Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Erste Ideen sprudeln beim „Kick-Off“

Fast 100 Teilnehmer schmieden Pläne für Spielplatz und Jugendtreff in Gars

Bürgermeister Robert Otter lässt sich von den Kindern ihr Werk erklären.
+
Bürgermeister Robert Otter lässt sich von den Kindern ihr Werk erklären.
  • VonBruno Münch
    schließen

Fast 100 Jugendliche, Kinder und Eltern waren dabei: beim Anstoß für einen zweijährigen Prozess, bei dem Kinder und Jugendliche zusammen mit dem Bildungsnetzwerk Kreativo ihre Ideen für einen neuen Spielplatz und einen Jugendtreff verwirklichen sollen. 30.000 Euro Fördermittel stehen zur Verfügung.

Gars – In gespannter Erwartung fanden sich fast 100 Jugendliche, Kinder und Eltern auf dem Rathausplatz ein, um sich einen sonnigen Nachmittag lang diskutierend und werkelnd kreativ zu betätigen: Nicht weniger als die Neugestaltung des Garser Spielplatzes und die Erarbeitung eines Konzepts für einen Jugendtreff standen auf dem Programm. Eingeladen hatten Bürgermeister und Gemeinderat, die in Kooperation mit dem Kreisjugendring und dem Bildungsnetzwerk Kreativo das „Kick-Off Beteiligungsprojekt“ im Rahmen einer zweijährigen „Zukunftswerkstatt“ ins Leben gerufen hatten.

Eine „Motzrunde“ für alles, was schief läuft

So startete ein für alle Beteiligten kurzweiliges, professionell gestaltetes Programm: Sozialkompetenztrainer Stefan Asenbeck, der seit 20 Jahren mit seiner Firma Kreativo in der Spielplatzgestaltung tätig ist, sein Mitarbeiter Andreas Obermeier und Sophia Aigner vom Kreisjugendring brachten Kinder und Jugendliche unterhaltsam und spielerisch dazu, kreativ tätig zu werden. Die Sechs- bis 12-Jährigen modellierten zusammen mit Eltern „ihren“ neuen Spielplatz in Miniatursandkästen.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

Die 13 bis 18-Jährigen fanden sich im Sitzungssaal ein, um in moderierter Gesprächsrunde Ideen für einen Treffpunkt zu entwickeln, der Bedürfnissen von Jugendlichen wirklich gerecht wird. Der Gruppenarbeit vorausgegangen war eine „Motzrunde“, in der alle Anwesenden loswerden konnten, was in Gars fehlt oder schiefläuft. Die Entwicklung der Ideen unterlag dann auch keinerlei Beschränkungen.

Ideenschmiede für Spielplatz und Jugendtreff in Gars gut besucht

Bild von Ideenschmiede für Spielplatz und Jugendtreff in Gars
Bild von Ideenschmiede für Spielplatz und Jugendtreff in Gars
Bild von Ideenschmiede für Spielplatz und Jugendtreff in Gars
Ideenschmiede für Spielplatz und Jugendtreff in Gars gut besucht

Im Gegenteil, das vorgabenfreie Mitgestalten der Kinder und Jugendlichen ist sogar eine Vorbedingung der Geldgeber für dieses „Mitbestimmungsprojekt“. So kam auch alles zur Sprache, vom ärgerlichen Hundehaufen bis zur Eisdiele auf dem Spielplatz und vom Wunsch, dass es keine „nervigen Erwachsenen“ geben möge, die Jugendlichen „ständig sagen, was man darf und was nicht“ bis hin zum Bauwagen mit Kochmöglichkeit und Soundanlage.

Die Jugendlichen besprachen ihre Anliegen in einer moderierten Runde im Sitzungssaal des Garser Rathauses.

Nach der Arbeitsphase traf man sich – gestärkt durch Popcorn und Getränke – wieder auf dem Versammlungsplatz. Gruppensprecher trugen anhand großer Plakate die Ergebnisse vor, die auf viel Zustimmung stießen.

Zwei Jahre Zeit für Entwicklungsprozess

Stefan Asenbeck informierte über den weiteren Verlauf bis zur Verwirklichung der beiden Projekte. In einem zweijährigen Prozess wird eine aus Kindern und Jugendlichen bestehende Projektgruppe zusammen mit Kreativo die Ideen bearbeiten und schrittweise verwirklichen.

Sozialkompetenztrainer Stefan Asenbeck erklärt die Aufgabenstellung auf dem Platz hinter dem Garser Rathaus.

Am Rand der Veranstaltung teilte Bürgermeister Otter (parteiunabhängig) mit, dass insgesamt 30.000 Euro Fördermittel zur Verfügung stehen, der wesentlich geringere Anteil der Gemeinde sei durch eine Spende gesichert und sogar Eigenleistungen würden von den Geldgebern honoriert.

Projektleiter Stefan Asenbeck (graues T-Shirt) erklärt die Aufgabenstellung.

Zum Ausklang des Nachmittags stellte Projektleiter Asenbeck fest, dass man programmgemäß nichts Fertiges habe, nur „Futter“ für den künftigen Entwicklungsprozess. Zu weiteren Zusammenkünften werde wieder eingeladen.

Feuer und Flamme für die Spielplatzoffensive in Gars:

Stella Luwali (47) und Clemens Wimmer (7)

Stella Luwali berichtet: „Meine beiden Söhne (sieben und elf Jahre) waren gleich Feuer und Flamme, als sie von dem Projekt hörten. Ich finde super, dass Kinder und Eltern die Möglichkeit haben, sich einzubringen. Die Kinder bekommen ein anderes Bewusstsein durch ihre Mitarbeit und werden den fertigen Spielplatz mehr wertschätzen. Clemens: „Das Bauen für den Spielplatz macht mir Spaß. Wir haben ein Netz zum Klettern gebaut.“

Ralf Schmidt (43) und Emely (9)

Ralf Schmidt erklärt: „Es ist eine super Idee, dass die Kinder ihren eigenen Spielplatz planen und mitbauen können! Sie werden selbst aktiv und können Kreativität entwickeln. Es wäre schön, wenn das zu einer Art Pilotprojekt auch für Gars Bahnhof werden könnte.“

Emely: „Mir gefällt es gut hier, wir haben alle für den Spielplatz gebaut: eine Eisdiele, eine Schaukel, eine Seilbahn, eine Hängebrücke und einen See.“

Moritz Otter (16)

Moritz Otter bestätigt: „Es ist eine ganz wichtige Sache, dass jetzt etwas für die Jugendlichen in Gars entsteht und dass das von den Verantwortlichen in die Hand genommen wird. Bisher gab es nichts, was für Jugendliche attraktiv war, deswegen mussten wir immer wieder in Nachbargemeinden fahren, um uns zu treffen. Nicht alles, was wir vorgeschlagen haben, wird umsetzbar sein, aber ich hoffe, dass sich alles positiv entwickelt.“

Sophia Aigner (24)

Sophia Aigner , Pädagogische Mitarbeiterin im Kreisjugendring, macht deutlich: „Unser Projekt läuft über drei Jahre und wir wollen Räume für die Jugend im gesamten Landkreis schaffen. Die Fördermittel kommen von der Deutschen Fernsehlotterie unter dem Motto „Zukunftswerkstatt“ und vom Bayerischen Jugendring aus dem Fördertopf „Demokratie und Partizipation“. Deswegen ist für uns grundlegend, die Jugendlichen und Kinder in jeden Schritt der Planung einzubinden. Sie müssen ihre Ideen einbringen und verwirklichen können.“

Mehr zum Thema