Einigung auf Entschädigung

Rott – Der Gemeinde Rott liegt ein Bauantrag für die Erweiterung eines Zweifamilienhauses vor, bei dem die Garagen aufgestockt werden sollen.

Das entspricht eigentlich nicht dem Aufgabenbereich des Gemeinderats, sondern dem des Bauausschusses.

Das Bauvorhaben kann die Abstandsfläche nicht einhalten und so stellte der Bauherr einen Antrag auf Übernahme der Abstandsflächen vom Nachbarn. In diesem Fall betrifft das die Gemeinde, weil es sich um das Grundstück des Gemeindekindergartens handelt. Die Regelung der Abstandsflächen ist in der Bayerischen Bauordnung festgelegt. Laut dieser errechnen sich die Abstandsflächen zum Nachbarn aus der Wandhöhe. Wenn diese Distanz nicht eingehalten wird, kann der Bauherr vom Nachbarn gegen eine Entschädigungsgebühr eine Übernahme der Abstandsfläche beantragen. Das bedeutet auch, dass der Übernehmende weniger Abstandsfläche zur Verfügung hat, sollte er selber bauen wollen.

Die geplante Wandhöhe beträgt hier circa sieben Meter. Die erforderliche Abstandsfläche ragt rund 4,7 Quadratmeter in den Garten des Gemeindekindergartens hinein. Die Übernahme der Abstandsflächen war bei der Sitzung über das Bauvorhaben für die Wenigsten ein Problem. Es wurden Bedenken geäußert, dass die Höhe und Stilart von der umliegenden Bebauung abweichen. Der Bau soll ein Satteldach ohne Vordach bekommen, eine Zufahrt von 25 Quadratmetern sowie eine Dachterrasse mit 40 Quadratmetern.

Hier zeigte sich der Gemeinderat tolerant. Verschiedene Mitglieder waren der Meinung, dass das Höherbauen der Verdichtung diene und neue Architekturstile zugelassen werden sollten. Schließlich genehmigte der Gemeinderat einstimmig die Übernahme der Abstandsflächen und erteilte das Einvernehmen zum Bauantrag. Die nächste Station für das Bauvorhaben ist nun das Landratsamt. hrii

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