Endlich wieder Konzert: Erlesene Klänge aus der Barockzeit erklingen in Gars

Ein Fest für die Sinne boten Reinhold Schuhbeck (Orgel), Vitus Huber (Violine) und Jutta Bazelt (Sopran) am Erntedanksonntag in der Pfarr- und Klosterkirche Gars.
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Ein Fest für die Sinne boten Reinhold Schuhbeck (Orgel), Vitus Huber (Violine) und Jutta Bazelt (Sopran) am Erntedanksonntag in der Pfarr- und Klosterkirche Gars.

Der Konzertnachmittag machte die Pfarr- und Klosterkirche Gars zum „Gesamtkunstwerk“: Der barocke Sakralraum wurde zur Bühne für Barockmusik. Erlesene und besonders geschätzte Werke für Sopransolo, Violine und Orgel wurden zu Gehör gebracht.

Von Bruno Münch

Gars– Den Kunstgenuss des angesichts des Kirchenraums kleinen, aber kundigen Publikums steigerte vermutlich noch der Wiedererkennungswert, den einige „Klassiker“ des Barock mit sich brachten: Werke von (Johann Sebastian) Bach (1685-1750), (Georg Friedrich) Händel (1685–1759), (Antonio) Vivaldi (1678–1741), (Georg Philipp) Telemann (1681–1767), dargeboten in fast kammermusikalischer Exklusivität gaben dem Corona bedingt lange verwaisten Kirchenraum ein stimmiges barockes Fluidum.

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Den Auftakt bildeten die getragenen Klänge der „Air“ von Bach/Tambling, kundig und einfühlsam intoniert von Reinhold Schuhbeck an der für Barockmusik hervorragend geeigneten Chor-Orgel. In Händels „Ombra mai fu“ aus der Oper Xerxes, im „Domine deus“ aus Vivaldis geistlichem Werk „Gloria“ und in Telemans Kantate „Beglückte Zeit, die uns des Wortes Licht aufgestecket“ wirkten Sopranistin Jutta Bazelt, und ihr Sohn, der zwölfjährige Gymnasiast Vitus Huber, sowie Organist Schuhbeck besonders in den dialogischen Passagen gut eingespielt zusammen. Beeindruckend die Sicherheit und der runde Klang, den der junge Geiger seinem Instrument abgewann, überstrahlend und formgebend die Musikpädagogin Bazelt in ihren Soli. Einen abrundenden, zuversichtlich fröhlichen Abschluss bot Schuhbeck mit dem Orgelsolo „Finale“ von Christian Friedrich Ruppe (1753-1826).

Musik am Sonntagnachmittag

Nach einer Zugabe wurden die Hörer froh gestimmt in einen sonnigen Nachmittag entlassen. Manch einer von ihnen mag sich vielleicht gedacht haben: „Mehr davon!“. Das Konzert bildete einen vielversprechenden Auftakt zu einer losen Folge weiterer „Musik in der Kirche am Sonntagnachmittag“.

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