Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Das sind ihre Pläne

Erstmals in 100 Jahren: Eine Frau wird Vorsitzende des Trachtenvereins Chiemgauviertler

Maria Höhne ist die erste Frau an der Spitze des Chiemgau-Alpenverbands.
+
Maria Höhne ist die erste Frau an der Spitze des Chiemgau-Alpenverbands.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
    schließen

Zum ersten Mal in einem Jahrhundert Vereinsgeschichte steht eine Frau an der Spitze. Was Maria Höhne aus Amerang alles vorhat.

Amerang – Der Trachtenverein „Chiemgauviertler“ Amerang hat als Mitglied des Chiemgau-Alpenverbandes für Tracht und Sitte mit Maria Höhne erstmals in seiner 100-jährigen Vereinsgeschichte eine Frau an der Spitze. Die Trachtlerin ist Nachfolgerin von Georg Westner, der inzwischen als stellvertretender Landeskassier der Vorstandschaft des Bayerischen Trachtenverbandes angehört.

Die Wasserburger Zeitung spricht mit Maria Höhne über ihre bisherigen Tätigkeiten und Ziele.

Wie sind Sie zum Thema Tracht gekommen?

Ich habe mit fünf Jahren angefangen, im Trachtenverein zu tanzen. Schon am Anfang meiner aktiven Zeit, habe ich die Jugendleiter bei den Proben unterstützt. 18 Jahre war ich dann selber als zweite, später als erste Jugendleiterin im Amt. Dann auch noch als Beisitzerin und Trachtenwartin. Neun Jahre war ich auch beim Chiemgau-Alpenverband stellvertretende Gaujugendleiterin und drei Jahre als Trachtenwartin dabei.

Vor drei Jahren habe ich dann das Amt als stellvertretende Vorsitzende übernommen, bevor ich jetzt zur Ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Welche Frauen waren schon vor Ihnen als Erste Vorsitzende bei Gauen oder Chiemgauer Vereinen aktiv?

Höhne: Aktuell haben mit Elisabeth Hilger aus Rottau und Marianne Jauernig aus Feldwies, noch zwei Frauen den Vorsitz inne. Neu ist Doris Noichl vom Grassauer Trachtenverein und Marianne Hinterbrandner vom Altbayrisch-Schwäbischen Verband war die Erste Gauvorsitzende. Es gibt also nicht so viele Vereine, die in weiblicher Hand liegen.

Die erste Frau in diesem Amt in Ihrem Verein. Was machen Sie anders?

Höhne: Bei uns im Verein war des zumindest in de letzten 40 Jahr noch nie ein Problem, wenn eine Frau ein Amt übernommen hat. Natürlich werde ich das eine oder andere anders machen, wie meine Vorgänger – das liegt aber mehr an den unterschiedlichen Persönlichkeiten, nicht am Geschlecht. Wichtig ist das Miteinander im Verein. Alleine kann ich ihn nicht führen – ich brauche die Unterstützung von allen Mitgliedern. Und da ist es hoffentlich egal, ob ich Manderl oder Weiberl bin.

Wie hat sich Corona in den beiden vergangenen Jahren auf das Vereinsleben ausgewirkt?

Höhne: Es waren schwierige Zeiten, wobei es grundsätzlich schon auch gut war, den ganzen Stress und die Hektik des Alltags zu vergessen und zur Ruhe zu kommen. Im Verein haben wir de Zeit genutzt und unseren Probenraum hergerichtet, was bei normalem Vereinsbetrieb wahrscheinlich nie so gut funktioniert hätte.

Die Jugendleiter haben jede Möglichkeit genutzt, in irgendeiner Form eine Trachtenprobe abzuhalten. Von daher können wir uns momentan nicht beklagen, über die vielen Kinder, die bei den Proben dabei sind. Und wir sind immer auf der Suche nach Buben.

Unser 100-jähriges Jubiläum 2021 haben wir leider nur mit zwei Veranstaltungen feiern können. Die waren dafür umso schöner.

Was sind Ihre vorrangigsten Themen für die Chiemgauer Heimat- und Brauchtumspflege?

Höhne: Wir müssen unbedingt wieder Bräuche pflegen auch auch dürfen, so wie vor der Pandemie. Manche Feste waren gar nicht mehr möglich, wie das Gaufest- oder der Gauball oder die Wallfahrt. Die gehören aber untrennbar mit in unser Trachtenjahr. Und was ist ein Maibaum, der nur schnell mit dem Kran aufgestellt wird? Da gehört vom Stehlen bis zum gemeinsamen aufstellen und feiern alles dazu. Gerade das Miteinander von unseren Bräuchen macht doch einen Trachtler aus.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

Freuen Sie sich schon auf das Gautrachtenfest in Schleching (Traunstein)?

Höhne: Endlich wieder eine frische Mass mit Leuten trinken, die ich teilweise schon drei Jahre nicht mehr getroffen habe – da freue ich mich wirklich drauf.

Mehr zum Thema

Kommentare