Eine Erfolgskontrolle nach 17 Jahren

Botanikerinnen untersuchen die Vegetation. Die ersten Auswertungen zeigen, dass Amphibien, wie hier die Gelbbauchunke, durch das Beweidungsprojekt gefördert werden. Fotos Bund Naturschutz
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Botanikerinnen untersuchen die Vegetation. Die ersten Auswertungen zeigen, dass Amphibien, wie hier die Gelbbauchunke, durch das Beweidungsprojekt gefördert werden. Fotos Bund Naturschutz

Dass Wasserbüffel und alte Rinderrassen im Jettenbacher Talraum zu sehen sind, ist im Landkreis inzwischen weithin bekannt. Ob sie ihre landschaftspflegerischen Aufgaben auch "auftragsgemäß" erfüllen, untersucht der Bund Naturschutz derzeit in einem umfangreichen Projekt, das vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der Glücksspirale gefördert wird.

Jettenbach - Seit 1996 grasen Rinder im Talraum bei Jettenbach, der dem Bund Naturschutz vom Eigentümer, Graf zu Toerring-Jettenbach, unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Seit nunmehr drei Jahren kommen dort auch Wasserbüffel zum Einsatz. Durch die Beweidung wird das Tal auf traditionelle Weise landwirtschaftlich genutzt - im Einklang mit der Natur. Durch den ungleichmäßigen Fraß der Tiere entsteht ein vielfältiger Lebensraum: Hohe Stauden wechseln mit Wiesen und kurz gefressenen Rasen. Die bunte Pflanzenwelt ist die Lebensgrundlage zahlreicher Tierarten. Bereits nach den ersten Jahren wurden durch den Bund Naturschutz die Auswirkungen der extensiven und in diesem Fall sehr kostengünstigen Beweidungsform auf Flora und Fauna untersucht. Es zeigt sich, dass die Artenzahl auf der Weide zunahm und dass auch gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke profitieren. Nun erfolgt nach 17 Jahren erneut eine Erfassung der Vegetation und ausgewählter Tiergruppen wie Amphibien, Laufkäfern und Spinnen mit dem Ziel, die langfristigen Auswirkungen der Beweidung zu überprüfen. Noch laufen die Untersuchungen durch Botaniker und Zoologen. "Erste Auswertungen deuten aber darauf hin", so Dr. Andreas Zahn, der die Arbeiten für die BUND Kreisgruppe koordiniert, "dass sich der floristische Artenreichtum auf einem hohen Niveau hält und dass insbesondere Amphibien durch die Suhlen der Büffel gefördert werden". Auch bei den untersuchten Insektengruppen wurden bereits Seltenheiten entdeckt. re

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