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Gegner haben 290 Unterschriften gesammelt

Zoff um sieben Doppelhäuser auf „Sumpfwiese“: Steuert Eiselfing auf das erste Bürgerbegehren zu?

Blick von der Sankt-Rupertus-Straße aus Richtung Naturlehrpfad: Hier sollen Ausgleichsflächen für das neue Baugebiet Bachmehring Süd-Ost entstehen.
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Blick von der Sankt-Rupertus-Straße aus Richtung Naturlehrpfad: Hier sollen Ausgleichsflächen für das neue Baugebiet Bachmehring Süd-Ost entstehen.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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„Greiselig“ finden es die Kritiker, „passt scho“ sagen die Befürworter: Die Reihenhauskette, die der Bauträger Decker aus Dorfen in Bergham realisiert hat, spaltet die Gemüter. Jetzt plant Decker erneut in Eiselfing: In Bachmehring Süd-Ost sollen sieben Doppelhäuser entstehen. Widerstand regt sich.

Eiselfing – 290 Unterschriften hat die Bürgerinitiative (BI) Bachmehring -Südost gegen das Vorhaben auf einer Wiese gesammelt, die einem Gastronomen gehört. Auch ein Bürgerbegehren schließt ihr Sprecher, Anlieger Helmut Schönberger, nicht aus. Doch bisher gibt es für das Areal noch nicht einmal einen Bebauungsplan. Im Flächennutzungsplan ist das Gebiet allerdings schon als Wohnbaubereich dargestellt.

Am Dienstag, 8. Februar, steht jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplanes auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung, die um 20 Uhr in der Aula der Grund- und Mittelschule beginnt (Punkt 3). Vorher geht es nichtöffentlich um die Vertragsangelegenheiten, teilt Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) auf Anfrage mit. Denn in dieser Angelegenheit sitzen drei Personen in einem Boot: die Gemeinde, der Bauträger und der Grundeigentümer. Ziel der Kommune: Sie möchte nach Informationen des Bürgermeisters, wenn es zur Bauleitplanung kommen sollte, vier der 14 Parzellen für Doppelhaushälften an Einheimische vergeben lassen. Das soll auf dem westlichen Teil des Areals geschehen – dort, wo der Untergrund laut Gutachten am besten sei.

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Der Boden ist das Problem, findet auch die BI. Die Doppelhäuser seien auf einer „Sumpfwiese“ geplant, Sie eigne sich nicht für eine solche Baumaßnahme, ist die Bürgerinitiative überzeugt. „Das Bauvorhaben an dieser Stelle ist mit sieben Doppelhäusern einfach zu groß“, bemängelt Schönberger. Das Vorhaben überlaste die Topografie in Bachmehring Südost. Eine ausreichende Verkehrsinfrastruktur sei nicht vorhanden. Der in der Wiese verlaufende Hauptabwasserkanal müsse verlegt, die Wiese im Bereich der Grundstücke verdichtet werden, damit die Häuser nicht versinken würden.

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Reinthaler bestätigt, dass es notwendig sein wird, im Falle einer Genehmigung Betonmineralmischungen in den Boden zur Absicherung zu pumpen. Die Häuser müssten ohne Keller gebaut werden. Decker plane Holzgebäude, die aufgrund ihres geringeren Gewichts auf einem sehr feuchten Untergrund besser stehen könnten als massivere Häuser.

Mitglieder der Bürgerinitiative argumentieren auch mit dem ihrer Meinung nach nicht bestehenden Bedarf für ein weiteres Baugebiet in Eiselfing. Hier sei genug gebaut worden in den vergangenen Jahren.

Vertragsverhandlung mit Bauträger

All diese Aspekte sind im Vorfeld bereits diskutiert und hin und her gewendet worden, sagt Reinthaler. Auch mit den Anwohnern, die das Vorhaben kritisch sehen, ist laut Bürgermeister intensiv gesprochen worden. Im Gemeinderat gehe es am Dienstag, 8. Februar, um die Frage, ob sich das Gremium für die Einleitung eines Bauleitverfahrens entscheide oder nicht. Das hänge auch davon ab, wie die Vertragsverhandlungen zum Einheimischenmodell ablaufen würden.

Bürgerbegehren wäre einen Premiere

Falle ein positiver Beschluss Richtung Bebauungsplan-Aufstellung, sei dies der Anker, um Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. Komme es soweit, wäre dies eine Premiere in Eiselfing, so Reinthaler. Notwendig sei es, dass mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten – das sind in Eiselfing etwa 260 Bürgerinnen und Bürger – sich dafür aussprechen würden.

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