FRISCH IM KESCHER

Fischen liegt im Trend: Der Kreisfischereiverein Wasserburg weiß, warum das so ist

Gute Wurftechnik: Franz Göpfert vom Kreisfischereiverein in Wasserburg steht in Anglermontur im Inn. Der Vorsitzende erklärt, warum Angeln immer mehr Anhänger findet.
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Gute Wurftechnik: Franz Göpfert vom Kreisfischereiverein in Wasserburg steht in Anglermontur im Inn. Der Vorsitzende erklärt, warum Angeln immer mehr Anhänger findet.
  • Winfried Weithofer
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Auf die Jagd zu gehen, ist ein natürliches Bedürfnis, sagt Franz Göpfert. Der Vorsitzende des Kreisfischereivereins Wasserburg erklärt, warum der Angelsport immer mehr Anhänger findet – und wer im Verein nicht gern gesehen ist: Der, der nur auf Trophäen aus ist und nicht den Schutz der Natur um Sinn hat.

Wasserburg – Da zappelt es im Kescher: eine herrliche Forelle – frisch gefischt aus Inn. Fischen ist beliebt wie noch nie: Mehr als sechs Millionen Deutsche gehen mindestens einmal im Jahr fischen; rund 5,4 Milliarden Euro werden jedes Jahr rund ums Angeln umgesetzt.

Die meisten Hobby-Angler leben in Bayern. Kein Wunder: Etwa 100.000 Kilometer Fließgewässer und mehr als 200 Seen locken im Freistaat.

Das Jagen als natürliches Bedürfnis

Der Kreisfischereiverein in Wasserburg spürt es auch, dass diese Freizeitbeschäftigung immer beliebter geworden ist. „Das Hobby liegt im Trend.“ Vorsitzender Franz Göpfert legt Wert darauf, dass seine Mitglieder nicht nur Beute machen, sondern auch Naturschützer sind, Heger und Pfleger.

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Was deren Motivation ist? Göpfert – schon dessen Vater war ein begeisterter Fischer – spricht von einem „natürlichen Bedürfnis“, auf die Jagd zu gehen, dabei geduldig den günstigsten Moment für den Fang abzuwarten. Dazu komme das Naturerlebnis.

Sein Revier ist der Inn: Franz Göpfert vom Kreisfischereiverein.

Aufnahme im Verein ist begrenzt

Im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung macht Göpfert, 61, deutlich, dass nur eine stark begrenzte Zahl von Neuaufnahmen möglich ist – die Grenze von 400 aktiven Mitgliedern und 80 Jungfischern soll nicht überschritten werden. Die Gewässer, die dem Verein zur Verfügung stehen, könne man ja nicht vergrößern. „Wir können uns im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht über mangelnden Nachwuchs beschweren, wir haben eine lange Warteliste“, sagt er. In der Regel dauere es zwischen zwei bis fünf Jahre, bis der Beitrittswillige aufgenommen werden kann, also für einen anderen nachrückt.

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Ein reines Trophäenfischen lehnt Göpfert ab, auch wenn sich jeder Fischer freue, wenn er einen großen Fang macht. „Das ist nicht der Sinn und Zweck unseres Vereins.“ Wichtig ist ihm vor allem der Umweltschutz, für den sich sein Verein verpflichtet hat: Für saubere Gewässer setzt er sich ein, für ein Artenhilfsprogramm, das für den geeigneten Fischbesatz sorgt und für die Laichplatzrenaturierung. Alles Aufgaben, die arbeitsintensiv sind und den vollen Einsatz der Mitglieder erfordern.

Für die Prüfung ordentlich lernen

Der Sport ist wohl auch deswegen begehrt, weil er keine große Ausrüstung verlangt, das Gerät ist schnell gekauft. Eine Angel ist schon ab 100 Euro zu haben, das geeignete Angler-Outfit kostet auch kein Vermögen.

Die Aufnahme in den Verein ist aber nur mit dem staatlichen Fischereischein möglich. „Um den Kurs, der zur Prüfung führt, muss man sich selber kümmern, das ist nicht Sache des Vereins“, betont Göpfert. Ganz so einfach sei der Erwerb der Lizenz nicht: „Da muss man, wie bei der Jagdprüfung, ganz ordentlich dafür lernen.“

Trophäenfischer sind im Kreisfischereiverein Wasserburg nicht erwünscht, sagt der Vorsitzende Franz Göpfert.

Der Verein – der Beitrag liegt in Wasserburg bei 260 Euro – gibt dem Absolventen dann die auf einer Jahreskarte festgestellte Erlaubnis, in einem bestimmten Fluss oder See zu fischen. „Unser Hauptgewässer ist natürlich der Inn – von Altenhohenau bis zum Kraftwerk und von da bis nach Teufelsbruck“, so Göpfert. Eine 25 Kilometer lange Strecke, die freilich nicht in ihrer ganzen Länge fürs Fischen taugt, der Bewuchs am Ufer ist oft zu dicht. Möglich sei der Angelsport unter anderem auch am Friedlsee, am Staudhamer See, am Penzinger See und an der Murn.

Und welche Fische tummeln sich in den Gewässern? Göpfert nennt den Huchen, die Äsche, die Bachforelle, die Nase, die Barbe, den Hecht, den Karpfen und etliche mehr. „Alle Arten eben, die es in Oberbayern eben so gibt.“

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Wer zu klein ist, darf wieder ins Wasser

Ein Wels kann laut Göpfert schon mal zwei Meter lang und 50 Kilogramm schwer werden. Wenn allerdings das Schonmaß – eine festgelegte Größe – nicht erreicht werde, müsse der Fisch wieder zurückgesetzt werden. Beachten müsse der Angler auch die Wochen bis Monate dauernden Schonzeiten, genauso die sogenannten Entnahmemengen. Die Zahl der Fische, die geangelt werden dürfen, ist limitiert, zwei Karpfen am Tag oder ein Hecht - das ist die Obergrenze.

Göpfert betont, dass der Fisch ein „hochwertiges Lebensmittel“ sei, das mit Umsicht behandelt werden müsse. So biete der Verein auch hin und wieder spezielle Kochkurse an, bei denen die richtige Zubereitung gezeigt werde. Fische sind eine Delikatesse. Auch das erklärt die Attraktivität des Angelns.

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