LESERFORUM

Ex-und-hopp-Mentalität

Zur Berichterstattung über ein mögliches „Volksfest to go“ in Wasserburg:

Beim Vorschlag des WFV für ein Volksfest to go zur Belebung der Altstadt und als Hilfe für die Schausteller des Frühlingsfestes stellt sich schon die Frage, ob der WFV wirklich ein Wirtschaftsförderungsverband für oder nicht eher gegen die Wasserburger Wirtschaft ist. Ist der WFV wirklich der Meinung, dass Verkaufsstände mit gebrannten Mandeln oder eine Hendlbraterei eine gute Strategie sind, um den coronabedingten Problemen zu begegnen? Derartige Stände mit Volksfestcharakter sind in der Altstadt doch eher abschreckend als einladend.

Es ist zu befürchten, dass sich mit einem Volksfest to go auch in Wasserburg die allgemein vorherrschende Ex-und-hopp-Mentalität in der Altstadt ausbreitet. Wem oder was soll mit einem Hendlbraterstand, gebrannten Mandeln oder einem Kinderkarussell geholfen sein? Den Wasserburger Geschäftsleuten? Der Bevölkerung? Den Kindern? Der Umwelt? Oder etwa der Gesundheit?

Mandeln kommen überwiegend aus Kalifornien und verbrauchen sehr viel Wasser, Hendl vom Bratspieß stammen zu nahezu 100 Prozent aus Massentierhaltung unbekannter Herkunft. Wer heute etwas für die Zukunft der Kinder tun will, sollte sich schon etwas mehr Gedanken zu zeitgemäßen Konzepten machen und nicht einfach irgendwelche beliebigen Verkaufsbuden aufstellen. Sind die Zusammenhänge von sinnlosem Konsum und Umweltzerstörung so schwer zu verstehen? Es ist schon sehr schade, dass es vom WFV keine vorausschauenden und umweltfreundlichen Vorschläge gibt, die eine nachhaltige Wirtschaft fördern, bei der Umweltschutz und Regionalität großgeschrieben werden. Nur mit guten und klugen Konzepten kann langfristig die spezielle Atmosphäre der Altstadt erhalten werden.

Günter Bodenburg

Wasserburg

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