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Ausprobiert und miterlebt

Kunst ist für alle da: Wasserburger Volontärin Sophia Huber probiert Graffiti sprühen aus

Volontärin Sophia Huber beim Graffiti sprühen, der Schmetterling stammt von ihr.
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Volontärin Sophia Huber beim Graffiti sprühen, der Schmetterling stammt von ihr.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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An der Essigfabrik waren schon richtige Graffiti-Profis in Aktion: Loomit, Mr. Woodland. Wer sich mit der Graffiti-Szene in Süddeutschland beschäftigt, kennt diese Namen. Jetzt hat sich die nächste Graffiti-Größe dort verwirklicht, nämlich – Achtung, Ironie – Ich. Ein Selbstversuch mit der Sprühdose.

Wasserburg – Nein, die Aktion ist nicht illegal, wie sich mehrere Passanten versichern. Denn die Kunst kommt im Rahmen einer offenen Graffiti-Aktion des Jugendzentrums Innsekt an die Wand.

Präzision mit Sprühköpfen

Gleich drei Bierträger voller Spraydosen bringt Jana Steffinger vom Innsekt mit. Von Schwarz, über Blau und Pink bis hin zu Weiß ist für jeden eine Farbe dabei. „Hier haben wir noch Sprühköpfe in unterschiedlichen Größen“, erklärt Steffinger und hält eine Tüte hoch. Die Köpfe dienen zur Präzision. Der Professionalität steht also eigentlich nichts im Wege.

Sie betreute die Aktion nicht nur, sondern sprühte auch mit: Jana Steffinger vom Innsekt.

Eigentlich, denn mein erster „Schuss“ geht gleich mal mitten ins Gesicht. Gut, dass ich die Maske gegen den Lack schon aufhabe. Die Brille ist allerdings fürs Erste mit schwarzen Punkten übersät und ruiniert.

Übermalen kostet Überwindung

Na gut, dann halt ohne. Also, Brille runter und los geht‘s. Aber wo eigentlich? Vor mir erstrecken sich an den Wänden wahre Kunstwerke – Spiderman, ein Adler,„Grafftalk“ von Mr. Woodland. Und, obwohl ich weiß, dass im Graffiti eine ganz andere Einstellung zu diesem Thema herrscht, sträubt sich alles in mir, einfach darüber zu sprühen. Kunst, wurde mir immer beigebracht, ist zeitlos, für immer. „Nicht berühren“, heißt in den meisten Museen, das Gebot „nicht darüber malen“ gilt ohne es auszusprechen. Vor allem nicht, wenn man, wie ich, keinerlei Erfahrung hat.

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Es kostet mich ein paar Minuten der Überwindung, dann gewinnt die Neugierde und Spiderman muss dran glauben. An Woodlands Gemälde habe ich mich dann doch nicht rangetraut.

Schnell wird klar: Beim Graffiti muss es schnell gehen, verweilt man zu lange an der gleichen Stelle, kommt zu viel Farbe aus der Dose und fließt die Wand hinunter. Eine Tatsache, mit der ich nur schwer zurechtkomme. Immer wieder verlaufen meine Farben ineinander. Auch mit dünnen Strichen habe ich meine Probleme, wie der vorherige Künstler Spiderman sein charakteristisches Spinnennetz auf den Anzug gesprüht hat, bleibt für mich ein Rätsel. Mein Schmetterling sieht da eher aus wie die Zeichnung eines Kleinkindes.

Manche haben bereits Erfahrung

Aber es macht Spaß. Nicht nur mir, sondern auch den beiden Jugendlichen, die ihre Namen lieber nicht in der Zeitung lesen wollten. Einem der Jungs merke ich an, dass er bereits Erfahrung mit der Dose hat. Manchmal, sagt er, komme er auch sonntags vorbei und schaue zu, wenn der Kunstverein AK 68 hier tätig wird. Für seinen Kumpel ist es das erste Mal, dass er sprüht. Es fehlt noch die Inspiration für Bilder, sagt er, aber Spaß hat er auf jeden Fall. Auch wenn es dann „nur“ ein Smiley wird, der an der Wand zu sehen ist.

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Steffinger ist froh, dass die Jugendlichen hier die Möglichkeit haben, kreativ zu werden. In Corona-Zeiten gibt es nicht mehr viele Freizeitangebote. „Ich hoffe, diese Chance, hier Wände zu gestalten, bleibt uns noch lange erhalten.“ Auch sie selbst sprüht mit, ihr Werk ist eine Sprechblase mit den Worten „Kunst ist für alle da.“ Na, wenn das so ist, kann es mir ja egal sein, ob das Bild einen präzise aufgesprühten Spiderman oder einen verlaufenen Schmetterling zeigt.

Nach eineinhalb Stunden ist Schluss

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Doch trotz aller Freude, nach eineinhalb Stunden ist Schluss für mich. Das ständige Drücken der Dose wird dann doch zu anstrengend. Da muss ich noch ein paar Muskeln aufbauen, bevor ich bei der nächsten Aktion mitmachen kann. Dann komme ich aber mit Kontaktlinsen.

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