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Besuch auf der Baustelle

Es läuft beim Rotter Schulhausbau - Warum der Bürgermeister dennoch selbstkritisch ist

Bürgermeister Daniel Wendrock und Schulleiterin Manuela Strobl vor der imposanten Lüftungsanlage.
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Bürgermeister Daniel Wendrock und Schulleiterin Manuela Strobl vor der imposanten Lüftungsanlage.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Keine Lieferschwierigkeiten, keine Kostenexplosion: Rott könnte mit dem Neubau der Schule vollends zufrieden sein. Beim Baustellenbesuch reflektiert Bürgermeister Daniel Wendrock dennoch selbstkritisch.

Rott am Inn – Die neue Rotter Schule: Von außen sieht sie noch nach Baustelle aus. Das Gerüst steht noch, die Arbeiten im Garten haben gerade erst angefangen. Ein Gang durch die Tür zeigt jedoch: Der Innenausbau liegt in den letzten Zügen. Möglicherweise noch in diesem Schuljahr soll das Gebäude bezogen werden. Grund genug, einmal einen Blick hinein zu wagen.

Von außen sieht es nicht so aus, doch der Innenausbau der Rotter Schule ist beinahe fertig.

Umzug noch in diesem Schuljahr

Bürgermeister Daniel Wendrock blickt sich zufrieden um. Der E-Strich ist beinahe überall getrocknet, die Lüftungsanlage für das Passivhaus installiert, die Pellets-Heizung im Keller arbeitet und versorgt bereits jetzt die Turnhalle. Aktuell, erzählt er, werde der Boden verlegt. In der Aula und der rechts daneben anschließenden Mensa stapeln sich dafür die Platten. Die Küche hinter der Mensa und die Toilettenbereiche sind bereits gefliest. „Eigentlich fehlt nur noch die IT“, erklärt Wendrock mit einem zufriedenen Lächeln. „Das ist das letzte Gewerk, das wir vergeben müssen.“

Kostenrahmen eingehalten

Es läuft gut in Rott, das ist das Fazit. Lieferschwierigkeiten habe es trotz Corona kaum gegeben. Auch von explodierenden Baupreisen sei man bisher verschont geblieben. Aktuell sei man sogar noch unter der Kostenschätzung von 19 Millionen Euro, um etwa 300.000 bis 400.000 Euro. „Ich bin guter Dinge, dass wir den Rahmen auch in etwa einhalten werden.“ Einem Umzug der 350 Schüler und 40 Lehrer noch in diesem Schuljahr, etwa in den Oster- oder Pfingstferien steht somit höchstwahrscheinlich nichts im Weg. Lediglich der Winter könnte noch ein Problem werden. „Ich weiß nicht, ob wir bis Januar tatsächlich im Außenbereich fertig werden“, sagt Wendrock, „dann müssen wir uns was für den Bus überlegen.“ Der soll nämlich zukünftig auf dem Schulgelände halten und bekommt dafür einen eignen Wendehammer. „Aber das werden wir regeln können.“

Eigentlich also ein Grund restlos glücklich zu sein über das gelungene Großprojekt „Schule“ und dennoch fehlt es beim Baustellenbesuch nicht an Selbstkritik. Denn ein paar Wünsche müssen doch unerfüllt bleiben.

Von der Galerie im ersten Stock lässt sich in die Eingangshalle blicken.

Reine Flurschule

„Das ist eine reine Flurschule“, stellt Wendrock nüchtern fest. Das heißt: Rechts und links reihen sich im ersten und zweiten Stock die Klassenzimmer aneinander. Die Aufteilung orientiert sich am Prinzip Frontalunterricht. Räume für Gruppenarbeiten, wie sie in den vergangenen Jahren in der Pädagogik immer beliebter wurden, gibt es hier kaum. „Die ersten Pläne sind vor sechs oder sieben Jahren entstanden“, erklärt Wendrock, würde man heute erneut in die Planung starten, sähe die Schule wohl etwas anders aus.

Das bestätigt auch Schulleiterin Manuela Strobl. Als die Planungen starteten, war sie noch nicht als Direktorin tätig, konnte ihre Ideen also nur bedingt einfließen lassen. Mit der Raumaufteilung sei sie deshalb nicht ganz zufrieden. „Es wird eine tolle Schule, keine Frage“, sagt Strobl, „aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätten wir mehr größere Räume für Gruppen- und Projektarbeiten.“

Eines von drei großen Klassenzimmer. Hier wird eine Trennwand installiert.

Drei Räume mit Trennwänden

Wobei die Gemeinde ihr bereits entgegengekommen sei, setzt Strobl hinzu. Drei Räume seien nun mit Trennwänden statt einer festen Mauer ausgestattet. Zudem wurden ihr vier so genannte Differenzierungsräume zugestanden, die etwa für Religionsunterricht oder als zweiter Raum für die Ganztagsklassen zur Verfügung sollen.

Ob der Verwaltungstrakt mit Sekretariat, Lehrerzimmer und Büro der Schulleitung im dritten Stock richtig untergebracht ist, auch darüber ließe sich diskutieren. „Ich wäre lieber mitten im Geschehen, nicht so hoch über allem“, sagt Strobl. Wendrock nickt. Er könne die Kritik durchaus verstehen. „Das war damals die Empfehlung des Brandschutzbeauftragten, um den Fluchtweg für die Kinder gering zu halten.“

Stiftung Attl betreibt Kinderhort

Auch über den integrieren Kinderhort, der im Tiefparterre – gemeinsam mit den Fachräumen für Werken und Textilarbeit – untergebracht ist, gehen die Meinungen der beiden auseinander. „Ich hätte lieber eine offene Ganztagsklasse gehabt“, sagt Strobl. Alles in einem, das wäre ihr lieber gewesen. Günstiger wäre es ebenfalls gewesen, setzt Wendrock hinzu. „Aber jetzt ist es, wie es ist“, sagt er. Außerdem werde die Stiftung Attl den Hort mit Sicherheit gut betreiben und das Interesse der Eltern sei groß. Zwei Gruppe gebe es schon.

HIer soll im Erdgeschoss die Mensa mit 100 Plätzen entstehen.

Und bei aller Selbstkritik, dass es eine tolle neue Heimat für die Rotter Schüler sein wird, davon sind Strobl und Wendrock trotzdem überzeugt. „Das wird hier richtig schön heimelig“, sagt Wendrock. Zumal es für manche Wünsche es dann doch noch eine Lösung gibt. „Ich stehe einfach jeden morgen auf der Galerie und rufe Jedem guten Morgen zu“, sagt Strobl schmunzelnd, dann sei sie doch im Getümmel.

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