Finanzlage der Gemeinde Rott leidet unter Corona

Der Schulhausneubau in Rott ist derzeit der größte Posten im Gemeindehaushalt. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro. Erwartet werden Zuschüsse in Höhe von etwa 9 Millionen Euro. Die verbleibenden Kosten trägt die Gemeinde Rott zu etwa zwei Dritteln, die Gemeinden Ramerberg und Griesstätt als Mitglieder im Schulverband zu etwa einem Drittel. Grafik: re

Der Gemeindehaushalt in unsicheren und schweren Zeiten: „Die Mindestzuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt kann nicht erwirtschaftet werden“, verkündet Kämmerer Maximilian Brockhoff in der Gemeinderatssitzung in Rott. Und nun heißt es: „Ab jetzt ist sparsame Haushaltsführung erforderlich.“

Von Petra Maier

Rott – Die Corona-Krise bestimmte in Rott die jüngste Gemeinderatssitzung – rein optisch und auch inhaltlich: 40 Prozent der Gemeinderäte hatten sich entschuldigt. Nur jeder zweite Stuhl war besetzt und der geforderet Mindestabstand konnte eingehalten werden. Doch das Thema war brisant. Der Haushalt 2020 wurde beraten und der Finanzplan mit Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2023.

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Mit erheblichen Einbußen bei der Gewerbesteuer wird in der Gemeinde Rott aufgrund der derzeitigen Corona-Krise kalkuliert, machte Kämmerer Maximilian Brockhoff im Sitzungssaal deutlich. „In Verbindung mit den für verschiedene Grunderwerbe und den Neubau der Grund- und Mittelschule inklusive Hort eingeplanten Kreditaufnahmen hat dies zur Folge, dass in den Jahren 2020, 2022 und 2023 nach heutigem Stand die Mindestzuführung vom Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt nicht erwirtschaftet werden kann.“ Der Kämmerer wies daraufhin, dass die finanzielle Situation der Gemeinde Rott in den kommenden Jahren eine sehr sparsame Haushaltsführung erfordert.

Doch zunächst stellte Brockhoff auf Basis des Vorberichts und des Investitionsprogramms die Eckdaten des Haushalts dar und stellt den Entwurf der Haushaltssatzung für das Jahr 2020 vor.

Gesamthaushalt: 15,7 Millionen Euro

Der Gesamthaushalt der Gemeinde umfasst demnach 15,7 Millionen Euro. Das sind etwa 650.000 Euro mehr als im Vorjahr. Lag in den vergangenen Jahren die Zuführung nach dem Haushaltsplan stets weit über der gesetzlichen Mindestzuführung, so schaut die Lage im laufenden Haushaltsjahr ganz anders aus: „Die Mindestzuführung in Höhe von 505.200 Euro wird nicht erreicht“, so der Kämmerer, der aber im selben Atemzug versicherte: „Es bestehen jedoch ausrechend Mittel zur Deckung des Haushalts.“ Zum Haushaltsausgleich ist im Jahr 2020 eine erhebliche Rücklagenentnahme vorgesehen.

Einnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro

Im Jahr 2022 sollen Vorauszahlungen der Gemeindebürger für die Erweiterung der Kläranlage erhoben werden, hier ist derzeit bei geschätzten Baukosten von etwa 5 Millionen Euro und einem Verbesserungsbeitragssatz von 50 Prozent mit Einnahmen in Höhe von 2,5 Millionen Euro zu rechnen. Diese dienen sowohl dem Haushaltsausgleich 2022 als auch über eine Rücklagenzuführung dem Haushaltsausgleich 2023.

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Die Gemeinderäte stimmten der Haushaltssatzung 2020 zu. Der Haushaltsplan 2020 wurde genehmigt und ebenso der Finanzplan 2019 bis 2023 – alles einstimmig.

Zahlen und Fakten

Verwaltungshaushalt: 7,99 Millionen Euro

Vermögenshaushalt: 7,71 Millionen Euro

Einwohner: 4.077 (Stand 30. Juni 2019)

Steuerkraft je Einwohner:1.078 Euro

Schulden: 10,61 Millionen Euro

Schulden je Einwohner:2.603 Euro

(2023 wird ein Schuldenstand je Einwohner von 3.385 Euro erwartet)

Wichtige Einnahmen:

Gewerbesteuer:

1,6 Millionen Euro

2,1 Millionen Euro (Vorjahr)

Einkommenssteuerbeteiligung:2,58 Millionen Euro

Schlüsselzuweisung:

408.500 Euro

290.000 Euro (Vorjahr)

Miete Grundschule:

51.000 Euro

9.400 (Vorjahr)

Miete Mittelschule:

88.000

6.900 (Vorjahr)

Miete gemeindliche Wohnungen (inklusive Senioren Wohnen, Kaisergarten):

90.800 Euro

Wichtige Ausgaben:

Personalausgaben:1,5 Millionen Euro

Zinsen für Kredite: 140.600 Euro

Tilgung von Krediten: 471.900 Euro

Kreisumlage:2,09 Millionen Euro

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