Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


WUHRBACHER TRIEBWERKSKANAL TROCKENGELEGT: VERGEHEN ANGEZEIGT

Fische verendeten qualvoll

+

Im Wuhrbacher Triebwerkskanal sind zahlreiche Fische verendet. Bei den betroffenen Tieren handelt es sich unter anderem um bedrohte Arten. Für das Fischsterben ist offenbar eine fehlende Restwassereinleitung über den Einlauf des Kanals am Wehr Steinmühlenweg verantwortlich. Die Übeltat wurde bei der Wasserburger Polizei angezeigt.

Wasserburg– Zugetragen hat sich der Vorfall bereits im Juni dieses Jahres, wurde allerdings erst jetzt bekannt. Alexander Weber, Zweiter Gewässerwart des Kreisfischereivereins Wasserburg, schildert das Geschehene. „Eine Anwohnerin hat mich informiert und mir mitgeteilt, dass der Bach erstaunlich wenig Wasser führen würde, außerdem stinke es gewaltig“, erzählt er, „ich bin dann los, um der Sache nachzugehen“. Vor Ort habe sich ein tragisches Bild gezeigt. „Zahlreiche Fische waren bereits verendet. Der Bachlauf war fast komplett trocken, die toten Fische sind einfach auf dem Kies gelegen“, erinnert sich Weber.

„Einige der toten Mühlkoppen haben eine rote Haut aufgewiesen, ein für mich deutliches Zeichen von Stress beim Erstickungstod.“ Alexander Weber

Unter den toten Tieren befanden sich Fische wie Bachforellen und Mühlkoppen. „Beide Arten sind natürlich aufgewachsen und befinden sich daher auf der roten Liste bedrohter Arten“, so Weber. Betroffen waren allerdings nicht nur Fische, sondern auch Wasserschnecken und Fischnährtiere wie Bachflohkrebse und Köcherfliegenlarven – für Weber „eine kleine Katastrophe“.

Die noch lebenden Fische – einige hatten sich in Gumpen gerettet – wurden, soweit es möglich war, aus dem Wasser gekeschert und in den Bereich des Wuhrbach-Einlaufs an der Rosenheimer Straße umgesetzt. „Von dort aus können sie nach der Regeneration in den Inn abwandern“, erklärt Weber. Doch nicht alle Tiere konnten im sicheren Gewässer untergebracht werden. „Fische, die sich noch in handtiefem Wasser befanden, wurden nicht geborgen, da der dadurch entstehende Stress und Sauerstoffverbrauch für diese Tiere oft sehr schädlich ist“, sagt der 48-Jährige. Auch von einer Elektrobefischung habe man abgesehen. „Die im handtiefem Wasser noch lebenden Mühlkoppen, vor allem in der Größe um zwei Zentimeter, sind nur sehr schlecht elektrisch zu fangen“, konkretisiert der Gewässerwart aus Wasserburg.

Doch was hat das Fischsterben im Wuhrbach ausgelöst? Weber hat dazu eine klare Meinung: „Der Grund für den Vorfall war eine fehlende Restwassereinleitung über den Einlauf des Triebwerkskanals am Wehr Steinmühlenweg“. Im Rahmen einer Baumaßnahme am Steinmühlenweg hatte der Bauherr offenbar das Wasser in den Seebach umgeleitet, auf Kosten der Wassermenge im Triebwerkskanal. Mit unschönen Folgen: „Zu wenig Wasser heißt: Zu wenig Sauerstoff“, erklärt Weber. Einige der toten Mühlkoppen hätten eine rote Haut aufgewiesen, „ein für mich deutliches Zeichen von Stress beim Erstickungstod“.

Einen Tag nach dem Vorfall hat Weber Anzeige bei der Polizei in Wasserburg erstattet. Das bestätigt auch der dafür zuständige Beamte Mitja Feichtner. „Hier liegt ein Verstoß gegen die Gewässerverordnung vor, wir haben die Anzeige an das Landratsamt weitergeleitet“. Doch damit wollte es Weber nicht bewenden lassen. Kurze Zeit nach dem Vorfall suchte er den Wuhrbach erneut auf, um sich vor Ort ein Bild zu machen. „Da war der Bach schon wieder trocken“, macht er seinem Ärger Luft. Daraufhin habe er sich erneut mit der Firma in Verbindung gesetzt – offenbar mit Erfolg. „Jetzt läuft das Wasser wieder“, sagt Weber, die Baumaßnahme sei beendet.

Kommentare