AUS DER STADTRATSSITZUNG

Eine Maßnahme gegen Kinderarbeit

Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein dürfen künftig auf den Wasserburger Friedhöfen nur aufgestellt werden, wenn sie nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. john cater
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Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein dürfen künftig auf den Wasserburger Friedhöfen nur aufgestellt werden, wenn sie nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. john cater

Ab 1. Januar gilt: Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein dürfen auf den Wasserburger Friedhöfen nur aufgestellt werden, wenn sie nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind. Der entsprechenden Satzungsänderung auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen stimmt der Stadtrat einstimmig zu.

Wasserburg – Den Antrag hatte die Grünen-Stadtratsfraktion bereits im Sommer vorgelegt. Es dauert eine Weile bis zur Behandlung. Die Verwaltung wartete lange auf eine Mustersatzung der Regierung, „sie ist bis heute nicht da“, erklärte Bürgermeister Michael Kölbl. Die Alternative war die Mustersatzung des Bayerischen Städtetags.

Die Natursteine müssen demnach nachweislich ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit im Sinne des Artikels 3 des Übereinkommens Nr. 182 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 17. Juni 1999 über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit hergestellt werden.

Im Stadtrat gab es jetzt keine Diskussionen, zu diesem Thema, das in der Woche zuvor schon im Haupt- und Finanzausschuss besprochen wurde. Grünen-Stadträtin Stefanie König unterstrich allerdings noch einmal die Bedeutung, die dieser Entschluss enthält: „Wir von der Grünen Stadtratsfraktion sind sehr froh, dass diese Satzungsänderung jetzt vollbracht wurde. Es ist ein kleiner aber wichtiger Schritt gegen Kinderarbeit.“

Die neue Bestimmung bedeutet, dass der Steinmetz über ein Zertifikat nachweisen muss, dass die Steine ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Diese Zertifikate werden künftig eingefordert. Nur so könne man die Leute dazu bewegen, keine Natursteine aus allen Herren Ländern zu kaufen, wo Kinderarbeit stattfindet.

Steinmetz muss per Zertifikat nachweisen, dass die Steine ohne Kinderarbeit hergestellt wurden

Eine neue Fassung erhalten hat ein anderes Thema des Friedhofs- und Bestattungswesens – das Grabfeld für Sternenkinder: Im Friedhof Am Herder dient ein Grabfeld der Zur-Ruhe-Bettung von Fehlgeburten und Föten sowie Embryonen aus Schwangerschaftsabbrüchen, die nicht der Bestattungspflicht unterliegen. Ein Grabnutzungsrecht kann nicht erworben werden, die Gestaltung und Instandhaltung dieses Bereiches ist Sache der Stadt, eine individuelle Grabgestaltung ist nicht zulässig, eine Umbettung grundsätzlich nicht möglich, Schalen, Blumen und anderer Grabschmuck können auf dem dafür vorgesehenen Platz gelegt werden.

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