Spendetermin am 21. Januar

„Es war eine Achterbahnfahrt“: Blutspendedienst Wasserburg zieht Bilanz nach einem Jahr Pandemie

Das Blutspendeaufkommen im vergangenen Jahr war ein stetiges Auf und Ab, insgesamt ist der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuz aber zufrieden.
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Das Blutspendeaufkommen im vergangenen Jahr war ein stetiges Auf und Ab, insgesamt ist der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuz aber zufrieden.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Blutspenden in Corona-Zeiten – Patric Nohe, Pressesprecher des Blutspendediensts des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), findet einen treffenden Vergleich: „Das vergangene Jahr war eine Achterbahnfahrt“ – mit Höhen und Tiefen.

Wasserburg – Ausgelöst wurde die Achterbahnfahrt, so Nohe, durch den ersten Lockdown, dann durch die Unsicherheit und schließlich durch eine Welle der Solidarität. Am 21. Januar ist wieder Blutspendetermin in Wasserburg.

Im Januar 2020 hätten sich die Zahlen sehen lassen, so Nohe. „Wir hatten einen guten Start.“ Dann kam der erste Lockdown. „Das war auch für uns eine neue Erfahrung.“ Plötzlich war es dem Blutspendedienst nicht mehr möglich, die gewohnten Räumlichkeiten aufzusuchen, denn meist waren die Hallen geschlossen oder entsprachen nicht den Hygiene-Standards. „Wir konnten nicht mehr in die üblichen Schulen und Turnhallen.“ Auch in Wasserburg musste das BRK auf einen anderen Ort ausweichen.

Wegen der Corona-Regeln zog das BRK um

Bisher kam der Blutspendedienst in die Grundschule am Gries, wie Florian Abt, Gebietsleiter des Blutspendediensts, erklärt. Der letzte Termin wurde dort im März abgehalten. Danach ist der Dienst in die größere Badria-Halle umgezogen. Grund hierfür seien laut Abt vor allem die Abstandsregelungen gewesen. 

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Durch die neue Situation sei es nach dem ersten Lockdown zu einer Knappheit des Blutes gekommen. „Das habe ich so tatsächlich noch nie erlebt“, so Nohe. Es sei „Spitz auf Knopf“ gewesen.„Obwohl Blutspenden auch normalerweise strengen Hygienestandards unterliegt, konnten wir einfach nicht genügend Termine anbieten.“

Auch die Angst war verantwortlich

Ein weiterer Grund sei auch die Angst vieler Spender gewesen. „Natürlich sind erst einmal alle zuhause geblieben, weil sie nicht wussten, was das ist.“ Die Situation war angespannt, wie Nohe offen zugibt. Das Gefährliche daran: „Wir können das Blut nur für etwa 42 Tage lagern.“ Auch in Wasserburg waren die Zahlen zum Teil sehr niedrig, wie Gebietsleiter Abt erklärt. Waren beim Termin im Januar noch 220 Personen anwesend, von denen 201 tatsächlich gespendet haben, so sank die Zahl im März auf 192 Anwesende, mit 165 tatsächlichen Spendern. 

Durchshnittliche Spenderzahl in Wasserburg gestiegen

Zwar war auch der Bedarf nach Blut nicht so hoch, weil die meisten geplanten Operationen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurden, „aber das meiste Blut geht an chronisch Kranke, vor allem Krebspatienten“, so Nohe, „und die hatten auch in der ersten Lockdown-Phase Bedarf.“

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Nach dem Aufruf  im Frühjahr wurde der Blutspendedienst von einer Welle der Solidarität überrollt. „Wir hatten viele Spender, auch sehr viele Erstspender waren dabei.“ Dies war auch nötig. „Die Krankenhäuser bekamen grünes Licht und die verschobenen Operationen wurden langsam wieder nachgeholt“, so Nohe, „es wurde wieder mehr Blut gebraucht.“ 

Auch Abt bestätigt einen Anstieg der Blutspenderzahlen. Zwar war das Aufkommen im Juli am geringsten für das Jahr 2020. „Das lag wahrscheinlich an der Urlaubszeit, da sind die Leute nach dem Lockdown weggefahren und wollten raus.“ Insgesamt sei die Zahl jedoch angestiegen.

Insgesamt ist die Anzahl von Blutspenden in Wasserburg im vergangenen Jahr gestiegen, auch dank dem corona-bedingten Umzug in die Badria-Halle.

„2019 hatten wir einen Durchschnitt von etwa 190 Spendern pro Termin in Wasserburg, zurzeit sind wir bei 228“. Das liege auch an dem Umzug in die Badria-Halle. „Die Grundschule war nie ein optimaler Standort, jetzt haben wir mehr Platz.“ Der Standort werde deshalb auch nach Corona beibehalten, „also, wenn die Zeiten wieder normal sind.“ 

Trotz allem ein positives Jahr, auch in Wasserburg

Auch Nohe zieht insgesamt eine positive Bilanz - trotz „Achterbahnfahrt“. „Wir haben ein Jahr Pandemie überstanden ohne, dass jemand leiden musste, weil das Blut ausging. Es war zum Teil knapp, aber wir haben es hingekriegt. Dank der vielen Spender.“ Das sei eine tolle Leistung, er ermutigt außerdem die Menschen, weiterhin spenden zu gehen. „Es ist wirklich sicher. Wir haben ein gutes Hygienekonzept.“ 

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Blutspenden in Corona-Zeiten: Darauf müssen Sie achten

Um Wartezeiten zu reduzieren und den Abstand zu gewährleisten, bittet der Blutspendedienst Wasserburg um vorherige Anmeldung unter www.blutspendedienst.com/wasserburg. Die Anmeldung ist inzwischen auch für Erstspender möglich. Der nächste Termin findet heute, am 21. Januar, zwischen 15.30 und 20.30 in der Badria-Halle statt. Es herrscht Maskenpflicht. Weiter Infos unter www.blutspendedienst.com oder unter Telefon 0800/11 949 11.

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