Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Erobert von eigensinnigen Rackern

Dackelzüchterin Therese Schrelle mit einem Rauhaardackel-Welpen.
+
Dackelzüchterin Therese Schrelle mit einem Rauhaardackel-Welpen.

"Was hilft die schönste weiße Couch, wenn man alleine draufsitzt? " fragt Therese Schrelle aus Kalteneck, und schnell wird klar, dass ihr das nicht passieren kann.

Denn erstens gibt es auf den Sitzmöbeln Überwürfe wegen der Tierhaare, und zweitens wird sie allabendlich von ihren vierbeinigen Gefährten umringt, wenn sie es sich im Wohnzimmer gemütlich macht.

Albaching - Seit 25 Jahren ist sie Dackelzüchterin, auf dem "Grundlhof" in Baumgarten ist sie geboren, und dort hat sie auch 42 Jahre lang gelebt und in der Landwirtschaft gearbeitet. Jetzt wohnt sie in einem Haus mit großem Garten im Schwalbenweg mit ihren drei Dackeldamen, darunter die zwei Zuchthündinnen Babsi und Tessa. Hinzu kommen dann noch die Welpen, die etwa alle sieben Monate geboren werden, durchschnittlich etwa fünf pro Hündin. Im Sommer-Wurf seien es allerdings gleich acht gewesen. Die meisten verkaufe sie, hin und wieder behalte sie aber auch einen. Die Dackel seien schon immer ihre "Lieblinge" gewesen, es gebe kein Bild aus ihrer Kinderzeit, wo nicht irgendwo solch ein Vierbeiner mit drauf wäre, meint Therese Schrelle lächelnd.

Gleich nebenan in der Küche fordern die acht kleinen Welpen gerade vehement ihr Abendessen. Trotzdem setzen wir das Gespräch fort.

Die kleine aber feine Zucht hat sich, auch aufgrund des Internets, mittlerweile weit herumgesprochen, die Kunden kommen aus ganz Deutschland, teilweise aber auch aus Südtirol oder Österreich. Der Dackel sei wieder "in Mode gekommen", obwohl er vor einiger Zeit vom Aussterben bedroht gewesen sei, so die Züchterin. Viele ihrer Kunden halten den Kontakt zu ihr auch nach dem Kauf und schicken öfter Fotos von den Vierbeinern, freut sich Therese Schrelle.

Jeder Käufer wird genau angeschaut

Sie schaut sich jeden Käufer genau an. "Schrecklich" sind für die Züchterin Hundehalter, die die Dackel nur für die Jagd aus dem Zwinger holen und sie dann gleich wieder reinstecken. Am liebsten vermittelt sie Tiere an trauernde Halter, denen ihr Dackel kürzlich verstorben ist und die sich wieder einen wünschen.

Kann sie die berühmt-berüchtigte Sturheit bestätigen? Therese Schrelle winkt ab. "Total lieb" seien sie. Gut, eine gewisse Eigenwilligkeit sei schon vorhanden, und man müsse sich auf jeden Fall durchsetzen können, so ihre Erfahrung. "Dackel rauh, Herrli rauh", zitiert sie einen Spruch und lacht. Dass sie schon 79 Jahre alt ist, sieht man ihr nicht an, die Durchsetzungsfähigkeit stellt sie mehrfach unter Beweis.

Nebenan jault es derweil weiter.

Schon während ihrer langen Arbeitszeit in der Landwirtschaft habe sie sich immer gewünscht, den ganzen Tag für Dackel da sein zu können, wenn sie mal in Rente ist. Diesen Traum hat sie sich erfüllt. Und obwohl das viel Arbeit bedeutet, erledigt Therese Schrelle nebenbei für das nahe Gasthaus die Bügelwäsche und geht noch auf die Jagd. Eine weitere Leidenschaft von ihr ist die Handarbeit, wobei sie vor allem gerne mit Leinen arbeitet.

Nebenan ist es mittlerweile still geworden. Wahrscheinlich sind die Welpen eingeschlafen, meint die Dackelmama und wir siedeln nun in die Küche über, wo uns 16 kleine dunkle Knopfaugen etwas müde, aber auch erwartungsvoll anschauen. Der berühmte und allseits zitierte Dackelblick lässt auch Frauchen Therese Schrelle manchmal schmelzen.

Endlich gibt es was zu essen, Spezialfutter für die Kleinen. Anschließend balgen sie zufrieden herum. Da das gerade verschlungene Futter auch wieder aus den Dackelchen rauskommen muss, hält die Züchterin immer Putzlumpen und Küchenrolle bereit, um alles gleich aufzuwischen.

Dackelleidenschaft

in Gedichtform

Rund 700 Euro koste ein Dackel, erzählt Therese Schrelle weiter. Darin inbegriffen sei die dreimalige Entwurmung, das Impfen und Chippen durch den Zuchtwart. Obwohl sie am Verkauf nicht allzuviel verdient, spürt man ihre Leidenschaft für die kleinen Vierbeiner deutlich. Und in dem Dackelgedicht, das sie selbst geschrieben hat und das jeder Dackelkäufer von ihr mitbekommt, heißt es: "Wenn i in da Fruah aufwach, oft a mit Sorgen, steht mei Dackl vor da Kammertür - is glei schöner der Morgen."

Kommentare