Lieferservice für Milch im Kreis Mühldorf: Dieser Hof bietet's an 

Milch-Direktvermarktung
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Frische Milch, die direkt an die Haustüre geliefert wird – bei uns in der Region kein Problem. 

Milch von glücklichen Kühen: Das Konzept der Familie Hanslmeier in Albanstett geht auf.

Reichertsheim – Die Milchbauern sind in der Region bekannt, „für das gute Zeug“ – das auch noch bis an die Haustüre geliefert wird.

Die Tiere von Georg Hanslmeier dürfen sich in einem riesigen Stall frei bewegen. Wenn ihnen danach ist, können sie in ihren separaten Boxen auf Stroh liegen. Ist eines von ihnen krank, kommt der Tierarzt.

Dieses Hintergrundwissen gibt dem Verbraucher, der „Milch vom Bauern aus der Region“ kauft, ein gutes Gefühl.

Die Wiederkäuer sehen entspannt aus. Etwa 60 Milchkühe und ebenso viele Jungtiere werden vom Hof-Team zweimal täglich versorgt. Hinzu kommen noch einige Rinder, die später einmal ihren Besitzer wechseln. Die Familie betreibt die Landwirtschaft schon seit Generationen. Sich nur auf die Bewirtschaftung der Felder, die Kälberaufzucht und die Ablieferung seiner Milch an die Molkereien zu konzentrieren, kam für Georg Hanslmeier irgendwann nicht mehr in Frage.

Die ganz Kleinen kriegen ein Mäntelchen, wenn es recht kalt ist. klemm

„Ich wollte einfach eine höhere Wertschätzung meiner Arbeit erzielen“, erklärt der Reichertsheimer. Somit musste ein neues Geschäftsmodell her. Die Idee von der „Lieferung frei Haus“ war geboren. Seit 2002 bringt er seinen Kunden frische Milch direkt vor die Haustür.

Informationen zu Liefergebiet und -bedingungen des Milchmanns finden Sie unter www.hanslmeier-milch.de

Milch sei ein Grundnahrungsmittel, ein Energielieferant. Bis der Verbraucher seine Zwei-oder Drei-Liter-Kanister, auf dem oben der dicke Rahm schwimmt, daheim öffnen kann, ist viel Arbeit, Aufwand und Bürokratie nötig. Der 48-Jährige bedauert, dass die Menschen häufig ein falsches Bild von den Landwirten haben. „Als ich 1985 meine Ausbildung gemacht habe, gab es in ganz Bayern noch schätzungsweise 100 000 Milchviehbetriebe. Heute sind es weniger als 30 000. Alle zehn Jahre halbieren sich die landwirtschaftlichen Betriebe. Die Kleinen hören auf und die Großen werden größer“, stellt er fest. Ein weiteres Problem sei, dass die Nachkommen den Hof oft nicht übernehmen wollen.

Hanslmeier habe großes Glück, wie er sagt. Sein Sohn Christoph (20) wird in die Fußstapfen des Papas treten. „Unser Ältester hat sich schon von klein auf für die Landwirtschaft interessiert. Wir haben unsere Kinder jedoch niemals dazu gedrängt, dass eines von ihnen das hier später übernehmen soll“, so der Hof-Inhaber.

Das Herzstück in der Produktion des Milchbauern Georg Hanslmeier ist der „Pasteur“.

Christoph stecke inzwischen schon mitten in der Ausbildung für diesen Lebensweg. Das macht den Vater sichtlich stolz. Seine Tochter und sein jüngster Sohn werden beruflich einen anderen Weg einschlagen.

Was den leidenschaftlichen Landwirt ärgert, ist, dass es jedes Jahr neue Gesetze und Vorschriften gibt, in die man sich mühevoll einarbeiten müsse. Sei es die Düngeverordnung, der Pflanzenschutzbereich oder die Tierhaltung. „Es ändert sich ständig etwas.“ Urlaub und Freizeit bei Bauern sind rar. Der Tag beginnt morgens kurz vor sechs und endet abends frühestens gegen 19 Uhr und das täglich. 70 Stunden Arbeitswoche seien normal.

Tierliebe ist ein wichtiger Aspekt

„Reich wird man durch seine Arbeit nicht“, lacht der 48-Jährige, denn so ein Betrieb sei mit hohen Kosten verbunden. Die Tiere müssen ordentlich versorgt werden, die Maschinen und Fahrzeuge in einem einwandfreien Zustand sein und die Fahrer, welche die Milch ausliefern, wollen bezahlt werden.

Die ganze Familie muss mitanpacken, sonst funktioniert das Konstrukt nicht. Jammern will er aber nicht, der Hanslmeier Georg. Es gebe sehr schöne Seiten an diesem Job. Er spricht gar von Berufung. „Man muss ein Idealist sein und das mögen, was man macht. Wenn man seine Arbeit nicht mit Freude macht, sollte man sich was anderes suchen“, erklärt er.

Frischluftzufuhr im Stall soll für Tierwohl sorgen.

Tierliebe sei ein wichtiger Aspekt. Natürlich sei es von Vorteil, dass er sein eigener Chef sei. „Das mit der Direktvermarktung ist toll. Der Kontakt zu den Kunden ist super. Wir freuen uns immer sehr über Feedback“, so Hanslmeier. Die Kunden interessieren sich für Hintergründe, „was wir so machen. Das bestätigt uns in unserem Tun“.

Bei aller Liebe für die Arbeit auf dem Bauernhof sei das Familienleben wichtig. „Zusammenhalt steht bei uns an erster Stelle. Ich bin für meine Frau und Kinder immer erreichbar“, erzählt der Landwirt. Bei bestimmten Entscheidungen kommt der Familienrat zusammen.

Und wie sieht es aus mit Hobbys oder Freizeit? Die ganze Familie ist Mitglied im Trachtenverein in Reichertsheim. Dort spielt der Hanslmeier ein bisschen beim Theater mit. Im Sommer ist er als Goaßlschnoiza aktiv. Ansonsten sind seine Freizeitaktivitäten eher auf die Abendstunden und die Sonntage beschränkt. Doch ändern wollte er nichts an seinem Leben. „Des basst scho, so wie es bei uns ist“, lächelt er zufrieden.

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