PROFIS AM WERK

Essigfabrik wird bunter: Graffiti-Größen „Mr. Woodland“ und „Loomit“ sprühen in Wasserburg

Das neue Kunstwerk von Mr. Woodland, das an der ehemaligen Essigfabrik zu sehen ist, trägt den Namen: „Thoughts“ (Gedanken).
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Das neue Kunstwerk von Mr. Woodland, das an der ehemaligen Essigfabrik zu sehen ist, trägt den Namen: „Thoughts“ (Gedanken).
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Längst hat das Graffiti auch seinen Weg in die Galerien dieser Welt gefunden. Wasserburg hat gar eine Freiluft-Galerie: die ehemalige Essigfabrik. Das Areal wurde zum Kunstprojekt des AK68 erklärt, bis die Abrissbirne kommt. Bis dahin sprayen hier Graffitikünstler ihre Streetart.

Wasserburg – Das schöne Wetter hat nicht nur die Spaziergänger nach draußen getrieben, auch Graffitikünstler trafen sich nun wieder an der ehemaligen Essigfabrik. Sechs Streetartists kamen zusammen, unter ihnen waren auch zwei prominente Gesichter: Daniel Westermeier alias Mr. Woodland und Mathias Köhler, besser bekannt als Loomit.

Beide Künstler wurden von Katrin Meindl, die das Projekt im Auftrag des Kunstvereins AK 68, betreut, eingeladen. „Es ist bereichernd, auch andere Künstler, sogar richtige Profis an unseren Wänden zu haben“, erklärt sie. Denn trotz der hohen Mitgliederzahl des AK 68 seien nur wenige Sprayer dabei.

Lange Suche nach passender Wand

Interessant findet Meindl vor allem den Arbeitsprozess, der sich bei jedem Graffitikünstler unterscheidet: „Woodland und Loomit beispielsweise sind mit Skizzen angekommen und haben erst einmal sehr lange nach einer passenden Wand gesucht.“ Auch den Umgangston bei der Arbeit an den Wänden beobachtet Meindl mit Interesse. „Die Künstler begegnen sich mit sehr viel Respekt.“ Beispielsweise die Frage, ob ein Werk übermalt werden darf, wird auch mal telefonisch geklärt.

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Loomit, mit bürgerlichen Namen Mathias Köhler (oben) und Daniel Westermeier, alias Mr. Woodland waren an der ehemaligen Essigfabrik aktiv.

Köhler sprüht typischen „Loomit“-Schriftzug

So hat sich Köhler, alias Loomit erst nach Absprache mit Westermeier über dessen Werk „Grafftalk“ gesetzt, das dieser vor einigen Wochen an die ehemalige Essigfabrik gesprüht hatte. Mit dem Platz an der oberen Hälfte der Hauswand habe er „an neuen Höhen gewonnen“, wie Köhler schmunzelnd erklärt. Sein Werk ist der für ihn typische „Loomit“-Schriftzug mit räumlichen Buchstaben. An der Essigfabrik erstrahlt er in leuchtendem Grün.

Neues Werk „Thoughts“

Meist ist Köhler in München unterwegs, Wasserburg sei für ihn eine willkommene Abwechslung, erklärt er. „In der Großstadt herrscht immer viel Trubel, in Wasserburg ist es sehr entspannt.“ Zudem habe sich die Stadt durch den Sonnenschein im schönsten Licht gezeigt.

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Westermeier hat bei seinem zweiten Besuch an der ehemaligen Essigfabrik das Werk „Thoughts“ (Gedanken) gefertigt. Es symbolisiert die „Auseinandersetzung mit den Sorgen des Alltags“, erklärt Westermeier.

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Ob auch Köhler Wasserburg einen erneuten Besuch abstatten wird, ist noch nicht sicher. „Grundsätzlich gerne“, erklärt er. Im Moment habe er auch mehr Zeit, da die Kurse, die er sonst an Schulen gebe, ausfallen. „Jetzt geht es aber erst einmal zum nächsten Auftrag, nach Schwaben.“

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