Faschingszug in St. Wolfgang trotzt dem Wetter

Ein fahrender Saloon: Die KLJB Wolfgang hatte viel Mühe in ihren Faschingswagen investiert.
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Ein fahrender Saloon: Die KLJB Wolfgang hatte viel Mühe in ihren Faschingswagen investiert.

Während in Mühldorf wegen der stürmischen Winde der Faschingszug abgesagt werden musste, ließen sich die St. Wolfganger nicht um ihre Gaudi bringen. „Wega a bisserl Wind, Regn oder Schnee, song mia koan Fasching ob“, rief Altbürgermeister Jakob Schwimmer als bewährter Sprecher in die bunt maskierte Zuschauermenge an den Straßenrändern.

Von Hermann Weingartner

St. Wolfgang – Keine Angst vom Wetter hatten gestern die St. Wolfganger Faschingsfreunde und starteten ihren Faschingsumzug. „Wega a bisserl Wind, Regn oder Schnee, song mia koan Fasching ob“, rief Altbürgermeister Jakob Schwimmer als bewährter Sprecher in die bunt maskierte Zuschauermenge an den Straßenrändern. Trotz mieser Wetterprognose veranstaltete die Gemeinde zusammen mit den Ortsvereinen das 30. närrische Treiben zum Faschingsfinale in der Hofmark. Und im Dreijahresrhythmus gab’s heuer wieder den inzwischen achten Umzug im großen Rahmen mit 25 Gruppen.

Weil inMühldorf der Faschingszug abgesagtwurde, kamen noch Motivwägen kurzfristig dazu und mussten in die beiden Züge integriert werden. Daher startete der Narrenwurm mit insgesamt 25 Teilnehmern, 13 Wägen und elf Fußgruppen davon zwei Kapellen, etwas verspätet am südlichen Ortsrand Richtung Hadersberger Siedlung.

Für beste Stimmung bei den etwa 2000 wartenden Zuschauern aus der ganzen Gemeinde und Umgebung sorgte bis zur Ankunft des Umzugs der Isentaler Schalmeien-Express mit flotten Klängen.

In der Ortsmitte wurde der Umzug von neugierigen Faschingsbegeisterten erwartet. Die Wägen und Gruppen zogen um die Hofmark auf die B15 und weiter nach Gumpenstätt und zum Dorffestplatz, wo sich der Gaudiwurm auflöste.

Zuvor aber sah das Straßenpublikum eine Vielzahl toller Wägen und Gruppen, die Schwimmer in seiner trockenen, humorigen Art vorstellte. Die Teilnehmer hatten sich viel Mühe gegeben, wie zu sehen war, und sicher viele Stunden in die Gaudi investiert.

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Mit dabei war jeder größere Ortsverein oder Gruppierung. Die Wägen und Maskeraden der Fußgruppen waren pfiffig, mal lokalpolitisch motiviert oder griffen ganz alltägliche Themen auf.

Vorne weg zog die Blechblaskapelle St. Wolfgang als Band ZZ Top-Band gefolgt vom Prinzenpaarwagen mit den Hoheiten und Garden. Der Gartenbauverein kam „Glückspilz“-Gruppe und Bewohner der Grünbacher Siedlung als bekannte Disney-Figuren daher.

Finale auf der Freiluftbühne

Bürgermeister Ullrich Gaigl fuhr im Tretcar und warb für ein „Tempolimit“. Die Landjugend hatte mega Spaß in ihrem zweistöckigen Salon-Wagen, während der Schnupfclub aus Kirchdorf meinte: „Nehmt euch ein paar schöne Momenten & macht’s Babys für unsere Rente!“

Auch die Lokalpolitiker wollten in St. Wolfgang dabei sein. Die Wählergemeinschaft Schönbrunn/Gatterberg etwa steckte in einem „Bierkasten“ der ehemaligen Brauerei Bauer, eine Anspielung auf die schleppende Verwertung des früheren Brauereigeländes. „Dorfplatz oder Bauplatz“ in Lappach wird im Gemeinderat hart diskutiert, was der Lappacher Schützenverein mit einem Wagen aufgriff.

Nach dem Umzug ging die traditionelle Faschingssonntagsgaudi weiter auf der Hofmark unter dem Motto: „Lasst uns Lachen, Essen und Trinken, Tanzen und Feiern bis zum Abwinken.“ Die Prinzenpaare und alle St. Wolfganger Tanzgruppen – und sind nicht wenige – zeigten noch einmal ihr Können auf einer großen Freiluftbühne.

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