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„Fußball verbindet“

Schockierende Berichte von Flutopfern: Schuttberg auf Ahrtaler Sportplatz höher als Soyener Sporthalle

Tauschten Vereinsschals aus die Trainer aus Soyen und Oberahrtal, (von links) Fabian Hideg und Werner Rumpf.re
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Tauschten Vereinsschals aus die Trainer aus Soyen und Oberahrtal, (von links) Fabian Hideg und Werner Rumpf.re
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Seit einem Benefizspiel für die Flutopfer verbindet den TSV Soyen und die Sportfreunde Oberahrtal eine Vereinsfreundschaft. Jetzt waren die Kicker aus dem Katastrophengebiet zu Gast in Soyen. Ihre Berichte: erschreckend.

Soyen – Auf dem Fußball-Rasenplatz der Oberahrtaler Kicker türmen sich weggespülte Bäume, Schutt und Müll so hoch auf, dass sich darunter sogar die Soyener Turnhalle verstecken könnte. Dieses schreckliche Bild symbolisiert treffend das ganze Ausmaß der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal ein Jahr danach – und schockte auch die Fußballer des TSV Soyen, die Kicker aus dem Flutgebiet eingeladen hatten.

Dank für ein Benefizspiel

Grund für den dreitägigen Besuch war ein Benefizspiel, das der TSV für die Oberahrtaler veranstaltet hatte. Soyen nutzte sein A-Klassen-Derby gegen den ASV Rott im vergangenen Oktober, um für die Flutopfer zu sammeln. Bei diesem Fußballspiel kamen 5.000 Euro zusammen, die unbürokratisch an die Spieler der SG Oberahrtaler Sportfreunde/Barweiler übergeben wurden. Der Kontakt war über den Soyener Torwart entstanden. Er stammt aus dem Ahrtal, berichtet Trainer Werner Rumpf.

Die Oberahrtaler Sportfreunde wollten sich für die Spende persönlich bedanken und besuchten den TSV Soyen im Rahmen eines Trainingslagers. Als Übernachtungsort diente die Sporthalle. Soyens Bürgermeister Thomas Weber begrüßte offiziell die Gäste und Flutopfer.

Bei einem Freundschaftsspiel musste die Gastmannschaft, die nur mit sieben Aktiven antreten konnte, wegen Personalmangels mit Spielern des TSV Soyen verstärkt werden, berichtet Rumpf weiter. Nach dem Austausch der Vereinsschals bedankte sich Trainer Fabian Hideg (SG OASF/Barweiler) herzlich für die großzügige finanzielle Unterstützung der Soyener Fußballer. Er überreichte eine Dankes-Plakette an seinen Trainerkollegen Rumpf vom TSV Soyen. Beim Freundschaftsspiel konnte der Gast den TSV Soyen mit 2:3 besiegen. Die Niederlage war für den TSV Soyen angesichts der Tatsache, dass mehrere Spieler aus Soyen beim Gast mitspielten, zu verkraften, sagt Rumpf.

Um den Gästen die oberbayrische Kultur näher zu bringen, kam es nach dem Freundschaftsspiel zu einem gemeinsamen Besuch beim Feuerwehrfest Schlicht, bevor es am darauffolgenden Tag wieder nach Hause ging.

Rasenplatz nach wie vor nicht nutzbar

Die Gäste aus dem Ahrtal haben den Besuch in Soyen nach eigenen Angaben sehr genossen. Denn in ihrer Heimat liegt, so erzählten sie den Freunden aus Soyen, die Infrastruktur noch immer in vielen Bereichen am Boden. Die Fußballer können ihren Rasenplatz nach wie vor nicht nutzen. Die Gäste freuten sich darüber, nach langer Zeit wieder einmal auf einem Fußballfeld mit Naturrasen spielen zu dürfen. „Für uns ist das selbstverständlich, für die Ahrtaler keineswegs“, so Rumpf. Den Soyener Fußballern sei klar geworden, wie wertvoll eine funktionierende Infrastruktur sei, um einen Sport gut ausüben zu können.

„Die Schäden des Hochwassers und auch die immer noch gravierenden Einschränkungen vor Ort konnten unsere Gäste zumindest an diesem Wochenende für ein paar Stunden vergessen“, freut sich der TSV. „Überragend“ sei das Wochenende in Soyen gewesen, schreiben die Oberahrtaler Sportfreunde auf ihrer Facebook-Seite. Der TSV sei „ein sehr sympathischer und gastfreundlicher Verein“.

Solidarität unter Sportlern ist groß

Die Soyener Fußballer haben die Berichte der Freunde aus dem Ahrtal sehr berührt, berichtet Trainer Rumpf weiter. „Dass es nach einem Jahr immer noch so schlimm aussieht vor Ort, hat auch uns sehr nachdenklich gemacht“, sagt er. Die Gäste hätten jedoch auch von einer großen Hilfsbereitschaft berichtet, die ihnen Mut mache und zeige, dass sie nicht alleingelassen würden. Solidaritätsbekundungen wie jene der Soyener Fußballer seien eine große Hilfe.

Für Rumpf steht angesichts des erfolgreichen Benefizspiels und der daraus entstandenen Vereinsfreundschaft fest: „Fußball verbindet, das hat sich hier einmal mehr gezeigt.“

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