
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Die Kapuzinerinsel mit Innkraftwerk: Der Inn liegt am Mittwoch, 17. August, friedlich in seinem Bett. Sein Pegelstand beträgt 2,10 Meter. Vor gut einem Jahr im Juli stieg der Fluss bei Hochwasser auf 5,40 Meter.
  • Petra Maier
    VonPetra Maier
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Was erwartet uns wettermäßig am Freitag, 19. August im Raum Wasserburg? Förster, Landwirte und Wasserkraftbetreiber hoffen: „Ein warmer Sommerregen wäre ideal“

Wasserburg/Griesstätt/Pfaffing – Wochenlang hat es nicht geregnet. Förster und Landwirte in der Region klagen über den Notfallmodus, den die Natur derzeit fährt. Für Freitag, 19. August, sagt der Wetterdienst endlich wieder Regen voraus. „Das kann jetzt ein Segen sein oder auch ein Fluch, je nachdem wie stark der Niederschlag ausfällt“, sind sich Forstexperten, Bauern und Wasserkraftbetreiber einig, die wir um ihre Einschätzung der aktuellen Lage gebeten haben.

Sorge herrscht momentan bei den Landwirten. Josef Andres aus Ebrach, neuer Kreisvorsitzender des Bauernverbands Rosenheim, erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Maisernte heuer aufgrund der großen Trockenheit wahrscheinlich drei bis vier Wochen früher als üblich beginnen wird. „Dabei stehen wir im südlichen Teil des Landkreises noch besser da als die Landwirte im Norden“, beschreibt er die Lage.

Er befürchtet trotzdem, dass es durch den Hagel im vergangenen Jahr und die bevorstehende Noternte zu einer Futtermittelknappheit kommen könnte. „Da wird sich mancher Landwirt fragen müssen, ‚was rentiert sich noch?‘“, sorgt er sich. Auch der wichtige vierte Grünlandschnitt sei bisher in vielen Gegenden nicht möglich gewesen. „Es wächst einfach nicht bei der Trockenheit“, bedauert der Landwirt. Für Freitag, 19. August, und die nächsten Tage hofft er auf einen gleichmäßigen, sanften Niederschlag. „Dann könnte vielleicht der ein oder andere Mais noch einmal etwas Flüssigkeit aufnehmen“, glaubt Andres.

Der Boden müsste auch deshalb unbedingt feuchter werden, damit die Stoppelbearbeitung auf den Feldern funktionieren könne. „Die Oberfläche ist momentan viel zu hart und Samen gehen ohne Wasser auch nicht auf – bloß zuviel Wasser auf einmal sollte es natürlich auch nicht sein“, macht er deutlich.

Auch Bäume schwitzen bei Hitze

Förster Martin Holzäpfel kann dem nur zustimmen. Auch in seinem Griesstätter Revier werfen derzeit viele Bäume ihre Blätter ab. „Sie sind im Notfallmodus, denn Bäume schwitzen bei Hitze genau wie wir,“ erklärt er. Wenn die Bäume ihr Laub loswerden, sparen sie Wasser. Nadelhölzer haben diese Schutzfunktion nicht. „Sie geraten deshalb richtig in Stress bei der Trockenheit und werden dadurch leider wieder anfälliger für den Borkenkäfer“, fürchtet der Waldhüter.

„Aber wir sind im Voralpenland immer noch im Land der Glückseligen“, beschreibt er die Lage. „Unser Boden hat viel bessere Wasserspeichermöglichkeiten als beispielsweise die Münchener Böden, die absolut trocken sind.“ Trotzdem hofft er, dass ab Freitag nicht in 20 Minuten gleich zehn Liter pro Quadratmeter herunterkommen, sondern dass es einen feinen Landregen über ein bis zwei Tage gibt, „der die Speicher im Boden gut auffüllt.“

Claudia Einberger hat für die Stadt Wasserburg die Niederschläge am Freitag, 19. August, fest im Blick. Als Leiterin des Ordnungsamtes ist sie auch für das Hochwasser zuständig. Es wäre ihr Erstes in dieser Verantwortung, denn sie hat im Januar offiziell die Leitung übernommen. Trotzdem ist sie bereits ein Hochwasserprofi, denn sie arbeitet schon länger im Ordnungsamt und hat im vergangenen Jahr den Hochwassereinsatzplan aktualisiert. „Vom Landratsamt haben wir aktuell noch gar keine Infos zum bevorstehenden Regen bekommen“, erklärte sie gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aber wir sind in Wasserburg auf alle Fälle abrufbereit, sollte es tatsächlich zu einem Starkregenereignis kommen“, bekräftigt sie.

Das Energieunternehmen Verbund verzeichnet durch die lange Trockenheit in Wasserburg aktuell einen Rückgang um zehn Prozent bei der Stromgewinnung am Inn – „verglichen mit unserem langjährigen Mittel von 100 Prozent bei der Energiegewinnung“, erklärt Pressesprecher Wolfgang Syrowatka. Das sei alles noch im Rahmen. Es habe schon trockenere Jahre gegeben, berichtet er und macht deutlich: „Die Wasserkraft lässt nicht aus. Sie erweist sich auch jetzt wieder als stabile Säule bei den erneuerbaren Energien.“

Der Mais schaut oft vertrocknet aus – so wie hier an der Staatsstraße zwischen Wasserburg und Griesstätt.

Ihm wäre für die nächsten Tage „ein kontinuierlicher Niederschlag ohne bemerkbare Spitzen“ am liebsten. Trotzdem sei man beim Verbund auf alles vorbereitet. „ Für jeden Pegelstand haben wir ganz genaue Vorgaben in unserer verbindlichen Betriebsordnung, das ist bei uns das Alltagsgeschäft“, macht er deutlich.

Wassersparen ist das oberste Gebot

Ein weiterer stabiler Posten der Wasserversorgung in Wasserburg sind die Quellen im Fuchsthal, die seit 1888 zuverlässig die Grundlage liefern. Robert Pypetz, Leiter der Stadtwerke, kann bestätigen, dass die Quellen trotz Dürre weiterhin einwandfrei sprudeln. „Bei uns sieht soweit alles gut aus“, berichtet er. Sollte am Freitag, 19. August, zum Starkregen kommen, würde er wohl vor allem das Oberflächenwasser betreffen, vermutet er.

Ganz egal aber, wie der Regen in den nächsten Tagen ausfällt: Als guten Rat gibt Pypetz allen Verbrauchern mit auf den Weg: „In diesen Zeiten sollte Wassersparen das oberste Gebot sein.“ Dadurch könne man dem sinkenden Grundwasserspiegel auf alle Fälle wirkungsvoll entgegenwirken.

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