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Künstler am Lohmaier-Haus

Ferienprogramm mal anders: Alte Bude in Isen wird zur Graffiti-Leinwand

Noch ist viel Weiß an den Wänden des Lohmaier-Hauses. Das wird sich künftig ändern, denn hier ist Sprayen erlaubt.
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Noch ist viel Weiß an den Wänden des Lohmaier-Hauses. Das wird sich künftig ändern, denn hier ist Sprayen erlaubt.

Das alte Lohmaier-Haus in Isen wird zum Ort für Kreative: Es darf offiziell als „Leinwand“ mit Graffiti besprüht werden. Nun durften Kinder im Rahmen des Ferienprogramms unter Anleitung des Graffiti-Künstlers Vincent Zehetmeier mit den Spraydosen hantieren.

Von Anne Huber

Isen – Schnell merkten sie, dass zu Graffiti mehr gehört, als eine leere Fläche und bunte Sprühfarbe. Die OVB-Heimatzeitungen waren dabei, als die jungen Isener in die Geheimnisse und Grundlagen des Sprayens eingeführt wurden.

Fabian hat den Namen seines Freundes schon vollständig auf die Wand gemalt und beginnt mit einer neuen Farbdose. Da kaum etwas rauskommt, ruft er nach Vinci, wie die Nachwuchskünstler ihren Graffiti-Lehrer nennen. Der macht vor, wie es geht: Nicht ein- oder zweimal schütteln, sondern mit vollem Körpereinsatz die Dose hin- und herbewegen. Danach einmal kurz in die Luft sprühen, damit die Cap nicht verstopft, und schon kann Fabian weitermachen.

Gemeinde handelte unkompliziert

Einen passenden Ort für das Projekt wurde am Lohmaier-Haus gefunden. „Dass uns die Gemeinde so unkompliziert unterstützt hat, begeistert uns total“, sagt Matthias Gallenberger. Isens Jugendpfleger hat das Ferienprogramm mitorganisiert und schaut zusammen mit Sohn Moritz am leer stehenden Haus in gemeindlichem Besitz vorbei. Auch das Isenwerk unterstützt den Workshop mit einer Spende für die Sprühfarbe.

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Besonders toll findet Gallenberger aber, dass Zehetmeier den Workshop leitet. Der 24-Jährige, der aus Isen stammt und in Landshut Soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe studiert, ist kein Unbekannter. Vor vier Jahren hat er ein Graffito für das Trafohäuschen im Meindl-Park gesprüht. Arbeiten von ihm finden sich unter anderem in der Schule am Mühlanger in Dorfen, er sprühte schon beim Dorfener Tonwerk und in der alten Essigfabrik in Wasserburg.

Für Zehetmeier, der in der Szene als „Storeone“ bekannt ist, ist Sprühen nicht nur ein Hobby. Es gehe auch um soziale Aspekte, wie Respekt und Kooperation, sagt der angehende Sozialarbeiter.

Damit vor allem die Zusammenarbeit klappt und am Schluss des Workshops ein möglichst zusammenhängendes Bild entsteht, haben Alicia, Hanna, Fabian, Doni und Kurbi Skizzen ihrer „Words“, die sie sprühen wollen, angefertigt.

Zehetmeier nimmt sich bald die Frontseite vor

Was auf dem Papier noch ganz einfach aussah, hat an der Wand seine Tücken. Dank der Tricks von Zehetmeier klappt es aber nach kurzer Zeit schon gut. Der Workshop soll keine Eintagsfliege bleiben, die Wand soll auch künftig besprüht werden können. Auch wenn Übersprühen erlaubt sein wird, sollen die Benimmregeln für Sprayer gelten: „Was frisch steht, bleibt. Übermalt werden kann dann, wenn einer qualitativ mithalten kann. Ich werde in regelmäßigen Abständen die Wand neu herrichten“, sagt Zehetmeier.

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Auch für den Künstler Zehetmeier selbst ist mit dem Workshop das Projekt „Lohmaier-Haus“ noch nicht zu Ende. Er wird nämlich im September die Frontseite des zum Abbruch bestimmten Gebäudes besprühen. Möglich sei die Aktion dort, weil Helmut Bichlmaier aus Lengdorf ihm dafür das Gerüst kostenlos zur Verfügung stellt. „Das ist echt cool, ich freu mich schon darauf“, sagt er.

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