AUS DEM GEMEINDERAT ISEN“

Entwurf für Baugebiet Ranischberg mit 160 Wohneinheiten – Ideen kommen vom Verein Isenwerk

Rund 160 neue Wohneinheiten sollen auf 2,3 Hektar bebaubarer Fläche im neuen Isener Baugebiet Ranischberg entstehen.Büros Architekt.ur/Narr, Risk und Türk
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Rund 160 neue Wohneinheiten sollen auf 2,3 Hektar bebaubarer Fläche im neuen Isener Baugebiet Ranischberg entstehen.Büros Architekt.ur/Narr, Risk und Türk

Ein durchgehender Grünzug mit Isener Geschichtenweg, ein sanfter Übergang zum Ortsrand, Platz für ein Café: Der Planentwurf für das Gebiet Ranischberg wurde überarbeitet. Rund 160 Wohneinheiten sollen auf 2,3 Hektar bebaubarer Fläche entstehen.

Isen – Ein Jahr, nachdem die Architekten Ulrich Reiser und Elisa Scheibl zusammen mit Bauträger Markus Maier den Planentwurf für das Gebiet Ranischberg zum ersten Mal im Isener Gemeinderat vorgestellt hatten, stand der überarbeitete Bebauungsplan erneut auf der Tagesordnung. Da wegen der offenen Verkehrsanbindung noch kein Aufstellungsbeschluss erfolgen konnte, beschlossen die Räte, „mit der Planung in das Bauleitverfahren einzutreten, sobald die Anbindung an die Dorfener Straße geklärt ist“.

„Ehrenrunde hat dem Plan gutgetan“

Der neue Entwurf ist das Resultat der Zusammenarbeit der beiden Architekten Reiser (Büro architekt.ur Erding) und Scheibl (Büro Narr, Risk und Türk, Marzling) sowie des Vereins Isenwerk. Als „sehr angenehm und fruchtbar“ bezeichnete Reiser den Austausch mit der Lenkungsgruppe und dem Verein und meinte: „Die Ehrenrunde hat dem Plan gutgetan.“ Die Grundstruktur sei erhalten geblieben, strukturelle Verbesserungen und einen Gewinn an Qualität habe man bei einem Wohnraumverlust von nur drei Prozent realisieren können.

Die Änderungsvorschläge der Vertreter des Isenwerks, den Isener Architekten Geraldine Frisch und Sebastian Kruppa, führten unter anderem zu einer Verschiebung und Akzentuierung des zentralen Platzes.

„Theoretisch ist Platz für ein Café.“

Dieser sollte durchfahren werden; nun erfolgt die Verkehrsführung stattdessen über eine Umfahrung. Zusammen mit der Verschiebung nach Süden werde dadurch eine „Zentrumssituation für das ganze Gebiet“ geschaffen, erklärte Reiser und sagte zur vorgesehenen gemeinschaftlichen Nutzung: „Hier ist theoretisch Platz für ein Café.“

Aufgelöst habe man auch die „starren Strukturen“ entlang der Haupterschließungsachsen. „Durch die Reduzierung der Geschossigkeit und der Möglichkeit von Loggien, Balkonen und Wintergärten kann der Gefahr von Häuserschluchten entgegengewirkt werden“, so Reiser.

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Ein durchgehender Grünzug, der im Südteil des Baugebiets zwischen den Mehrfamilien- und Doppelhäusern vorgesehen ist, geht ebenfalls auf die Kappe des Isenwerks. Im Grünzug könne ein weiterer Vorschlag des Vereins verwirklicht werden: ein Isener Geschichtenweg, der mit Kunstwerken und Exponaten aus der Historie des Marktes bestückt werden soll.

Kleine Platzsituationen mit Baumgruppen

Auch über den Rand des Baugebiets haben sich die Architekten – auf eine Anregung des Isenwerks hin – erneut Gedanken gemacht. Die Gebietsenden münden nun in kleine Platzsituationen mit je einer Vier-Baumgruppe. Die Straßenbreite soll im Südteil auf Wegbreite reduziert werden. Um einen sanfteren Übergang zum Ortsrand zu erhalten, wurde auf ein Einfamilienhaus im Osten des Südteils verzichtet. So entstehe zudem eine zusammenhängende Fläche, die einen vergrößerten Spielplatz ermögliche, sagte Scheibl.

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Nicht umgesetzt wurde die Empfehlung des Isenwerks, die Geschossbauten im Nordteil zu tauschen. „Belichtung und Nutzung sprechen für unsere Anordnung“, sagte Reiser zur Platzierung der dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser in der Mitte. Auch ein möglicher Genossenschaftsbau und barrierefreies Wohnen wurden nicht in den Bebauungsplan aufgenommen, sondern sollen bei Bedarf über einen städtebaulichen Vertrag geregelt werden. Gemeinderat Florian Geiger (Grüne) appellierte, die beiden Themen nicht ad acta zu legen, sondern zu gegebener Zeit aufzugreifen.

Isenwerk mit „offenen Armen“ empfangen

Zufrieden mit den Ergebnissen der Zusammenarbeit waren nicht nur Bauträger Maier und seine Architekten. Auch Kruppa betonte, dass das Isenwerk mit „offenen Armen“ empfangen worden sei. Er appellierte an Gemeinderat und Verwaltung, das Isenwerk den Weg noch weiter begleiten zu lassen. Denn bevor es an die Umsetzung geht, muss die Verkehrsanbindung über die Ranischbergstraße geklärt werden. Angedacht ist ein Kreisel im Kreuzungsbereich von Ranischberg-, Josefsberg-, Dorfener und Lengdorfer Straße.

Zufriedene Gesichter gab es auch unter den Gemeinderäten. Einzelne Bedenken, wie die von Michael Feuerer (CSU), dass der geplante Isener Geschichtenweg den Anliegern zu nahe an die Gärten rücken könne, versuchte Reiser mit Beispielen aus anderen Orten auszuräumen.

Reduzierte Stellplätze und Tiefgarage sollen Autoflut eindämmen

Michael Betz (FW) befürchtete, dass trotz Tiefgarage „eine Autoflut“ auf den Stellplätzen entstehen könne. „Die kommt wegen der reduzierten Zahl der Stellplätze nicht zustande“, war Scheibl überzeugt. Damit das neue Wohngebiet ein Ort mit „ganz viel Qualität“ wird und „wo auch die Seele zuhause ist“, appellierte Architekt Reiser auch an die künftigen Bewohner, über die Festlegungen hinaus einen Beitrag zu leisten. Als Beispiel nannte er die Einfriedung der Flächen: „Man muss sich fragen, was ländliches Wohnen bedeutet. Bedeutet es, dass da ein Metallzaun sein muss, oder kann man sich auf Holzzäune einigen?“

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