Endlich geht es weiter mit dem Zehentstadel in Haag

2022 soll es endlich losgehen mit dem Ausbau des Westteils im Zehentstadel Haag.
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2022 soll es endlich losgehen mit dem Ausbau des Westteils im Zehentstadel Haag.

Die Marktgemeinde Haag gibt Gas beim Um- und Ausbau des Zehentstadels. Denn es gilt, Fördermittel zu ergattern. Im Zehentstadel sind attraktive öffentliche Einrichtungen geplant – unter anderem auch ein Kino. Das sind die Planungsdetails.

Von Ludwig Meindll

Haag – Mit dem Ausbau des Zehentstadels im Haager Zentrum geht es nun weiter. Der Gemeinderat billigte einstimmig den Vorentwurf. Die Devise heißt nach Bürgermeisterin Sissi Schätz: „Wir müssen in die Planung gehen, um den Förderantrag zu stellen.“ Zweiter Bürgermeister Stefan Högenauer (CSU) regte Einsparungen an.

8,5 Millionen Euro stehen im Raum

„Es geht weiter, das ist die wichtigste Nachricht“, resümierte Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) nach der zweieinhalbstündigen Debatte, die der Gemeinderat dem Ausbau des Zehentstadels widmete. Aktualisieren will er die Wirtschaftlichkeitsberechnung. Dieser Vorschlag kam vom Zweiten Bürgermeister Stefan Högenauer – („vor dem Hintergrund der allgemeinen Finanzlage“: „Es stehen achteinhalb Millionen im Raum.“ Die Realisierung solle dann in „Umsetzungsstufen“ erfolgen.

Kino mit Café, Bibliothek und Saal

Den aktuellen Stand stellte Architekt Udo Rieger vor. An der bisherigen Aufteilung änderte sich nichts. Der Westteil Richtung Schlossturm bleibt vor allem der Bibliothek vorbehalten. Der Mittenbereich erhält Eingangshalle mit Saal. Der Ostteil der ehemaligen Turnhalle und Brauereiabfüllung soll Kino mit Café aufnehmen. Die Bibliothek solle zugleich als Treffpunkt im Sinne eines kulturellen Zentrums dienen, schlug Rieger vor. Er erläuterte anhand von Bildern den Lesebereich, die Informationsinsel und die dazugehörende zweite Dachgeschossebene zum Zurückziehen. Zum Pfarrhaus nebenan werde ein Zugang führen.

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Das Untergeschoss hat bereits den Bauernmarkt aufgenommen und wird für ein Treppenhaus im Anbau sowie technische Bereiche ausgebaut. Der Rettungsweg kommt in den mittleren Teil. Daran schließt sich gegen Rathaus zum Osten das geplante Kino mit Bühne und 80 Plätzen. Über eine Treppe könnte auch das Untergeschoss genutzt werden, wo sich einst Feuerwehr und Bauernmarkt befanden. Den Baubeginn prognostizierte der Architekt für den Westteil im Jahr 2022.

In der breit geführten Diskussion erinnerte Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) an die „Jahre der Unsicherheit der Nutzung“ und regte an, über Alternativen nachzudenken. Die Bücherei solle am Benutzer ausgerichtet sein: „Die Hälfte davon sind Kinder.“ Seine Bedenken galten schließlich auch derPutzfrau, die nach jetzigem Planungsstand das Wasser über den Aufzug im Erdgeschoss holen müsse. Dafür werde bestimmt eine Lösung gefunden, so Rieger.

Ringen um Qualität und Kosten

Klaus Breitreiner (CSU) wollte die zusätzliche Treppe einsparen, was nach Rieger nicht geht, da sie als Fluchtweg diene. Weiter schlug er die Wegnahme der Rundungen als Einsparmöglichkeit vor. Dem widersprach Rieger mit dem Argument der Unverwechselbarkeit: „Ein bisschen Pep muss erlaubt sein.“

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Zur Einsparungsdebatte ergänzte Bürgermeisterin Sissi Schätz die Fördermöglichkeit zu 80 Prozent „für Vorhaben im Ortszentrum“: „Wir haben den Vorbescheid, dass das Projekt geeignet ist.“ Siegfried Maier (SPD) riet zum qualitativ hochwertigen Bauen an: „Wir dürfen nicht nur ans Kostensparen denken.“ Die langfristige Nutzung mahnte Dritter Bürgermeister Dr. Florian Haas (PWG) an. Thomas Eberharter (CSU) wollte angesichts der „großen Summe“ eine Ortsbegehung. Die soll demnächst anberaumt werden, so Bürgermeisterin Schätz.

Noch viel Arbeit im Zentrum

Eine zentrale Heizung für Zehentstadel und Rathaus tischte Fachplaner Michael Hofstätter auf. Er erklärte die Wärmeversorgung mit Pellets und Gas, die Belüftungstechnik und den Brandschutz. Das von Hans Urban (CSU) angeregte Hackschnitzelheizwerk sei denkbar mit Hackschnitzellager im Keller, aber wohl auch teurer. Siegfried Fischer stellte neben der Elektroinstallation die Beleuchtung vor, die dem Charakter des historischen Gebäudes gerecht werden soll. Natürliches Licht käme über Sichtkanäle. Der Saal wird mit Kunstlicht erhellt.

Somit stehe der Marktgemeinde Haag im Zentrum „eine Menge Arbeit“ bevor, schloss die Bürgermeisterin die Sitzung mit einem persönlichen Fazit.

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