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Nach langer Pandemiepause

Endlich wieder Starkbierfest: Brüder Andreus und Ernestus derblecken „zu brave“ Obinger

Die Gemeindeobrigkeit sei zwar „viel zu brav“, meinten (von links) Bruder Ernestus (Ernst Hofstetter) und Bruder Andreus (Andreas Dieplinger), derbleckt wurden sie aber trotzdem.
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Die Gemeindeobrigkeit sei zwar „viel zu brav“, meinten (von links) Bruder Ernestus (Ernst Hofstetter) und Bruder Andreus (Andreas Dieplinger), derbleckt wurden sie aber trotzdem.
  • VonChristl Auer
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Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause konnte dieses Jahr endlich wieder das Starkbierfest in Obing stattfinden. Die Obinger, fanden Bruder Andreus und Ernestus waren „viel zu brav“, derbleckt wurden sie trotzdem.

Obing – „Wer hätte das geglaubt, dass wir nach zweijähriger Durststrecke heuer wieder in diesem Wirtshaussaal predigen dürfen? Danke Herr Söder“, freuten sich Andreas Dieplinger und Ernst Hofstetter alias Bruder Andreus und Bruder Ernestus.

Kaum Skandale im Ort

Gleich zu Beginn ihrer Fastenpredigt, die sie aufgrund der großen Nachfrage gleich an zwei Abenden hintereinander hielten, riefen sie zum gemeinsamen Gebet: „Vater John, der du bist in der Schenke, geheiligt werde dein Fass, zu uns komme dein Bier, das du empfangen hast von der Brauerei. Vergib uns unsere Schulden, die wir noch zu bezahlen haben und führe uns nicht in Versuchung, zu früh nach Hause zu gehen“. Letzteres war nicht zu befürchten, denn die zahlreichen Besucher amüsierten sich im Rahmen der gültigen Corona Regeln an beiden Abenden prächtig. Und dass, obwohl die Gemeindeoberen aus Sicht der Fastenprediger „viel zu brav sind“.

Die zweite Bürgermeisterin Fanny Mayer sei als politisches Urgestein der Gemeinde beinahe schon so lang im Amt wie die Queen, aber komplett ohne Skandale und beim Bürgermeister Sepp Huber gebe es auch keine Ausrutscher. Da sei Vorgänger Hans Thurner schon ein ganz anderer Lieferant gewesen. Da hätte man einen ganzen Abend füllen können und selbst eine zensierte Rede wäre da noch scharf genug gewesen, erinnerte sich Ernestus wehmütig. Ähnlich sei es bei Pfarrer Mehlich. Da habe Vorgänger Martin Klein auch deutlich mehr „Hoppalas“ geliefert.

Der „König“ von Obing findet keine Parkplatz

Dennoch hatten die gut aufgelegten Fastenprediger einiges in Erfahrung gebracht, um die örtliche Prominenz humorvoll auf den Arm zu nehmen. Allen voran der neue König im Obinger Rathaus. Gemeint war der neue Geschäftsleiter Thomas König.

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Am ersten Arbeitstag habe er sich vorsichtig mit seinem dunkelblauen Opel an das Rathaus herangetastet, aber keinen Parkplatz gefunden. Weil er so spät dran gewesen sei, habe er am Pfarrheim parken müssen. Am zweiten Arbeitstag sei er schon zehn Minuten früher gekommen und habe gegenüber, am Haus der Vereine einen Stellplatz ergattert. Am dritten Tag habe er die Situation dann im Griff gehabt und seinen Opel ganz geschmeidig neben dem Bürgermeister eingeparkt und man könne sagen: „Der König von Traunreut ist angekommen“, frotzelte Bruder Andreus.

Bauamtsleiter ist gestresst

Stressig habe es der stets eifrig von Arbeit überschüttete, in Schnaitsee theaterspielende Bauamtsleiter Sepp Schluck. Wer den schon einmal bei einer Anliegerversammlung erlebt habe, wie der sich nach außen hin ohne Regung schimpfen lasse. Nur hin und wieder seien in einem kurzen Aufblitzen seiner Augen, seine wahren Gedanken zu erraten und die sind: „Rutsch mir doch den Buckel runter“.

Wertstoffhofmitarbeiter sind „der absolute Knüller“

Der absolute Knaller sei die Mannschaft vom Wertstoffhof. Die schlagen laut Bruder Andreus sämtliche Rekorde. „Die meisten Mitarbeiter, die kürzesten Öffnungszeiten und angenommen werden die wenigsten Wertstoffe“. Dafür seien die selbst ernannten Weißglas- Grünglas-, Braunglas- und Blechbüchseningenieure bestens über das Gemeindeleben informiert. „Die vom Bauhof wissen alles“, so Andreus. So habe man erfahren, dass der neue Kreisverkehr bei der Firma Schausbreitner eine gute Einrichtung sei. „Da können die Maurer und der Chef bequem umdrehen, wenn sie was vergessen haben und die vergessen oft etwas“. Zudem könnten sie dort bei Tempo 60 gut testen, ob die Ladungssicherung passe. Gerüchten zufolge komme es vor, dass zehn bis 15 Betonmaschinen rund um den Kreisverkehr lägen, verriet Andreus.

Vorschläge für die Anleinpflicht

Mitleid gabs für die Bauhofmitarbeiter, die die Anleinpflicht für Hunde über 50 cm Schulterhöhe kontrollieren müssten. „Müssen die um den Obinger See Streife gehen und jeden Hund abmessen und was passiert, wenn der Hund sitzt?“ fragte sich der Fastenprediger und hatte auch gleich einen Vorschlag parat: Von den Österreichern eine für Tunnel gebräuchliche Höhenkontrolle kaufen und auf 50 cm einstellen. Passt der Hund nicht durch, leuchtet das rote Licht und es muss angeleint werden.

Von einem Skandal am Obinger Kirchenfriedhof wusste Bruder Ernestus. Bei der Friedhofssanierung seien Gräber und Grabsteine verrückt worden. Bei der Auferstehung fänden die Verstorbenen ihr Grab nicht mehr und wüssten auch nicht mehr, wer sie sind. „So ein Durcheinander,“ fand Ernestus. Eine arme Rentnerin habe deshalb einen neuen Grabstein gebraucht und mit den drei Wörtern: „Hans ist tot“ beschriften lassen. Der Steinmetz habe ihr gesagt, dass sie noch drei Wörter kostenlos hinzufügen könne. Darauf die Rentnerin: „Mofa zu verkaufen“.

Die besten Sprüche:

Das Starkbier ist ein besonderer Saft, er macht die Frauen schön und gibt den Männern Kraft. (Ernestus)

Der Bürgermeister hat zu seinen Mitarbeitern gesagt: Nehmt´s lieber destilliertes Wasser für die Raumluftbefeuchter. Dann verkalkt das Hirn nicht so schnel, und ich brauch Leute, die klar denken können. (Andreus)

Aber sei wie es sei… stirbt die Kuh, bleibts Hei. (Andreus)

Der Gemeinderat hat beschlossen, die Straßenlaternen nachts auszuschalten, denn da brauchen sie den meisten Strom. Tagsüber brennen sie eh nicht. Tolle Lösung. (Ernestus)

Zur Friedhofsrenovierung: Altes Mütterchen: Herr Pfarrer, wissen Sie, wo das Grab vom Huberbauern ist? Pfarrer: Ja freilich, rauskrabbeln und dann nimma heimfinden, des hamma gern. (Ernestus)

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