Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


60 bis 80 Wohnungen denkbar

Jetzt Streetart, später Wohnungen: Ideenwettbewerb für die alte Essigfabrik in Wasserburg

Derzeit eine gefragte Location für Kreative: die alte Essigfabrik Wasserburg.
+
Derzeit eine gefragte Location für Kreative: die alte Essigfabrik Wasserburg.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
    schließen

Graffiti, Theater, Circus, Festivalbetrieb – derzeit ist das Areal der ehemaligen Essigfabrik der Firma Burkhardt eine gefragte Location für Streetart, Kreativität und Lebensfreude. Im Herbst 2022 wird die Abrissbirne kommen – und mit ihr die Lösung für ein Wasserburger Problem.

Wasserburg – Nun hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, für die Bebauung des Areals einen Ideenwettbewerb durchführen zu lassen - und folgt damit der Empfehlung des Bauausschusses. Schon bei ISEK war diese wertvolle Fläche Thema.

Hanglage und Hochwassergefahr

Eigentümer sind die Stadt Wasserburg und die Heilig-Geist-Stiftung. Robert Mayerhofer vom Amt für Liegenschaften erklärte, die Stadt strebe keinen Realisierungswettbewerb an, „sondern will das Heft für die Umsetzung selbst in der Hand behalten“. Er sprach die Besonderheiten des Grundstückes an, etwa die Hanglage, die Verschattung, den Grundwasserstand, die Hochwassergefahr durch die Nachbarschaft zum Inn, die Nähe zum Biotop FFH-Gebiet „Leitenhang“, die Emissionen vom Schöpfwerk, die Erschließung und die Verkehrsanbindung sowie die vorhandenen Leitungstrassen (dürfen nicht überbaut werden) an. Eine Tiefgarage sei nicht möglich, daher braucht es ein Parkdeck. Angedacht sei eine zentrale Wärmeversorgung. Ein Kfw40-Standard sei angestrebt und mit der energetisch passenden Gebäudehülle realisierbar.

Auch interessant: Öffentliche Kunst in Wasserburg: Ein Panzer gibt noch keine Loveparade

Die notwendigen Bodenuntersuchungen seien bereits erfolgt. Das Areal bestehe aus drei Teilflächen. Vorgesehen sei hier, so Mayerhofer ein „allgemeines Wohngebiet“. Zudem nannte er verschiedene Fördermöglichkeiten.

Das Theater Wasserburg spielt an der alten Essigfabrik „Die Nashörner“ und nannte das Areal „Rhinodrom“.

Um den Ideenwettbewerb auszuloben, müssen die Ziele klar definiert sein, etwa dass sozialer Wohnungsbau und bezahlbares Wohnen zentrale Themen seien.

Michael Leidl von „Arc Architekten“ aus Bad Birnbach, hat als Stadtplaner Wasserburg schon mehrfach beraten. Er erläuterte, das Areal sei nicht ganz ein Hektar groß und eigne sich auch für eine dichtere Bebauung. 60 bis 80 Wohnungen seien vorstellbar.

Lesen Sie auch: Kreativer Trubel in Wasserburg zur Veranstaltung „die letzten 120 Tage Essigfabrik“

Ob die Stadt und die Stiftung alleinige Bauherren bleiben, oder man eine Wohnbaugenossenschaft an Bord holt, sei noch offen und jetzt nicht relevant.

Absurdes Theater mit „Die Nashörner“, ein Circus und Graffiti an der alten Essigfabrik.

Leidl erläuterte das Wettbewerbsverfahren, das eine Jury aus Architekten, Landschaftsplanern und Akteuren aus Verwaltung und Stadtrat begleite und unterschiedliche Lösungsvorschläge von verschiedenen Planungsbüros bekomme. So ergeben sich viele Ansätze. Weil es ein Ideenwettbewerb sei und kein Realisierungswettbewerb, gebe es keine Auftragsgarantie. „Das führt zu einer gewissen Zurückhaltung seitens der Büros, wenn es um die feinen Details geht.

Interessant: Theater Wasserburg spielt „Die Nashörner“: Sinnfrei und trotzdem unterhaltsam

So bieten sie noch keine urheberrechtlich relevanten Leistungen an“, so Leidl. Auf Nachfrage von Norbert Buortesch (Bürgerforum) sagte er, die Büros machen bei solchen Ausschreibungen mit, wenn die Aufgabe spannend ist und wenn es was zu lernen gibt – wie bei der Essigfabrik. Oder wenn der Auftraggeber interessant sei und wenn der Kriterienkatalog gut ausgelobt sei. Preise gebe es für die ersten drei besten Entwürfe, die Gelder orientieren sich an den Richtlinien der Architektenkammer.

Stencils im Stil von Banksy sind an der alten Essigfabrik zu finden.

Das könnte Sie auch interessieren: Wenn der Lehrer mit Hilfe der Schüler Graffiti sprüht - in Wasserburg ist das ganz legal

Heike Maas (CSU) sprach Studentenwohnungen für die Akademie der Sozialverwaltung an, die man hier mit einplanen sollte. Sie habe hier die unattraktive, schattige Hangseite im Visier. Sie sprach auch einen möglichen Grundstückstausch zwischen Freistaat und der Stadt zum Ausbau des Parkhauses Überfuhrstraße an. Da es sich bei der Akademie um eine Aus- und Fortbildungsstätte im Bereich des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales handelt, muss sich der Freistaat äußern. „Dieser ist eingebunden“, so Bürgermeister Michael Kölbl (SPD). Mayerhofer warnte, „heute nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Eine verdichtete Wohnbebauung schließt studentische Nutzung nicht aus“.

Abriss im Oktober 2022

„Wasserburg hat einen massiven Wohnungsnotstand“, stellte Friederike Kayser-Büker (SPD) heraus. Edith Stürmlinger (Bürgerforum) bat, im Sinne der Kulturschaffenden auf dem Areal, den Abriss möglichst spät zu machen. „Es wird Oktober 2022“, so Kölbl.

Mehr zum Thema

Kommentare