SUSANNE SPAETT – DIE BERUFUNG GEFUNDEN

Eine Art „Lebensberatung“

Die Evolutionspädagogin und Lernberaterin Susanne Spaett.
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Die Evolutionspädagogin und Lernberaterin Susanne Spaett.

Diese Frau hat nicht nur ihren Beruf, sondern ihre Berufung gefunden – das könnte denken, wer die Evolutionspädagogin und Lernberaterin Susanne Spaett in Hintersberg bei Rechtmehring kennenlernt. Schon beim ersten Händedruck wird die besondere Aura und eine scheinbar unerschöpfliche Energie spürbar, die von dieser großen, schlanken und grazil wirkenden Frau ausgeht. In Kombination mit einer starken Intuition und einer, wie ihr Mann augenzwinkernd verrät, ausgeprägten Hartnäckigkeit, Dingen auf den Grund zu gehen, hat sie die idealen Eigenschaften für ihren Beruf.

Rechtmehring/Hintersberg – Aber was macht eigentlich eine Evolutionspädagogin und Lernberaterin? Die Evolutionspädagogik gründet sich auf die moderne Hirnforschung. Nach deren Erkenntnis durchläuft jeder Mensch vom Zeitpunkt der Zeugung bis zum vierten Lebensjahr in der Entwicklung des Gehirns die Entwicklungsstufen der Evolution der Menschheit im Zeitraffer. Für jede Stufe gibt es spezielle Übungen. Damit ist es möglich, Entwicklungslücken zu schließen, nachzuholen oder zu integrieren. Zusätzlich werden in der praktischen Arbeit Modelle aus der Pädagogik, Philosophie sowie Natur und Kunst verwendet. Dadurch können die individuellen Stärken eines Menschen entdeckt und zur Entfaltung gebracht werden. Lernschwächen werden überwunden. Daraus leitet diese Pädagogik das Konzept zur Erkennung und zum Abbau von Blockaden und Ballast ab.

Wie kam nun Susanne Spaett dazu, diesen eher ungewöhnlichen Beruf zu erlernen? Geboren ist sie als jüngstes von fünf Kindern 1973 in München. Ihr Weg führte sie über die Ausbildung zum Handelsfachwirt direkt in die Selbstständigkeit. Nach dem Start eines eigenen kleinen Modegeschäfts wurde sie Handelsvertreterin für Sportartikel und Mode in München. Im Management und Einkauf einer großen Filiale mit Personalverantwortung zeigte sich bald die besondere Fähigkeit sowohl zur Empathie als auch zur Analyse.

Einen besonders starken Bezug zu Kindern habe sie immer schon gehabt, so Susanne Spaett. Schon als Kind sei sie gerne als Babysitterin eingesprungen. Ob Mensch oder Tier, alle Lebewesen in ihrer Obhut seien beschützt und behütet worden, so die Evolutionspädagogin.

1998 sei sie in den ehemaligen alten Bauernhof in Hintersberg eingezogen, den ihr Mann umgebaut und renoviert habe. Seit 2014 betreibt sie neben dem Wohnhaus hier auch ihre Praxis. Der „Durchbruch“ hin zur Evolutionspädagogik sei aber anlässlich eines Termins in einer solchen Praxis gekommen. Konzentrationsprobleme bei einem ihrer Kinder habe sie, nach einigen erfolglosen Versuchen mit diversen Therapieformen, schließlich zu dieser Methode gebracht, erzählt sie. Besonders erstaunlich für sie sei die enorme Verbesserung gewesen, die sich schon nach kurzer Zeit eingestellt habe. Die Evolutionspädagogin habe ihr letztendlich dazu geraten, ebenfalls diesen Beruf zu ergreifen, da sie die Fähigkeiten dazu habe. Nach anfänglichem Zögern habe sie schließlich die Ausbildung in München absolviert. Diese Ausbildung wiederum sei die Initialzündung für den Enthusiasmus an ihrem Beruf gewesen, ist Susanne Spaett überzeugt.

Welche Teile des Gehirns sind wofür zuständig? Wobei kann ich helfen, und wo liegen die Grenzen? seien Inhalte der Ausbildung gewesen; zudem trainiere man, die Wahrnehmung stark zu schärfen.

Positiv bei dieser Form der Pädagogik sei, dass sie sowohl an Kindern als auch Erwachsenen gleichermaßen angewandt werden könne und bei vielen verschiedenen Problemen, wie Lernblockaden, Ängsten, ADHS, Konzentrationsschwierigkeiten, Matheproblemen, Stress oder auch anderen emotionalen Schwierigkeiten zum Einsatz kommen könne, erläutert die Lernberaterin. In der Praxis habe sich mittlerweile aus der Evolutionspädagogik heraus aber auch noch eine Art „Lebensberatung“ entwickelt, bei der Susanne Spaett ihre vorherigen beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen zugute kommen. Eine Therapeutin, die kranke Menschen behandle, sei sie nicht. Sie berate und leite zur Selbsthilfe an.

Zu sehen, „wie es plötzlich einen Schalter umlegt“, wie Menschen auf ihre zwar vorhandenen, aber bisher blockierten Fähigkeiten zugreifen könnten, Talente zum Vorschein und Prozesse in Gang kämen, das sei nach wie vor ihre größte Motivation, gibt Susanne Spaett zu.

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