Falsche Euro im Angebot

Rosenheim - Vermutlich wegen finanzieller Probleme wollte der Angeklagte, ein zuletzt in Rosenheim wohnender 52-jähriger Türke, an das "schnelle" Geld kommen. Leider hatte er Pech, denn sein Kaufinteressent für das offerierte Falschgeld war ausgerechnet ein verdeckter Ermittler des Landeskriminalamtes. Jetzt stand der Mann vor dem Schöffengericht.

Gewöhnlich sind es mehr oder weniger gute "Blüten", also Geldscheine, die in Fälscherwerkstätten produziert und über Mittelsmänner als echtes Geld angeboten werden, doch diesmal bestand das verlockende Angebot aus gefälschten Zwei-Euro-Münzen.

In einer ersten Kaufoption ging es um die Lieferung von 5000 Stück gefälschter Zwei-Euro-Münzen. Der Angeklagte händigte dem angeblichen Kaufinteressenten einige Proben der offerierten Falsifikate aus. Doch dann wurde die Lieferung einige Male verschoben und fand schließlich nicht statt. Trotzdem blieben Anbieter und Kaufinteressent in losem Kontakt, der dann auch alsbald wieder intensiviert wurde, denn Anfang dieses Jahres vermittelte der Angeklagte den Verkauf von 160000 Stück gefälschter Zwei-Euro-Münzen an den "großen Unbekannten" in ein anderes Bundesland.

Der Angeklagte war beim Amtsgericht Rosenheim kein Unbekannter, denn sein Strafregister wies zahlreiche, allerdings nicht einschlägige Vorstrafen wie Betrug, verschleppte Insolvenz, Fahren ohne Führerschein und Nichtzahlen von Arbeitsentgeld, aus. Erschwerend kam hinzu, dass die Zeitspanne der letzten zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe noch nicht abgelaufen ist und der Angeklagte zum Zeitpunkt seiner "Geldgeschäfte" noch unter Bewährung stand.

Nach Eröffnung der Hauptverhandlung durch die Vorsitzende Richterin Jaqueline Aßbichler und Verlesen der Anklageschrift durch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte die Verteidigerin ein Rechtsgespräch, das ziemlich lange dauerte, aber letztlich zu keiner Verständigung zwischen den Prozessparteien führte, wie Aßbichler anschließend informierte. Im Rechtsgespräch hätten einige aufgrund der Aktenlage widersprüchliche Aussagen und Feststellungen nicht geklärt werden können, so dass nach Auffassung des Gerichtes weiterer Klärungsbedarf als notwendig erachtet werde.

Von den Ergebnissen dieser weiteren Ermittlungen, so die Entscheidung des Schöffengerichts, werde letztlich auch die Höhe des Strafmaßes abhängen, welches der Angeklagte zu erwarten hat.

Die Hauptverhandlung wurde unterbrochen und vertagt. Ein neuer Termin wird erst dann anberaumt, wenn die weiteren Ermittlungen es sinnvoll erscheinen lassen. Der bestehende Haftbefehl gegen den Angeklagten blieb bestehen, weil nach Auffassung des Gerichtes weiterhin Fluchtgefahr bestehe. je

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