Einstimmige Entscheidung: Rudolf Münch wird neuer Ehrenbürger von Haag

Rudolf Münch soll künftig Ehrenbürger von Haag werden.
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Rudolf Münch soll künftig Ehrenbürger von Haag werden.

Die Gemeinde Haag bekommt einen neuen Ehrenbürger. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat, Historiker Rudolf Münch diese Anerkennung zukommen lassen. Das sind die Gründe.

Von Ludwig Meindl

Haag – In Haag genießt derzeit nur einer den Titel des Ehrenbürgers: der im Ruhestand nicht mehr im Ort wohnende einstige Pfarrer und Geistliche Rat Heinz Prechtl. Der zweite Ehrenbürger, den man ernannt hatte, war Florian Trautbeck. Er ist inzwischen verstorben.

Nach der Geschäftsordnung der Gemeinde wird dieser Titel Persönlichkeiten zuerkannt, die sich besonders um die Gemeinde verdient gemacht haben, so Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) vorweg.

Die historische Bedeutung Haags ans Licht gebracht

Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) hatte den Antrag gestellt, der Gemeinderat solle Rudolf Münch zum Ehrenbürger ernennen. Seine Argumente lauteten: Rudolf Münch habe mit seinen vielen Forschungen und Veröffentlichungen zur Haager Geschichte die historische Bedeutung Haags ans Licht und den „Heutigen“ nahe gebracht. Mit seinen geschichtlichen Forschungen zur früheren Reichsgrafschaft habe er sich besonders verdient gemacht.

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Daneben nannte Grabmeyer zur Sitzung noch das Freilichtspiel „Feinde ringsum“, das zur 750-Jahre-Feier der Grafschaft Haag im Jahr 1995 ebenfalls von Münch verfasst worden war. „Mit ihm haben wir keinen Falschen“, so Grabmeyer. Er habe durch die Vielfalt seiner Forschung vieles für die Gemeinschaft getan.

Was muss ein Ehrenbürger mitbringen?

Eine generelle Anregung brachte zur kurzen Debatte im Bürgersaal Herbert Zeilinger (WfH) ein. Er vermisste die Kriterien, die ein Anwärter für den „Ehrenbürger“ erfüllen müsse. Sinnvoll sei seiner Meinung nach ein Punktekatalog. Sonst könne ja jeder jeden vorschlagen. Ein „Ehrenbürger“ müsse spezielle Leistungen nachweisen, die auf einen Nenner zu bringen und abzuwägen seien. Weiter vermisste Zeilinger eine „Messlatte“, wie viele Ehrenbürger eine Gemeinde haben soll oder könne. „Wir dürfen nicht zu vielen diese Ehre erteilen.“ Solle Haag nun einen haben, zwei oder mehr?

Da war auch Bürgermeisterin Sissi Schätz überfragt: „Ich weiß nicht, wie viele zum Beispiel München hat.“ Ihrer Meinung nach hätten Gemeinden in der Größenordnung von Haag normalerweise nicht mehr als drei. Den Beschluss, Rudolf Münch zum Ehrenbürger zu benennen, fasste der Gemeinderat schließlich einstimmig.

Rudolf Münch: Freude über die Auszeichnung

Rudolf Münch äußerte sich spontan über die Verleihung: „Ich freue mich sehr über die einstimmige Entscheidung des Haager Gemeinderats, mir die Ehrenbürgerwürde anzutragen. Es zeigt, dass meine literarischen Arbeiten um die Haager Geschichte und Kunstgeschichte auch für die Gemeinde erfolgreich waren.“

Bürgermeisterin Sissi Schätz erinnerte daran, dass mit dem bereits verstorbenen Dr. Eugen Kellern schon einmal ein Haager als Ehrenbürger gewürdigt worden sei, der die historische Forschung über Haager Häuser, Bürger und Familien betrieben habe.

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Dem Beschluss des Gemeinderats folgt nun die offizielle Laudatio mit Urkundenüberreichung. Eine Würdigung des neuen Ehrenbürgers wird sein, dass er künftig zu allen offiziellen Veranstaltungen der Gemeinde als Ehrengast geladen wird.

Zur Person Rudolf Münch

Rudolf Münch hat in München Deutsche, Bayerische und Haager Geschichte studiert und erforscht; er arbeitete für die Bayerische Akademie der Wissenschaften, für das Kunstmuseum Basel, für das Rheinländische Landesarchiv in Speyer und in Mainz. Insgesamt verfasste der Autor 44 Sachbücher über Geschichte, davon 32 über das Thema Haag und Umgebung, 12 über Bayern und Mitteleuropa. Die Qualität seiner Darstellungen erfuhr bereits vom Freistaat Bayern, vom Bezirk Oberbayern, vom Landkreis Mühldorf und Landkreis Ebersberg eine Würdigung. Die Gemeinde Kirchdorf hatte Münch zum Bayerischen Verdienstorden vorgeschlagen. Sein Buch „Altbairischer Adel im Mittelalter“ hatte ein norddeutscher Verlag gedruckt und im deutschen Sprachraum bis nach Luxemburg, Liechten-stein, Südtirol, Schweiz und Österreich verkauft.

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