AUS DEM GEMEINDERAT

Zu viel Schwerlastverkehr in und um Eiselfing macht Straßen kaputt - Doch was tun?

Die Gemeindeverbindungsstraße von der B 304 über Gammersham nach Eiselfing leidet massiv unter dem Lkw-Verkehr.
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Die Gemeindeverbindungsstraße von der B 304 über Gammersham nach Eiselfing leidet massiv unter dem Lkw-Verkehr.

Fast 200 Fahrzeuge im Schwerlastverkehr benutzen täglich von der B 304 aus die Gemeindeverbindungsstraße über Gammersham nach Eiselfing. Das zeigt Spuren, wie Gutachter Konrad Haindl dem Gemeinderat erläuterte. Die Straße ist in einem miserablen Zustand. Was tun?

Eiselfing – „So eine schlechte Straße habe ich in den 41 Jahren meiner beruflichen Tätigkeit selten gesehen. Entweder gibt es keinen Schwerlastverkehr mehr über diese Straße oder die Straße wird von Grund auf neu gebaut!“ Dieses vernichtende Urteil fällt Gutachter Konrad Haindl vom Ingenieurbüro INFRA im Eiselfinger Gemeinderat zur Gemeindeverbindungsstraße von der B 304 über Gammersham zum Ort Eiselfing.

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Fast 200 Fahrzeuge im Schwerlastverkehr benutzen diese Straße im Durchschnitt täglich – manchmal auch auf Vorschlag ihrer Navi-Geräte, um damit den kürzesten Weg von der Bundesstraße zum Gewerbegebiet Wasserburg-Tegernau zu finden. Denn viele Fahrer haben nach der Erhebung durch den Gutachter kein Kennzeichen aus der Region oder sind etwa Anlieger.

Lkw haben auf dieser Strecke nichts zu suchen

Kaputte Fahrbahndecken, gebrochene Straßenränder und wegen des Gegenverkehrs total heruntergefahrene Bankette bis in die angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstücke hinein sind das Ergebnis der Straßennutzung durch einen Lkw-Verkehr, der nach Ansicht des Gutachters auf dieser Straße nichts zu suchen hat. „Maximal noch zwei bis drei Jahre wird diese das so aushalten. Was sagen eigentlich die Grundanlieger dazu“, fragte Haindl zur von ihm geschilderten Sachlage.

Die Gemeindeverbindungsstraße bei Langgassen: Die Bankette sind abgefahren – der Schwerlastverkehr hat auch hier laut Gutachter nichts zu suchen. Burlefinger

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Für dringend angeraten hält er deshalb einen Ortstermin mit allen Beteiligten, auch mit dem Staatlichen Straßenbauamt. „Die müssen registrieren, das geht so nicht mehr“.

Von Verbotsschildern, die Fahrzeugen mit über 3,5 Tonnen das Befahren untersagen, hält er nicht viel. „Das wird nichts bringen“. Sinnvoller wären seiner Meinung nach in einem ersten Schritt Einschränkungen durch Fahrbahnverengungen.

Schulbusse und Bulldogs müssen durch

Probleme sah in der Beratung allerdings Silvia Dietinger (Grüne) die darauf hinwies, der Schulbusverkehr könnte dadurch behindert werden. Michael Maier (CSU) möchte vor irgendwelchen Entscheidungen zunächst ein paar Fragen beantwortet wissen: „Wo fahren die Fahrzeuge hin, wo kommen sie her, sind das vorwiegend einheimische Benutzer und wird der Verkehr durch diese Maßnahmen nicht einfach anderweitig im Gemeindegebiet, beispielsweise über Bachmehring und in die Dirnharter Straße verlagert?“

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Die landwirtschaftlich genutzten Fahrzeuge, die von einer Verengung ebenfalls betroffen wären, brachte Sebastian Pauker (CSU) in die Diskussion mit ein. „Außerdem“ sagte er im Weiteren „muss der Zulieferverkehr für die bäuerlichen Betriebe entlang der Straße gewährleistet sein“. Rupert Reininger (UWE), selbst ein direkt betroffener Anlieger, ergänzte die Beratung mit dem zusätzlichen Hinweis, dass die Straßenführung durch Gammersham für die Durchfahrt von Schwerfahrzeugen überhaupt nicht gebaut und geeignet ist.

Ruf nach der Wasserburger Südspange

Georg Lichtmannegger (UWE) sprach noch ein langjähriges Eiselfinger Anliegen an, das aus seiner Sicht immer noch nicht letztendlich entschieden ist. „Die Eiselfinger Verkehrsproblematik ist einzig allein mit einer Wasserburger Südumgehung zu lösen. Diese muss in einem Gesamtkonzept wieder Thema werden. Und wenn es 15 Jahre dauert“.

Eine Besprechung bei einer Verkehrsschau ist für Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) mit dem Hintergrund der eingebrachten Argumente unerlässlich. „Dabei werden auch die rechtlichen Fragen abgeklärt. Denn das ist die Voraussetzung für irgendwelche Entscheidungen“. Die vom Gutachter vorgestellten Trassenzeichnungen als eventuelle Möglichkeiten für Straßenbaumaßnahmen sind nach Auffassung des Bürgermeisters momentan nicht mehr als Skizzen, für die es noch weitere Termine und viele Gespräche geben werde.

Zudem mahnte der Eiselfinger Rathauschef zu einer sachlichen Betrachtung der gesamten Verkehrssituation in der Kommune. Dazu forderte er auch die Besucher der öffentlichen Gemeinderatssitzung auf. „Wäre eine Umfahrung auch noch so schön, kostet sie vorher viel Geld. Geld, das Eiselfing jetzt zunächst für das Schulhaussanierungsprojekt braucht“ war dazu Reinthalers klare Aussage in Gemeinderat..

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