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Das Garten-Einmaleins für kleine Biobauern

„Feldhamster“ in Gars lernen an der „Gemüse Ackerdemie“

Das Team der „Gemüse Ackerdemie“ der Garser Grund- und Mittelschule.
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Das Team der „Gemüse Ackerdemie“ der Garser Grund- und Mittelschule.
  • Kirsten Seitz
    VonKirsten Seitz
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Die Schüler der ersten bis vierten Klasse der Grundschule in Gars sind seit Beginn des vergangenen Schuljahres fleißig am Ackern. Aktuell laufen sie zur Höchstform auf, denn sie wollen nicht nur gute Schulnoten, sondern auch ihr angepflanztes Gemüse ernten.

Gars – Zu Mathe, Deutsch und Erdkunde, standen nun auch Tomaten, Zucchini, Mais und Gurken auf dem Stundenplan. Die Schüler sind zu waschechten kleinen Biobauern geworden und das dank der „Gemüse Ackerdemie“. Damit ihre zarten Pflänzchen wachsen können, bekommen sie wertvolle Gartentipps von Hilarius Häußler aus Gallenbach bei Taufkirchen.

Hilarius Häußler ist ehrenamtlicher Ackercoach

Häußler ist aus ganzem Herzen Landwirt und ehrenamtlicher Ackercoach. Was das Thema Natur, Gesundheit, Ackerbau, Pflanzen, Kräuter und Co. angeht ist er ein echter Profi. Er gibt sein Wissen gerne auch an andere weiter. So auch aktuell an die Garser Schüler. „Wir haben seit Beginn dieses Schuljahres die AG ‚Feldhamster‘. Die Schüler haben vergangenes Jahr im Herbst erst einmal mit umgraben gestartet und jetzt im Frühjahr ging es dann richtig los.

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Die Lehrerinnen Stefanie Huber und Miriam Siegel leiten diese AG“, erzählt die Betreuungslehrerin Sibylle Pletz, die an der Mittelschule unterrichtet. „Wir haben 30 Kinder in dieser AG. Diese wechseln sich wöchentlich immer in kleinen Gruppen mit 15 Kindern ab. Die restlichen Tage gehen auch Lehrer aus den anderen Klassen von Grundschule und Mittelschule hier her, gießen, hacken, entfernen Unkraut und schauen nach unserem Garten“, setzt sie fort. Es ist sozusagen ein Gemeinschaftsprojekt der Grund- und Mittelschule Gars.

Wie die kleinen Hobbygärtner überhaupt dazu kamen, Kohlrabi, Zwiebeln, Mais, Kürbis und Co. anzubauen hört sich fast wie ein Lotto-Gewinn an, denn nicht jeder hat die Möglichkeit da mitzumachen. Das erste was man braucht, ist ein geeignetes Grundstück. Dieses haben die Garser Schüler schnell gefunden. Familie Gstettner stellt ihnen kostenfrei ein tolles Grundstück im Herzen von Gars zur Verfügung. „Ohne ihre Unterstützung wäre die Gemüse Ackerdemie niemals möglich gewesen“, freut sich Pletz. Das Grundstück ist geradezu perfekt. Nicht weit von der Schule entfernt, gut zu Fuß zu erreichen, schön groß und ein echtes Paradies für alle Tierarten, die in Gärten heimisch sind.

Auch seitens der Gemeinde Gars kam tolle Hilfe. Diese bauten einen Holzzaun um das Grundstück, stellten einen Wassertank und ein Gerätehaus auf. Eine richtig dicke Finanzspritze gab es von der AOK Bayern, denn diese machten dieses Projekt überhaupt erst möglich. „Wir mussten uns für dieses Projekt bei der Gesundheitskasse bewerben. Da wir die Voraussetzungen dafür erfüllten, durften wir Teil der ‚Gemüse Ackerdemie‘ werden“, sagt die Betreuungslehrerein sichtlich stolz. Lehrer wie Schüler finden ihr Projekt richtig klasse.

Häußler erklärt den Kindern Schritt für Schritt wie sie ihr Gemüse optimal anpflanzen und zum Wachsen bringen. „Die Zuckererbsen brauchen ein Rankgerüst“, erklärt der Ackercoach. Beim Mulchen dürfen die Kids ruhig großzügiger sein. Die ersten Beete, welche die Kids bereits bepflanzt haben, sehen erfolgsversprechend aus. Großes Lob gibt es für das Kartoffelbeet und bei den Kohlrabis, da sieht es richtig bunt aus. Thema bei ihrer Gartenarbeit sind jedoch auch die tierischen Bewohner. So zum Beispiel die Schnecken, die sich gierig über das junge Gemüse hermachen oder die Regenwürmer, die richtig gut für den Boden sind.

Holzschnitzelbarriere soll vor Schnecken schützen

Vor den Erdwildbienen muss man keine Angst haben, beruhigt Häußler die kleinen Biobauern. Dann fällt sein Blick auf die beiden äußeren Beete. „Die sind total im Stress“, stellt der Ackercoach entsetzt fest. „Sie wurden von den Schnecken zusammengefressen. Da muss eine richtige Holzschnitzelbarriere her“, rät er.

Wer gutes Gemüse ernten möchte, muss auch gute Gartenarbeit leisten, sind sich alle einig. Häußler ist sehr zufrieden mit der Arbeit der kleinen Hobbygärtner. „Das habt ihr supertoll gemacht“, lobt er sie. Die Kids, wie auch die Erwachsenen, die sie bei ihrem Projekt tatkräftig unterstützen haben eine Menge Spaß und Freude.

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Auch Dieter Trost, Leiter vom Fachbereich Gesundheitsförderung bei der AOK in der Direktion Mühldorf/Altötting und seine Kollegin Regina Rausch, Geschäftsstellenleiterin der AOK Waldkraiburg packen mit an, als die Garser ´Ackerdemiker`, ihre Setzlinge einpflanzen und gießen. Wenn jetzt noch Petrus gutes Wetter schickt und vielleicht hin und wieder das Gießen übernimmt, können die Garser Kids und ihre Lehrer sich auf eine reiche Ernte freuen.

Regina Rausch, Geschäftsstellenleiterin der AOK Waldkraiburg (links), packt beim Gemüseeinpflanzen mit den Grundschülern mit an.