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Vom Patienten zum Künstler

Farben, Formen, Emotionen: „Acrylbanause“ von Wasserburg startet Karriere in der Therapie

Farben und Formen sind seine Leidenschaft: Oliver Pfetsch stellt derzeit im kbo-Inn-Salzach-Klinikum aus.
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Farben und Formen sind seine Leidenschaft: Oliver Pfetsch stellt derzeit im kbo-Inn-Salzach-Klinikum aus.

Er liebt es, seinen Gefühlen und seinen Emotionen auf der Leinwand Ausdruck zu verleihen. Oliver Pfetsch, gebürtiger Schwabe und Wahl-Wasserburger, stellt derzeit im kbo-Inn-Salzach-Klinikum seine neuesten Werke aus. Seine Karriere als Maler begann er bei einer Therapie.

Wasserburg – Während einer schwierigen Lebensphase entdeckte Oliver Pfetsch, der auch unter dem Namen ‚Acrylbanause‘ bekannt ist, seine Begeisterung für Farben und Formen. Betrachtet man seine vornehmlich großflächigen, abstrakten Kompositionen, die dem Betrachter viele Möglichkeiten bieten, seine eigene Fantasie spielen zu lassen, kann man spüren, dass hier sehr viele Emotionen im Spiel sind.

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Seit 2015 lebt der 43-jährige gelernte Elektriker, der als Senior Supporter bei einem großen Elektrokonzern mit Brandversuchen und Brandmeldeanlagen beschäftigt ist, in Wasserburg. Den entscheidenden Schritt zum Malen machte er während eines Klinikaufenthalts, der nötig wurde, da er mit seinen Depressionen nicht mehr zurecht kam.

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Unter den dort angebotenen therapeutischen Maßnahmen entschied sich Pfetsch für die Kunstgruppe, in der auch Malen auf dem Programm stand. Mit Bleistiftzeichnungen begann er und, weil er auch anderes ausprobieren wollte, verfiel er schließlich seiner jetzigen Leidenschaft, der Acrylmalerei.

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An seine erste Zeichnung erinnert sich Oliver Pfetsch noch gut, einen Steg mit fehlenden Brettern, den er von seinem Klinik-Zimmer aus sah, und der seinen damaligen Seelenzustand widerspiegelte. Langsam veränderte sich aber seine Stimmungslage zum Positiven und Farbe hielt in seine Bilder Einzug. Schließlich boten ihm Acrylfarben die beste Möglichkeit, sich auszudrücken und in einem wilden Durcheinander helle freundliche Farben zusammen mit Gips und Salz in seinen Werken zu verarbeiten. Sich selbst bezeichnete der Autodidakt dabei bescheiden und mit Humor als „Acrylbanausen“.

Malen hilft in schwierigen Zeiten

Titel gibt der Künstler seinen abstrakten Kompositionen keine. „Am Tag, an dem ich ein Bild male, sehe ich oft etwas Anderes als acht Wo-chen später in einem anderen emotionalen Zustand“, begründet er dies. Und er möchte dem Betrachter seiner Werke ebenfalls diese Freiheit lassen, selbst ohne Ablenkung die Fantasie spielen zu lassen, eigene Emotionen zu wecken und vielleicht bei späterer Betrachtung neue zu entdecken. Malen hilft jedenfalls, aus schwierigen Lebenssituationen herauszukommen ist sein Fazit.

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Zur Ausstellung hat ihn letztlich neben Lob und Anerkennung aus seinem engeren Umfeld auch der Wunsch gedrängt, ein Feedback von einem größeren Betrachterkreis zu erhalten, zu erfahren, wie die 16 ausgestellten Bilder mit den unterschiedlichsten Farben und Formen auf andere Menschen wirken. Denn sein Ziel sind noch größere Formate bis zwei mal zwei Meter Gesamtfläche, die er künftig in Angriff nehmen möchte. Weitere Ausstellungsmöglichkeiten werden gerne angenommen, sagt er schmunzelnd beim Interview.

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Die Ausstellung

Interessenten können die Werke auch käuflich erwerben. Den Preis verrät Pfetsch auf Anfrage. 15 Prozent des Erlöses von jedem verkauften Bild als Spende an den Montessori Verein Wasserburg.

Zu besichtigen ist die Ausstellung im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes des kbo-Inn-Salzach-Klinikums (Haus 7) jeweils bis 17 Uhr, mindestens noch den gesamten August.

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