Es hat gefunkt – vom Obernhofer Höhenrücken in Schnaitsee bis nach Texas

Der Funkmast sorgt für die Verbindungen, das Windrad für den Strom, sodass Ada (links) und Luca die Welt nach Schnaitsee holen können.
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Der Funkmast sorgt für die Verbindungen, das Windrad für den Strom, sodass Ada (links) und Luca die Welt nach Schnaitsee holen können.

„Die Lage hier am Obernhofer Höhenrücken ist für unseren Funkwettbewerb optimal. Wir haben nach allen Himmelsrichtungen freie Bahn für unsere Kurzwellen“, begründete Funker Tobias von Rad vom Ortsverband Vaterstetten seine Platzauswahl für den Kurzwellenfunkwettbewerb des Deutschen-Amateur-Radio-Clubs. Hier ist schon der Nachswuchs aktiv.

Von Josef Unterforsthuber

Schnaitsee – Am nördlichen Rad der Windkraftanlage Schnaitsee hatte das sechsköpfige Team der Funkamateure sein Lager für den 24-Stunden-Wettbewerb aufgebaut. Die 652 Höhenmeter auf dem höchsten bewohnten Punkt des Alpenvorlandes boten eine Erfolgsgarantie für den Wettbewerb, bei dem über den Zeitraum von 24 Stunden so viele Stationen wie möglich weltweit erreicht werden sollten. „Dieser Funkwettbewerb liegt auch einem Notfallgedanken zugrunde. Bei Orkanen, bei Hochwasser, weiteren Katastrophen und wenn dann auch noch das Handynetz ausfällt, soll der Funk die Kommunikation für die Bevölkerung gewährleisten“ erläuterte von Rad. Dabei ist es auch wichtig, dass die Funkstation mit einer eigenen Stromversorgung wie mit Batterien, einem Generator oder Solarzellen arbeitet. Dazu fand das Team in Schnaitsee mit der Windkraftanlage die idealen Verhältnisse. „Dafür danken wir Alois Graßl, der uns ermöglichte, hier den Strom anzuzapfen. So „grün“ wie wir an diesem Wochenende mit Windstrom funken, hatten wir das noch nie.“

Jugend kennt sogar das NATO-Alphabet

Von Rad erzählte auch, dass die Nachwuchsarbeit im rund eine halbe Million Mitglieder zählenden Radio-Club eine große Rolle spielt. „So sind jetzt bei diesem Wettbewerb bereits die neunjährige Ada mit dem Ausbildungsrufzeichen DN1ADA und der siebenjährige Luca mit dem Zeichen DN1LR dabei.“ Stolz erzählten die Nachwuchsfunker, dass sie eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur abgelegt haben, die ihnen das Funken erlaubt. Beide kennen auch das NATO-Alphabet auswendig und die wichtigsten Worte in der Funksprache Englisch. Tobias nennt einen eisernen Grundsatz: „Ohne Prüfung kein Funk“.

Beim Wettbewerb geht es um den Austausch von Rufzeichen. Diese werden in ein Logbuch eingetragen. „Hier geht es weniger um den Sieg. Vielmehr prägt die Leidenschaft unser Hobby.“ So standen den jungen Funkern schlaflose Nächte bevor. Beim Probedurchlauf waren schon Stationen in Australien und Texas erreicht worden.

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