Flüsse und Seen in der Region

Eisdecke ist oft noch nicht dick genug: Wasserwacht Rott warnt vor Einbruchgefahr

In Griesstätt ist das Eislaufen schon möglich. Vorsicht ist dennoch geboten, denn noch trägt der Kettenhamer Weiher nicht überall.
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In Griesstätt ist das Eislaufen schon möglich. Vorsicht ist dennoch geboten, denn noch trägt der Kettenhamer Weiher nicht überall.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Die Temperaturen liegen nun schon seit einigen Tagen unter Null, das Wasserburger Land präsentiert sich weiter als Winterwunderland und langsam drängt sich die Frage auf: Tragen die Seen schon? Alexander von Loewenfeld, erster Vorsitzender der Wasserwacht Wasserburg, warnt jedoch die Übermütigen.

Rott/Griesstätt/Babensham – Grundsätzlich werden noch keine Freigaben für die Seen im Wasserburger Land erteilt, so Alexander von Loewenfeld. „Die Eisdecke ist noch nicht dick genug.“ Das gilt auch für den Penzinger Weiher.

Rettungsschlitten steht bereit

„Zur Sicherheit steht der Eisrettungsschlitten bereit“, sagt von Loewenfeld, doch er hofft, diesen nicht einsetzen zu müssen. „Erst ab einer Dicke von zehn Zentimetern tragen die Seen.“ Diese sei hier noch nicht erreicht. Die kleine Schneedecke auf den Weihern täusche falsche Sicherheit vor, denn meist würden die Weiher unter Decke nicht mehr richtig zufrieren.“

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Dennoch: „Kleinere Weiher tragen vielleicht schon“, so von Loewenfeld. Bei Unsicherheit rät der Wasserwachtler zur Vorsicht, ansonsten empfiehlt er, sich an die Einheimischen, die den Weiher kennen, zu halten. „Wenn bereits Eisstockschützen drauf sind, kann man davon ausgehen, dass der Weiher trägt.“

Der Kettenhamer Weiher trägt, doch Vorsicht ist geboten

Das sagt auch Jakob Ametsbichler, Gruppenleiter der Wasserwacht Griesstätt. „Beim Kettenhamer Weiher wird generell keine Freigabe erteilt“, so Ametsbichler, zurzeit ist es aber möglich, aufs Eis zu gehen. „Wir haben eine Dicke von acht bis neun Zentimetern“, so Ametsbichler. Das reiche zwar aus, dennoch rät er, sich an Einheimische zu halten. „Die kennen den Weiher und wissen, wo man hingehen kann.“ Denn auch am Kettenhamer Weiher gebe es noch Stellen, wo akute Einbruchgefahr herrsche. Generell gilt für ihn: „Unbekannte Gewässer sollte man meiden“, so Ametsbichler.

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Der Rotter Ausee ist weiterhin nicht betretbar, wie Brigitte Würth, technische Leiterin der Wasserwacht in Rott erklärt. „Die Gemeinde hat den See noch nicht freigegeben“, erklärt sie und das mit gutem Grund: Die erforderliche Eisdicke von zehn bis 15 Zentimetern sei noch lange nicht erricht. „Bisher war der Rand des Sees auch noch nicht betretbar“, so Würth, doch nun mit der kälteren Temperaturen der vergangenen Tage, fürchtet sie, dass die Leute übermütig werden könnten. Sie appelliert an alle, den See nicht zu betreten, solange keine Freigabe vorhanden sein. „Wenn es möglich wird, stellen wir Schilder auf.“

Rotter Ausee nicht betretbar

Sollte doch ein Unglück passieren, ist auch die Wasserwacht Rott vorbereitet und hält an ihrem Wachhaus einen Eisrettungsschlitten bereit. „Der könnte auch von Laien benutzt werden“, sollte es zum Äußersten kommen. Doch Würth hofft, dass der Schlitten auch in diesem Winter unbenutzt bleibt.

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Hilfe beim Eisunfall: Wasserwacht klärt auf

Maßnahmen nach dem Einbruch ins Eis:

Die Ruhe bewahren. Sofort nach Hilfe rufen, sich wenig bewegen und nicht entkleiden.

Vorgehen bei der Selbstrettung:

Bei dünner Eisdecke: Zunächst versuchen, sich auf das Eis zu schieben. Ansonsten Eis abbrechen, bis es wieder trägt oder das Ufer erreichbar ist.

Bei dicker Eisdecke: In Bauch oder Rücklage flach auf die Eisdecke schieben, anschließend zum Ufer kriechen. Beim Kriechen auf das Eis sollten, wenn möglich, Hilfsmittel (zum Beispiel Eispicker) verwenden werden .

Vorgehen bei der Fremdrettung:

Den Hilfreruf weitergeben. Wenn möglich rasch Hilfe bringen. Verfügbare Rettungshilfsmittel verwenden. Sich der Einbruchstelle niemals stehend nähern. Dem Eingebrochenen Mut zusprechen und Verhaltensregeln geben. Weitere Personen in die Rettung einbinden.

Mögliche Hilfsmittel für die Rettung: Kleidungstücke (Schal, Jacke), Bretter, Stauden, Äste, Leinen, Seile, Tische, Bänke (mit geringem Gewicht zur Vergrößerung der Auflagefläche auf dem Eis

Rettungsmittel (am Ufer): Eisrettungsleiter, Rettungsring, Resttungswurfsack.

Achtung: Bei der Rettung an die eigene Sicherheit denken, Eigensicherung mit einem Seil vornehmen und dem Eingerochenen niemals die eigene Hand reichen, sondern ein Hilfsmittel

Nach der Rettung:

Nasse Kleidungsstücke erst in einem warmen Raum entfernen. Erste-Hilfe-Maßnahmen vornehmen.

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