Nachruf

Er war Krankenseelsorger aus Berufung: Pater Rudolf Oberle aus Gars ist verstorben

Im Alter von 85 Jahren ist der Redemptorist und langjährige Präses der Marianischen Männerkongregation Pater Rudolf Oberle entschlafen.
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Im Alter von 85 Jahren ist der Redemptorist und langjährige Präses der Marianischen Männerkongregation Pater Rudolf Oberle entschlafen.
  • vonBruno Münch
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Eine Trauergemeinde aus Mitbrüdern, Ordensschwestern und Trauernden aus der Bevölkerung begleitete Pater Rudolf Oberle, der in seinem 85. Lebensjahr verstorben war, auf seinem letzten Weg zum Grab auf dem Klosterfriedhof in Gars

Gars –Im vorausgehenden Trauergottesdienst schilderte der Rektor des Klosters, Pater Josef Schwemmer, den Werdegang des Verstorbenen: Im Jahr 1935 in Würmersheim am Rhein geboren, litt Rudolf Oberle von Kindheit an unter Einschränkungen seiner Beweglichkeit und der Deutlichkeit seiner Aussprache. Über den nahegelegenen Wallfahrtsort Maria Bickesheim fand er zu den Redemptoristen, die dort damals ein Kloster hatten.

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Er besuchte das Internat in Forchheim und trat nach dem Abitur 1956 in Gars in den Orden ein. Im Jahr danach legte er dort seine Profess ab und begann an der Ordenshochschule Theologie zu studieren.

Er kümmerte sich besonders um Alte und Kranke

Mit 28 Jahren empfing er die Priesterweihe und wurde nach einem Pastoraljahr Stellvertreter des Novizenmeisters. Vier weitere Jahre verbrachte er im Kloster Cham und half dort in der Seelsorge mit. Danach war er für drei Jahre in der Diaspora-Seelsorge bei Bayreuth und zwölf Jahre in der Krankenhausseelsorge in Cham, eine Tätigkeit, die ihm besonders lag. Von 1977 bis 1987 fungierte er in der Diözese Regensburg in leitender Funktion in der Cursillo-Bewegung, die eine religiös-spirituelle Erneuerung anstrebte.

An Ordenshochschule hat Rudolf Oberle Theologie studiert

Weitere neun Jahre engagierte sich Pater Oberle in der Klosterkirche Forchheim und war für sechs Jahre Zentralpräses der Marianischen Männerkongregation (MMC). Immer sei Pater Oberle „mit großem religiösen Tiefgang“ am Lesen und Studieren gewesen, stellte Pater Schwemmer fest. Auch habe der „Rudi“ einen eigenen badischen Humor gehabt und mit dem „Schalk im Nacken“ habe es ihn immer riesig gefreut, wenn die Bayern nicht alles gleich verstanden.

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Seine letzten 18 Jahre verbrachte Pater Oberle im Kloster Gars, wo er sich als Seelsorger um die Alten und Kranken kümmerte. Er begleitete Bibel- sowie Gesprächsrunden und half in Pfarreien der Umgebung aus. Als Beichtvater war er gefragt.

Er hat sein Kreuz beispielhaft getragen

Lange Jahre zelebrierte er Messen bei den Missionsschwestern in Stadl. „Rudi hatte zu kämpfen und sich abzumühen, gerade wegen seiner Einschränkungen“, stellte Pater Schwemmer in seiner Predigt fest. Es sei ein Kreuz für ihn gewesen, das er beispielhaft getragen habe. Mit den eigenen Schwierigkeiten umzugehen, sei auch unsere Aufgabe, um auf einem guten Weg in der Nachfolge Jesu zu sein.

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Am Ende des Gottesdienstes berichtete Pater Josef Stöckl, die Barmherzigen Schwestern aus dem Waldsanatorium in Planegg seien sehr traurig, nicht zur Beerdigung kommen zu können. In großer Dankbarkeit erinnerten sie sich an ihren beliebten früheren Beichtvater und Seelsorger.

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