Ferienprogramm light in Wasserburg

Im von der Awo betriebenen Jugendtreff der Stadt Wasserburg findet seit rund 10 Jahren 2 Wochen im Sommer eine Ferienbetreuung statt – nur dieses Jahr voraussichtlich wegen Corona nicht.
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Im von der Awo betriebenen Jugendtreff der Stadt Wasserburg findet seit rund 10 Jahren 2 Wochen im Sommer eine Ferienbetreuung statt – nur dieses Jahr voraussichtlich wegen Corona nicht.

Corona-Auflagen machen heuer die Planung schwer: Ein Ausschuss des Wasserburger Stadtrates unter Leitung von Jugendreferentin Irene Langer arbeitet unter Hochdruck, das Bestmögliche aus der aktuellen Situation herauszuholen. Doch die Vereine machen heuer kaum Angebote. Das hat verschiedene Gründe.

Von Regina Falk

Wasserburg – Eltern, die das Ferienprogramm der Stadt Wasserburg gerne auch zur Kinderbetreuung nutzen, sollten sich rasch nach Alternativen umsehen. Denn voraussichtlich kann die Kommune – wegen Corona – in diesem Sommer ein nur sehr schmales Angebot aufbieten. Vor allem für die Mädchen und Buben der Stadt sind die Angebote enorm wichtig.

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„Die Kinder haben lange Zeit auf soziale Kontakte, auf Begegnungen und Freizeitmöglichkeiten verzichten müssen. Viele haben sehr zurückgezogen gelebt“, weiß Michaela Turss-Bornemann, Leitung Kommunale Jugendarbeit beim Kreisjugendamt Rosenheim.

In diesem Jahr geht die Behörde von einem verstärkten Bedarf bei den Eltern aus – auch aus beruflichen und finanziellen Gründen. Viele hätten Urlaubstage im Lockdown einbringen müssen oder dienstliche Urlaubssperren für den Sommer erhalten und ständen jetzt vor der Problematik, ihre Kinder sechs Wochen lang betreuen zu müssen. Großeltern, die in der Regel zur Risikogruppe gehören, einzuspannen, fällt in diesem Jahr ja größtenteils aus.

„Viele Eltern sind sich bewusst, dass sie Freunde nicht ersetzen können“, betont Truss-Bornemann auch die psychosoziale Bedeutung der beliebten Freizeitangebote in den Ferien. Die kommunale Jugendarbeit will den „Kindern eine Stimme geben“. Wobei man sich im Klaren ist, dass die Bedingungen durch die Pandemie und ihre Einschränkungen sehr erschwert sind und viele Unsicherheiten existieren. Im Moment arbeite die Behörde intensiv daran, Unterstützung für die Umsetzung zu leisten. Hausintern stimme man gerade eine Mustervorlage für notwendige Hygienekonzepte ab. Die Handreichung wird laut Truss-Bornemann dann zeitnah allen Koordinationsstellen der Ferienprogramme im Landkreis zur Verfügung gestellt.

Darauf wartet auch Irene Langer. Die Jugendreferentin der Stadt Wasserburg kennt das dringliche Anliegen der kommunalen Jugendarbeit, zugunsten der Kinder etwas auf die Beine zu stellen. Dennoch: „Wir bekommen immer mehr Absagen von den Vereinen“, bedauert Langer. Die Wasserburger Vereine sind die großen Stützen des Ferienprogramms: 2019 füllte das Angebotsheft dank vieler Gruppierungen viele Seiten. Es gab Bastelmöglichkeiten, Sportaktivitäten, Ausflüge, Kurse, Workshops, Erlebnistage, Fahrten.

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Wegen Corona fehle es den Vereinen heuer jedoch an Betreuern. Manche haben Sorge, sich mit Covid 19 zu infizieren, andere möchten andere nicht anstecken, berichtet Langer.

„Zwei Wochen komplette Ferienbetreuung ist nicht machbar“, sagt die Jugendreferentin. Bislang hat sie nur ein Angebot im Programm: 2 Fahrten in den Waldseilgarten in Oberreith, wenn dieser auch geöffnet hat. Festlegen möchten sie sich aber nicht. „Der Rest steht noch in den Sternen“.

Denn es herrsche eine große Unsicherheit auf allen Seiten. Vor allem sei es schwierig, mit den Sicherheitsauflagen umzugehen: Abstand halten, Desinfektion von Materialien, Maskentragen.

Betreuer dürfen Kinder, die stürzen, nicht trösten

Deswegen hofft Langer auf weitere Lockerungen. Denn aktuell dürften Betreuer beispielsweise Kinder, die bei einer Wanderung stürzen, nicht trösten – etwa in den Arm nehmen. Bei Bastelarbeiten müssten alle Arbeitsmaterialien desinfiziert werden. Ein Angebot im Raum müsse drei Quadratmeter Fläche pro Person bieten könne.

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Ende Juni, spätestens Anfang Juli aber muss entschieden werden, allein aus organisatorischen Gründen, ob und wie umfangreich das Ferienprogramm in diesem Jahr angeboten werden kann.

Im von der Arbeiterwohlfahrt betriebenen Jugendtreff der Stadt Wasserburg findet seit rund 10 Jahren für jeweils 2 Wochen sogar eine tägliche feste Ferienbetreuung statt. Dieses Jahr geht das voraussichtlich wegen der Corona-Pandemie nicht. Auch das wird viele Familien mit berufstätigen Eltern vor große Probleme stellen.

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