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Lange Gesichter im Bauausschuss

Kostspielige Sanierung: Warum eine städtische Einrichtung in Wasserburg zum Millionengrab wird

Sommer in Wasserburg, doch die gute Laune wird ein wenig vernebelt, denn im nächsten Haushalt der Stadt ist eine Millioneninvestition einzuplanen, die für düstere Stimmung im Bauausschuss sorgte.
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Sommer in Wasserburg, doch die gute Laune wird ein wenig vernebelt, denn im nächsten Haushalt der Stadt ist eine Millioneninvestition einzuplanen, die für düstere Stimmung im Bauausschuss sorgte.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Eine neue Wohnzimmercouch, eine schöne Urlaubsreise: Das sind Ausgaben, für die es sich lohnt, Geld auszugeben. Doch die Kosten einer überraschend notwendigen Autoreparatur verderben die Laune. So geht es auch der Stadt Wasserburg. Sie muss eine Investition stemmen, die nur eins ist: ärgerlich.

Wasserburg – 1,4 Millionen Euro netto müssen bereitgestellt werden, um das Parkhaus an der Überfuhrstraße zu sanieren. 2010 waren im Unter- und Dachgeschoss schon einmal die Stützen, Wände und Rampen renoviert worden, jetzt steht erneut eine Verbesserungsmaßnahme an. Das Planungsbüro Rinkes hat eine Schadenskartierung erstellt, die im Ausschuss für entsetzte Gesichter sorgte: Rost aufgrund von Nässeeintritt, Farb- und Putzabplatzungen, Risse, die sich zum Teil bis zu 17 Meter erstrecken. Der Grund: Die einfahrenden Pkw bringen viel Dreck und Feuchtigkeit mit. Im Winter wird über die Räder Salz hineingetragen, der sich in den Beton frisst.

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Der Gussasphalt muss deshalb erneuert werden. Das heißt: abfräsen, entsorgen, sanieren, abdichten, neue Schicht auftragen, malern, markieren. Das kostet bei der Variante, für die sich der Bauausschuss einstimmig entschied, 1,6 Millionen Euro. Und dauert: fünf Monate. Als Zeitraum schlug der Planer die Phase zwischen Faschings- und Sommerferien vor. In diesem Fall wäre das Parkhaus gesperrt, alle vier Ebenen würden in einem Aufwasch saniert. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, geschossweise vorzugehen. Dann würden in einem Jahr zwei Ebenen geschafft, das Parkhaus mit 565 Plätzen müsste jedoch nicht komplett zugemacht werden.

Angesichts der Millionensumme fällt der Beschluss, die Maßnahmen anzupacken, erst bei den Haushaltsberatungen.

„Da darf man nicht drüber nachdenken“

„Da darf man nicht drüber nachdenken“, ärgerte sich Friederike Kayser-Büker, Fraktionsvorsitzende von SPD und Linker Liste über den Millionenbetrag. Ob eine bessere Wartung diese Schäden verhindern hätte können, wollte sie wissen. Rinkes sah hier eine Möglichkeit, Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann erinnerte daran, dass sich regelmäßige Verbesserungsmaßnahmen beim Parkhaus an der Kellerstraße als sinnvoll gezeigt hätten. Dr. Hermann Budenhofer (Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg.) fragte nach der Dringlichkeit der Sanierung: Könne es zu Sicherheitsmängeln kommen, die eine Schließung des Parkhauses herbeiführen würden? Im Extremfall ja, doch so weit sei es in Wasserburg noch nicht, beruhigte der Experte.

„So ein Parkhaus ist eine ewige Sparbüchse“, ärgerte sich Christian Stadler, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Die Millionensanierung ist für ihn mal wieder ein Beispiel dafür, welche horrende Folgekosten der Autoverkehr verursache. „Mir ist es ein Rätsel, wie wir auf die Idee kommen könnten, das Parkhaus auch noch zu erweitern“, spielte er auf die Tatsache an, dass diese Maßnahme zur Diskussion steht.

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