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Was genau geplant ist

Energiekrise sorgt für „Zeitenwende“: So wappnet sich Haag für einen Stromausfall

Essenzielle Gebäude – wie hier das Haager Rathaus – sollen im Falle eines Stromausfalls durch das Aggregat weiterhin mit Energie versorgt werden.
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Das Haager Rathaus.
  • VonAnja Leitner
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Der Bauausschuss hat ein Versorgungskonzept für größere Stromausfälle vorgelegt. So reagiert die Marktgemeinde Haag auf die Energiekrise.

Haag – Die Gas- und Energiekrise beschäftigt zurzeit ganz Deutschland. Viele Bürger sind besorgt. Könnte es im Winter zu einem sogenannten Blackout kommen? Werden Gas und Strom unbezahlbar? Werden die Ressourcen knapp?

Auch der Bau- und Umweltausschuss der Marktgemeinde Haag hat in der jüngsten Sitzung über ein Versorgungskonzept für den Fall größerer Stromausfälle beraten. Den Antrag dazu hatte Hans Urban (CSU) bereits im April vergangenen Jahres gestellt, als der Angriffskrieg auf die Ukraine und seine Folgen noch kein Thema waren. Trotzdem bedauerte der Umweltreferent sehr, dass der Krisenfallplan „so schnell aktuell geworden ist“.

Bürgersaal, Feuerwehr, Bauhof und Rathaus

Das Konzept sieht unter anderem Notaggregate vor, die im Falle eines Stromausfalls zum Tragen kommen sollen. Damit werden essenzielle Gebäude weiterhin mit Energie versorgt, wie der Bürgersaal, die Feuerwehr, der Bauhof, das Rathaus und möglicherweise die Kläranlage.

„Die Zeitenwende hat uns eingeholt“, verdeutlichte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD). Darüber hinaus habe die Marktgemeinde schon einen größeren Stromausfall erlebt, als es in der Schaltzentrale des Kraftwerks gebrannt hatte, erinnerte Schätz. Um sinnvolle Notstromanlagen zu installieren, habe die Kommune das Ingenieurbüro Fischer beauftragt, Leistungsmessungen vorzunehmen, so die Bürgermeisterin. Der Leiter des Haager Bauamts, Andreas Grundner, stellte dem Gremium in der Sitzung die verschiedenen Varianten vor.

Eine Möglichkeit wäre ein stationäres Aggregat für den Bürgersaal, die Feuerwehr und den Bauhof. Das Gerät müsste allerdings außerhalb Gebäudes aufgestellt werden, da es innen keinen Platz dafür gebe. Auch die Be- und Entlüftung müsse gewährleistet sein, so Grundner. Kostenpunkt: rund 100.000 Euro.

Auch für das Rathaus könnte ein stationäres Notstromaggregat angeschafft werden. Es hätte theoretisch im Keller Platz. Dazu müsste aber der Hintereingang des Gebäudes benutzt werden und dieser sei wiederum sanierungsbedürftig. Das fest installierte Aggregat würde rund 65.000 Euro kosten, so Grundner.

Eine weitere Alternative sei es, ein mobiles Gerät beim Wasserzweckverband Chiemsee zu leihen. Sollte es aber zu einem flächendeckenden Stromausfall kommen, bräuchte der Wasserzweckverband das Aggregat selbst, verdeutlichte Grundner die Problematik.

Eine andere Variante wäre die Anschaffung von mobilen Geräten. Eines für Feuerwehr, Bauhof und Bürgersaal für 55.000 Euro, ein weiteres fürs Rathaus für 24.000 Euro – also insgesamt rund 80.000 Euro. In diesem Zusammenhang sei es ebenfalls sinnvoll, einen Dieseltank zu erwerben, um das Aggregat betreiben zu können.

Für die mobile Version plädierte Urban, da sie wesentlich günstiger sei. Zudem könnten die Aggregate im Bauhof eingelagert werden und bei Gebrauch zum jeweiligen Gebäude gebracht und angeschlossen werden. „Das ist die günstigste und einfachste Lösung und für den Notfall ausreichend“, so Urban.

Ausschuss einheitlich gegen stationäre Geräte

Der Bau- und Umweltausschuss sprach sich einheitlich gegen stationäre und für mobile Notstromaggregate mit Anhänger und einer Leistung von 60 kVA (Kilovolt-Amper) aus. Außerdem bestimmte das Gremium unisono, dass eine Diesel-Reserve von 3.000 Litern angeschafft werden soll.

Für eine Notstromversorgung der Kläranlage bei einem Ausfall von über sechs Stunden seien noch die Rahmenbedingungen zu ermitteln – auch um die Anlage bei einem Stromausfall über mehrere Tage am Laufen zu halten. Auch für diese Vorgehensweise stimmte der Bauausschuss einheitlich.

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