Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Porträt der Woche

FC Bayern-Fan: Aber Lorenz Bodmaier hat Wasserburgs Sportehrenpreis aus anderen Gründen bekommen

Auszeichnung im Jahr 2000: Lorenz Bodmaier mit bayerischem Löwen, Ehrenpreis des Ministerpräsidenten beim Oktoberfest-Landesschießen.
+
Auszeichnung im Jahr 2000: Lorenz Bodmaier mit bayerischem Löwen, Ehrenpreis des Ministerpräsidenten beim Oktoberfest.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
    schließen

Lorenz Bodmaier ist der Sportehrenpreisträger von Wasserburg. Womit er sich die Auszeichnung verdient hat.

Wasserburg – Die Tür von Lorenz Bodmaiers Untergeschoss führt in eine professionelle, mit vielen Werkzeugen und Maschinen ausgestattete Werkstatt. Seit fünf Jahren ist Bodmaier schon in Rente, aber Schreiner ist er geblieben. Nach wie vor fertigt er so manch schönes Stück aus Holz oder er übt sich in Schnitzkunst. Auch den kaputten Spielzeug-Lkw des Enkels macht er gerne wieder flott. „Es gibt immer was zu tun, und es ist ein schöner Zeitvertreib.“

Der 68-Jährige sprüht vor Tatendrang, aber nicht nur als Handwerker, sondern auch als tüchtiges Mitglied der Wagnerwirt-Schützen Reitmehring. Im November würdigte ihn die Stadt Wasserburg bei einem Festakt mit dem Sportehrenpreis. „Das ist ein Riesenehre für mich, etwas Einmaliges“, so seine Dankesworte. Ein bodenständiger, stets hilfsbereiter Mann, der sich auch abseits des Sports engagiert.

Großer FC Bayern-Fan

Und er ist großer Fan des FC Bayern München: An der Mauer neben seiner Garage prangt unübersehbar das Logo des deutschen Rekordmeisters. „Seit meiner Kindheit bin ich Bayern-Fan“, sagt er. „Zu den Heimspielen fahre ich, seit es das Olympiastadion gibt, seit 1972.“ Mit einer Dauerkarte, versteht sich, Bodmaier ist eine treue Seele. „Wenn sie – die Bayern-Elf - verliert, muss ich mich aber schon ärgern.“

Steckbrief

Lorenz Bodmaier
Geburtsort: Allmannsberg (Edling)
Geburtsdatum: 1. Juli 1954
Beruf: Schreiner
Wohnort: Reitmehring (seit 1979)

In die Schule ist er in Attel gegangen, danach hat er mit 14 Jahren in Edling eine Schreinerlehre angetreten und die Gesellenprüfung absolviert. Beruflich war er die meiste Zeit in Gabersee tätig. Dort hat er unter anderem mit Patienten in einer Werkstatt gearbeitet.

16 Jahre Erster Schützenmeister in Zellereit

Seit 1972 ist er im Schützensport engagiert, anfangs in Zellerreit, wo er lange Jahre als Jugend- und Sportleiter amtierte. 16 Jahre war er in dem Ramerberger Ortsteil Erster Schützenmeister, 2007 wurde dem dreimaligen Schützenkönig und 50-maligem Vereinsmeister der Titel Ehrenschützenmeister verliehen. Mitglied bei den Reitmehringer Schützen ist er seit 1981 - gut 41 Jahre. Bis heute schießt er aber auch weiter für Zellereit bei Wettkämpfen – und auch für andere Schützenvereine. Ein Schütze, für den der Sport über alles geht.

Zweimal Schützenkönig

Bodmaier kümmert sich zudem als Zeugwart seit vielen Jahren um die Ausrüstung vor allem der jungen Mitglieder, um Schuhe, Hosen und Jacken. „In erster Linie bin ich aber für die Waffen verantwortlich“, sagt er. In der Regel verfügen die Mitglieder aber über eigene Luftgewehre oder -pistolen, die sie ganz individuell einstellen. Daneben drechselt Bodmaier Schützenscheiben und sorgt zusammen mit seiner Frau für die Bewirtung im Vereinsheim, fürs Essen und für Getränke. Zusätzlich organisiert er den Arbeitseinsatz der Mitglieder, auch die Sauberkeit innen und außen liegt ihm am Herzen. Zweimal ist er bei den Wagnerwirt-Schützen schon Schützenkönig geworden und einmal Stadtpokalkönig. Bodmaier, keine Frage, beherrscht die Kunst des Zielens – und er ist ein guter Kamerad.

In einem Schaukasten bewahrt Bodmaier die Auszeichnungen auf, die er bei den Wettkämpfen gewonnen hat. Feinsäuberlich hat er sie auf dunkelrotem Tuch befestigt und so ein eindrucksvolles Bild seiner Erfolge geschaffen. An wie vielen Turnieren er bisher teilgenommen hat, kann er nicht sagen, auf jeden Fall ist es eine große Zahl, Hunderte vielleicht. Die Medaillen stammen von Meisterschaften im Verein, im Gau Wasserburg-Haag, in Oberbayern, in Bayern und in Deutschland. Auf Bundesebene hat er es mit dem Zimmerstutzen ein paar Mal unter die ersten zehn geschafft. „Das war ein Traum“, wie er heute sagt. Bedauern äußert er über die mangelnde Anerkennung des Sports in der Bevölkerung. „Es gibt bei den Veranstaltungen nur wenige Zuschauer, das ist halt so.“ In die Ferne hat es ihn nie gezogen: „Ich bin keiner, der gerne wegfährt.“ Zeit dafür hätte er ohnehin kaum. „Ich bin voll zufrieden“, sagt er und strahlt.

Kurz und bündig

Worauf sind Sie stolz?
Den Begriff „Stolz“ mag ich nicht so gern. Ich bin einfach rundum zufrieden.

Wann sind Sie an Ihre Grenzen gestoßen?
Die Lehrzeit war anfangs zum Teil nicht so schön für mich, vom Chef her, von einem Arbeitskollegen her. Heute würde man mobben sagen. Erst als ich den Betrieb gewechselt habe, habe ich das Arbeiten gelernt.

Haben Sie Hobbys neben dem Schießsport?
Ich bin mit dem Schießen eigentlich jeden Tag beschäftigt. Dazu gehört ja auch das Organisieren.

Was für Wünsche haben Sie noch?
Also ich wünsche mir, dass die Menschen zufriedener sind. Und mich schmerzt, was in der Ukraine passiert.

Was ist Ihre nächste Anschaffung?
Eine Photovoltaik-Anlage fürs Haus. Für die Umwelt.

Kommentare