Entscheidung nach jahrelangen Diskussionen gefallen: Rechtmehring bekommt Mobilfunkmast

Lange wurde über das Thema Mobilfunkmast diskutiert, nun steht die Entscheidung, dass am südlichen Ende des Kläranlagengrundstücks eine 50 Meter hohe Anlage  aufgestellt wird.
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Lange wurde über das Thema Mobilfunkmast diskutiert, nun steht die Entscheidung, dass am südlichen Ende des Kläranlagengrundstücks eine 50 Meter hohe Anlage aufgestellt wird.

Nun erhält auch die Gemeinde Rechtmehring einen Funkmast. Der Gemeinderat hat mit zwölf Ja- und einer Nein-Stimme das Angebot von American Tower angenommen, am südlichen Ende des Kläranlagengrundstücks eine 50 Meter hohe Anlage aufzustellen. Baurechtlich wären sogar 59 Meter zulässig.

Von Franz Manzinger

Rechtmehring – . American Tower wird ein 200 Quadratmeter großes Grundstück auf 20 Jahre von der Gemeinde pachten und den zwischen 200 000 und 300 000 Euro teuren Funkmast errichten. Dieser wird dann weitervermietet an potenzielle Mobilfunkbetreiber. Voraussetzung ist ein Glasfaseranschluss, den aber die Gemeinde sowieso zur Kläranlage errichtet und der aufgrund der Förderrichtlinien kaum Mehrkosten für die Kommune bedeutet, erläuterte die Verwaltung im Gremium. Bedenken gab es von Gemeinderat Thomas Bauer, der beim Gruppenraum der Grünen eine Strahlenbelastung befürchtete. Das Umweltinstitut München habe dies aber als unproblematisch angesehen. Von Seiten der Bundesnetzagentur gebe es klare Vorgaben zu Sicherheitsabständen. Änderungen an den Antennen wären durch die Netzbetreiber an die Bundesnetzagentur zu melden, so die Verwaltung.

Zuvor hatte die anwesende Firma Corwese eine Studie zu unterversorgten Gebieten und geeigneten Standorten vorgestellt. Im Ergebnis stellte die Studie heraus, dass der Standort an der Kläranlage relativ gut geeignet sei. Als eine der nächsten Schritte wird nun der Bauantrag gestellt werden.

Bisher gab es stets viel Widerstand

Das Thema Mobilfunkmast hat in Rechtmehring eine lange Vorgeschichte. Bereits Anfang der 2000er Jahre hätte ein Mast in Holzkram beziehungsweise zwischen Dachsberg und Neuberg aufgestellt werden sollen. Daamals verhinderte der erste und bisher einzige Bürgerentscheid in der Gemeinde Rechtmehring dies. Im Jahr 2015 beschloss dann der Gemeinderat relativ überraschend, einen Mobilfunkmast auf der Schulturnhalle zu errichten. In der darauffolgenden sowieso angesetzten Bürgerversammlung gab es starken Gegenwind, sodass die Gemeinde den Beschluss revidierte und keinen Funkmast aufstellte.

Nächste Häuser500 Meter entfernt

Seitdem sucht die Kommune einen geeigneteren Standort, bei dem die Abstände zur Wohnbebauung groß und damit die Strahlenbelastung entsprechend niedrig ist. Mit dem nun gewählten Standort sind die nächstgelegenen Wohnhäuser etwa 500 Meter und das neue Baugebiet an der Königinstraße 600 Meter entfernt.

Dem geringen Zuschauerinteresse bei der öffentlichen Sitzung sei zu entnehmen, dass mit dem Standort wohl ein guter Kompromiss gefunden wird, hieß es.

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