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Streit unterm Christbaum

Ende des Weihnachtsfriedens? Wasserburger Eheberatung gibt Tipps für getrennte Eltern

Streit unter dem Tannenbaum
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Unterm Weihnachtsbaum kann es auch zu Streit kommen, die Eheberatung Wasserburg möchte das verhindern.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Für frisch getrennte Paare ist Weihnachten eine besondere Belastung, vor allem wenn es gemeinsame Kinder gibt. Die Eheberatung Wasserburg gibt Tipps, wie der Weihnachtsfrieden trotz der Situation gewahrt werden kann.

Wasserburg - Der Weihnachtsbaum glitzert im Wohnzimmer, Päckchen mit buntem Geschenkpapier reihen sich ringsherum und bringen Kinderaugen zum Leuchten. In der Küche brutzelt die Weihnachtsgans. So stellen sich viele Familien das Fest der Liebe vor. Doch was, wenn Mama und Papa sich getrennt haben. Wie kann da der Weihnachtsfrieden gewahrt werden?

„Kommunikation ist der Schlüssel“, sagt Brigitte Hauner-Münch, als Leiterin der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Rosenheim und Wasserburg, hat sie mit vielen Familien zu tun, bei denen die Trennung noch ganz frisch ist. Um den Weihnachtsfrieden trotz der schwierigen Situation zu wahren, gibt sie diesen Paaren vor allem zwei Dinge auf den Weg: Miteinander zu reden und vorher zu planen. „Ich warte auch nicht, bis das Thema aufkommt. In meinen Beratungen spreche ich das immer aktiv an und frage, wie die Vorstellungen sind“, sagt die Diplom-Psychologin.

Vorbereitung treffen

Denn das wichtigste sei, frühzeitig Vorbereitungen für das Fest zu treffen. „Es kommt natürlich immer darauf an, wie gut die Kommunikation zwischen den Paaren ist“, sagt Hauner-Münch. „Nicht bei allen klappt es.“ Im Idealfall sollten sich die Eheleute aber Gedanken darüber machen, wann die Kinder bei welchem Elternteil sind. „Ich habe auch einige Paare, die sich entscheiden, Weihnachten gemeinsam zu verbringen“, erzählt Hauner-Münch. Gerade wenn noch kleine Kinder da seien, komme die Idee immer auf. Die Diplom-Psychologin rät nicht unbedingt davon ab. Am Ende sei es die Entscheidung der Paare selbst. „Und es kann auch klappen“, sagt sie. Allerdings rät sie, die Möglichkeit gut zu überlegen. Denn oft seien die Feiertage gerade für frisch Getrennte eine besondere Belastung. „An Weihnachten wollen wir alles perfekt machen“, erzählt Hauner-Münch. Dadurch sei das Fest nochmal eine Erinnerung, dass eben nicht alles perfekt in der Familie sei. „Und wenn Spannung zwischen den Eltern ist, spüren das die Kinder.“

Kinder einbeziehen, aber nicht überfordern

Die meisten Eltern würden sich aber für getrennte Weihnachten entscheiden, so Hauner-Münch, dann stehe die Frage wo und wann im Raum. „Ich ermutige die Paare immer, die Kinder in die Entscheidung mit einzubeziehen.“ Grundsätzlich sei es von Vorteil, mit einer gewissen Vorstellung vor sie zutreten, auch um jüngere Kinder nicht zu überfordern. „Aber vor allem, weil die Heranwachsenden an Weihnachten gerne instrumentalisiert werden“, erklärt Hauner-Münch. Um eine solche Entwicklung zu vermeiden, sei es wichtig, dass die Eltern sich zuvor schon einmal austauschen. „Und dann kann man die Kleinen gerne fragen, was sie von der Idee halten.“

Wichtig sei auch, den Nachwuchs nicht zu überfordern. „Müssen sie noch direkt an Heilig Abend zu Mama beziehungsweise Papa fahren oder reicht es am nächsten Tag?“, fragt Hauner-Münch. Außerdem sollten sie immer, vom Weihnachtsfest beim anderen Elternteil zu erzählen. „Kinder müssen sagen dürfen, was sie gemacht haben. Und sie müssen auch die schönen Dinge erzählen dürfen, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist, das zu hören“, sagt Hauner-Münch. Ansonsten riskiere man, die Beziehung zu ihnen nachhaltig zu belasten.

Plan für den Tag alleine

Den getrennten Eltern gibt Hauner-Münch außerdem auf den Weg, sich auch einen Plan zurecht zu legen für den Tag, an die Kinder nicht da sind. „Man sollte sich etwas vornehmen.“ Den Besuch bei Geschwister oder bei Freuden etwa. „Oder einen schönen Ausflug. Irgendwas, was einem Spaß macht.“ Denn vor allem der kinderlose Tag könne belastend sein. „Es ist auch immer gut, jemanden Bescheid zu sagen, den man eventuell anrufen kann, wenn es zu viel wird“, sagt die Diplom-Psychologin. „Und, es ist auch in Ordnung, traurig zu sein und zu weinen. Auch an Weihnachten.“ Grundsätzlich, und das gelte für alle Familien, rate sie aber vor allem, von den eigenen überhöhten Ansprüchen abzulassen und zu akzeptieren, dass nicht auch das Fest nicht immer perfekt laufen muss oder kann. „Niemand ist perfekt. Das sollten wir uns gerade an diesem Tag immer wieder in Erinnerung rufen.“

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