Einer der besten Abi-Jahrgänge nimmt Abschied vom Luitpold-Gymnasium Wasserburg

Die 18 Abiturienten mit dem besten Notenschnitt: (erste Reihe von links) Hannah Raithel, Jakob Schmid, Monika Block, Tara Maurer, Nina Kölbl, Hannes Friedrich, Samuel Siller, Daniela Geiger; (hintere Reihe von rechts) Tim Pätzig, Christina Fischer, Anna Fleindl, Leoni Klemm, Ann-Kathrin Huber, Maja Zimmer, Laura Drexl, Sebastian Bacher, Katharina Heppel und Anne-Sophie Rehde. Rechts daneben: stellvertretender Schulleiter Manfred Strobl, Schulleiterin Verena Grillhösl und Oberstufenkoordinator Alexander Petri (von links). Weithofer
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Die 18 Abiturienten mit dem besten Notenschnitt: (erste Reihe von links) Hannah Raithel, Jakob Schmid, Monika Block, Tara Maurer, Nina Kölbl, Hannes Friedrich, Samuel Siller, Daniela Geiger; (hintere Reihe von rechts) Tim Pätzig, Christina Fischer, Anna Fleindl, Leoni Klemm, Ann-Kathrin Huber, Maja Zimmer, Laura Drexl, Sebastian Bacher, Katharina Heppel und Anne-Sophie Rehde. Rechts daneben: stellvertretender Schulleiter Manfred Strobl, Schulleiterin Verena Grillhösl und Oberstufenkoordinator Alexander Petri (von links). Weithofer

Corona drückt auf die Stimmung, trotzdem gelang in Wasserburg eine stimmige Abifeier. Nur die Eltern mussten draußen bleiben. Sie verfolgten den Festakt daheim per Livestream.

Von Winfried Weithofer

Wasserburg – Ein prächtiges Fest mit Hunderten Besuchern im Rathaussaal oder in der Badria-Halle: Abifeiern waren in Wasserburg früher stets glanzvolle Ereignisse. Am Freitag musste die Verabschiedung der Schüler des Luitpold-Gymnasiums wegen Corona in bescheidenerem Rahmen stattfinden: in der schmucklosen Turnhalle, mit Musik aus der Konserve und in Abwesenheit der Eltern. Gleichwohl gelang eine würdige, insgesamt sehr ruhige Veranstaltung. Die Abiturientinnen erschienen in langen Kleidern, die Abiturienten meist in Anzügen.

Ursprünglich hatte Schulleiterin Verena Grillhösl gar befürchtet, die Zeugnisse den 94 Schülerinnen und Schüler, die das Abitur geschafft haben, per Post zuschicken zu müssen. Doch gerade noch rechtzeitig lockerte der Freistaat die Auflagen für Abschlussfeiern: Abhängig von der Quadratmeterzahl waren nun 150 Personen in der Turnhalle zugelassen. Auf die Teilnahme des Landrats Otto Lederer und des Wasserburger Bürgermeister Michael Kölbl musste aber verzichtet werden.

Notendurchschnitt von 2,14 – besser als im Bayerndurchschnitt

Voller Anerkennung wandte sich die LGW-Chefin in ihrer Begrüßung an die „Hauptpersonen des heutigen Tages“: „Nicht nur in Eurem Leben, auch im Leben der Schule ist das ein herausragender Tag. Wir feiern Euch alle mit Stolz, dass Ihr und wir es geschafft haben. Und wir nehmen Anteil an Eurer Freude und dem guten Gefühl, ein wichtiges Ziel erreicht zu haben.“ Herzlich hieß sie auch die Angehörigen und Freunde der Absolventen willkommen, die per Videostream die Feier wenigstens virtuell mitverfolgen konnten.

In ihrer Rede ermutigte Grillhösl die Abiturienten, sich für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen. „Engagiert euch in Gesellschaft und Politik, und übernehmt Verantwortung! Ein erster Härtetest könnte euer Studienbeginn im Herbst sein, der an den Universitäten und Fachhochschulen coronabedingt ganz online ohne Präsenzveranstaltungen erfolgen soll. Da gilt es, sich der drohenden Vereinzelung entgegenzustellen.“

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Zwei Abiturienten hätten mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen, sagte Grillhösl. „Insgesamt haben wir 18 Schülerinnen und Schüler, die einen Schnitt bis 1,5 erzielt haben. Der Notendurchschnitt gehört zu den besten Schnitten, die wir am LGW hatten: 2,14, und damit sind wir besser als der Bayernschnitt mit 2,25. Liebe Abiturientinnen und Abiturienten, ich gratuliere Euch herzlich zu dieser hervorragenden Leistung!“

Eine Rose für jeden Absolventen und viel Applaus

Grußworte sprachen Stephan Hain, der stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, Dr. Johannes Hain von der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft. Mit launigen Worten erinnerten die Abiturienten Laura Voggenauer und Jakob Schmid an so manche Eskapaden während der Jahre am Gymnasium.

Die Überreichung der Zeugnisse nahm den längsten Teil der knapp zweistündigen Veranstaltung in Anspruch, dazu gab es für jeden Absolventen eine Rose. Ein Abiturient sorgte für Heiterkeit, als er die Blume gleich noch auf der Bühne in eine mitgebrachte Flasche steckte.

Zum Abschluss sollte laut Programmblatt Beethovens Symphonie Nr. 5 ertönen – dazu kam es aber nicht mehr. Vielleicht ein gutes Omen, heißt sie doch auch „Schicksalssymphonie“.

Die drei Besten Abiturienten in Wasserburg

Monika Block (1,1), Wasserburg

Ich war eigentlich immer schon gut in der Schule, auch wenn es mir nicht immer leicht gefallen ist zu lernen. Letztendlich hat es aber immer geklappt. In die Schule bin ich sehr gerne gegangen, besonders die letzten zwei Jahre fand ich sehr schön. Meine Highlights: Der ganze Schulalltag, das ganze Prinzip Schule – dass man etwas lernt und gleichzeitig seine Freunde um sich herum hat und auch nette Lehrer. In der elften Klasse war ich auf Austausch in den USA, da habe ich sehr viele richtig tolle Momente gehabt. Wie es nach dem Abitur weitergeht, weiß ich auf lange Sicht nicht, aber zumindest für das nächste Jahr kann ich sagen, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Grundschule Wasserburg mache, eine Art Lehrerunterstützung. Wehmut habe ich schon phasenweise, weil jetzt die Schule für mich zu Ende ist, aber insgesamt bin ich sehr glücklich. Nach zwölf Jahren ist es gut, dass es vorbei ist.

Hannes Friedrich (1,0), Wasserburg

Es ist mir schon immer relativ leicht gefallen, gute Noten zu bekommen, das war schon in der Grundschule der Fall. Ich war immer mit den Lehrern sehr zufrieden. In der Oberstufe gilt sowieso: Wenn man Interesse zeigt am Fach, kommt man auch mit den Lehrern gut klar. In der neunten Klasse sind meine Leistungen allerdings mal ein bisschen runtergegangen, wie es auch bei vielen anderen der Fall ist, weil man sich auf andere Sachen konzentriert. Die Highlights an der Schule: Die Oberstufe hat mir am besten gefallen. Den Stoff fand ich interessant. Die Mittelstufe fand ich aber auch gut, da konnte man viele lustige Sachen mit den Klassenkameraden machen. Mein Lieblingsfach: Ich habe Sport gemocht, aber auch Physik. Jetzt, nach dem Abitur, mache ich erst einmal für die Stadt ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Seniorenfahrdienst. Danach will ich studieren, wahrscheinlich Physik.

Anna Fleindl (1,0), Babensham

Lernen hat mir nicht immer Spaß gemacht, aber ich kann nicht sagen, dass es mir besonders schwergefallen ist. Generell bin ich eher autodidaktisch veranlagt und kann mich lange konzentrieren, weshalb mir die Corona-Pandemie schulisch gesehen sogar gelegen gekommen ist. Meine Lehrer haben mich meistens unterstützt und gefördert, allerdings bin ich sehr zurückhaltend und auch während des Unterrichts eher still. Das haben wohl einige Lehrer nicht nachvollziehen können. Die Fahrt nach Litauen im Rahmen des Erasmus-Projekts in der neunten Jahrgangsstufe, vor allem aber der dreiwöchige USA-Aufenthalt in der Q11 waren Highlights meiner Schulzeit. Jetzt mache ich ein Freiwilliges Soziales Jahr im Krankenhaus. Was ich dann studieren möchte, weiß ich noch nicht; gerne würde ich meinen Lebensweg außerhalb Deutschlands fortsetzen, vor allem die skandinavischen Länder finde ich vielversprechend.

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