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Das erste Wärmecontracting in Wasserburg ist ein Leuchtturmprojekt

Symbolisch nehmen Bürgermeister Michael Kölblund Markus Pöhmerer (links, Eigentümergemeinschaft) das BHKW in Betrieb. Die Anlage, die der Kern des Wärmecontractings ist, läuft bereits seit über 350 Betriebsstunden.
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Symbolisch nehmen Bürgermeister Michael Kölblund Markus Pöhmerer (links, Eigentümergemeinschaft) das BHKW in Betrieb. Die Anlage, die der Kern des Wärmecontractings ist, läuft bereits seit über 350 Betriebsstunden.
  • Andrea Klemm
    VonAndrea Klemm
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„Das ist ein Leuchtturmprojekt für die Stadt Wasserburg und die Stadtwerke. Zum ersten Mal ist uns die Umsetzung eines Wärmecontractings gelungen und damit haben die Stadtwerke ein neues wichtiges Geschäftsfeld“, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl bei der Inbetriebnahme.

Wasserburg – In der Technikzentrale der Wohnungseigentümergemeinschaft Neustraße/Knoppermühlweg beschreibt Bürgermeister Michael Kölbl die Win-Win-Situation für die Stadtwerke und die Eigentümergemeinschaft des 54-Parteienhauses. „Technik und Wartung muss die Eigentümergemeinschaft nicht selber machen und legt diese Verantwortung in die Hände der Stadtwerke.

Rundum-Sorglos-Paket

Dadurch hat sie ein Rundum-Sorglos-Paket“, so Kölbl. Er sprach von „hocheffizienter Wärme und Stromerzeugung mit einem realen Wirkungsgrad von 95 Prozent“. Zum Vergleich: Ein Kohlekraftwerk hat einen Wirkungsgrad von etwa 38 Prozent. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller des Gebäudes läuft mit einer elektrischen Leistung von 8,6 kW und erbringt eine thermische Leistung von 20 kW.

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„Damit kann in erheblichem Ausmaß zur Wärmeversorgung der Liegenschaft beigetragen werden“, erklärt Josef Allio, Klimaschutzmanager der Stadtwerke.

95.000 Euro investiert

Zudem produziere das BHKW hocheffizient Strom für etwa 20 Haushalte. Die Stadtwerke haben 95 000 Euro in die Anlage investiert.

Markus Pöhmerer ist als Vertreter der Eigentümergemeinschaft dabei. Ihm falle ein Stein vom Herzen, dass das Projekt endlich, nach etwa zehn Jahren „Leidensweg“ umgesetzt werden konnte. Verschiedene Ingenieurbüros rechneten sich die Finger wund, die PV-Anlage am Dach wurde damals abgelehnt. Immer wieder scheiterte das Vorhaben.

Pöhmerer ist immer dran geblieben

„Doch ich blieb dran, wenn ich auch belächelt wurde von mancher Seite“, so Pöhmerer, der jetzt sehr erleichtert ist.

Glück war für ihn, als 2018 ein Gesetz herauskam, das erlaubt, den im Haus produzierten Strom einzuspeisen und zu verkaufen. „Damit wurde es wirtschaftlich endlich interessant“, so Pöhmerer weiter.

Im Nebenraum der Technikzentrale befinden sich große Gasbrenner, die fangen die Spitzen ab, wenn zum Beispiel alle Mieter morgens um 6 zeitgleich duschen wollen, erklärt Marius Regler, Chef der Stadtwerke.

Das Blockheizkraftwerk laufe in einem günstigen Betriebsmodus, nämlich 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr. Zwei Wasserspeichertanks puffern die Energie tagsüber, so Regler.

Strom wird ins Wasserburger Netz eingespeist

Zusätzlich gibt es zur Kalkschutzanlage im Gebäude eine "Biocat"-Anlage.

Kölbl stellt fest, der Gesetzgeber habe es schlussendlich mit der Erlaubnis zum Stromverkauf möglich gemacht, dass dieses Contracting überhaupt zustande kommen konnte, denn es musste sich ja wirtschaftlich für Stadtwerke und Eigentümergemeinschaft darstellen lassen. 3000 kWh regenerativ erzeugte Energie werden aus dem BHKW ins Wasserburger Netz eingespeist.

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