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Belastung für Natur

Eindringlicher Appell der Naturschützer in Amerang an die vielen Spaziergänger in Corona-Zeiten

Das Wild hat während der Wintermonate einen erhöhten Kalorienverbrauch, durch die vielen Spaziergänger währenddes Lockdowns wird es zusätzlich gestresst.
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Das Wild hat während der Wintermonate einen erhöhten Kalorienverbrauch, durch die vielen Spaziergänger währenddes Lockdowns wird es zusätzlich gestresst.
  • Sophia Huber
    vonSophia Huber
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Die Devise „Bleiben Sie zuhause“ stellt für alle Menschen eine Belastung dar. Viele suchen den Ausgleich in der Natur, Spazierengehen ist so beliebt wie lange nicht mehr. Doch gerade im Winter hat der Ausflug ins Freie enorme Auswirkungen auf die Natur. Deshalb haben die Naturschützer eine dringende Bitte.

Amerang/Rott – Durch die vielen Spaziergänger in Corona-Zeiten ist die Belastung für die Natur groß. Naturschützer appellieren deshalb, sich an bestimmte Regeln zu halten. „Ich will niemanden einsperren“, stellt Johannes Demmler, der als Landschaftspfleger im gesamten Landkreis Rosenheim unterwegs ist, klar. Im Gegenteil, die Zeit an der frischen Luft hält der Ameranger für äußerst wichtig. Auch, weil für ihn feststeht: „Was der Mensch nicht kennt, das schützt er nicht.“ Ausflüge sind somit auch fur den Naturschutz hilfrich.

„Wir wollen niemanden einsperren“

Dennoch sagt Demmler zweifelsfrei: „Der Freizeitdruck ist ein zweischneidiges Schwert.“ Schon vor Corona habe er immer mehr Menschen auch in geschützten Gebieten und abseits der Wege angetroffen, nun in Zeiten des Lockdowns ist es noch verstärkt. „Dadurch werden die Tiere aufgescheucht und das trägt zum Artensterben bei, das ist klar“, so Demmler. Vor allem der Winter verstärke den Effekt noch. „Viele Tierarten haben im Moment einen hohen Energieverbrauch.“

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Meisen beispielsweise würden während der Wintermonate den Großteil ihrer Energie dazu verwenden, ihre Temperatur zu halten. „Für das Wegfliegen bleibt kaum etwas übrig.“ Ein Mensch, der in ihren Raum eindringe, stelle deshalb ein ernsthaftes Problem für die Vögel dar.

Wild ist besonders gefährdet

Auch Wolfgang Matschke von Maikowski, Vorsitzender der Ortgruppe Rott des Bund Naturschutz kennt das Problem. Als ehemaliger Förster hat er vor allem dem Wald im Blick. „Die vielen Spaziergänger stören auf jeden Fall die Ruhe im Wald“, sagt er. Vor allem das Wild sei dadurch in Gefahr. „Für die Tiere ist das eine enorme Belastung“, sagt Matschke. „Das Wild hat im Winter generell einen höheren Kalorienverbrauch.“ Durch die Spaziergänger stünden sie zusätzlich unter Stress. „Im Winter haben sie außerdem eine höher Fluchtdistanz, weil die Deckung nicht so gut ist.“ Bei bestimmten Wildarten könne dies sogar zum Tod führen.

Aber nicht nur die Tiere, auch der Wald selbst ist durch die Spaziergänger in Gefahr. „Durch den Stress kommt es zu erhöhtem Verbiss“, erklärt Matschke, „das schadet den Bäumen und dem Wald generell.“

Lösung des Problems einfach

Ähnliches bestätigt Marie-Theres Schurrer von der Wildtierhilfe Amerang. „Wenn die Ruhezonen gestört werden, muss sich das Wild in die entlegeneren Teile des Waldes entfernen.“ Durch das weitere Vordringen des Menschen werden die Ruhezonen immer kleiner.

Dabei wäre die Lösung des Problems so einfach. „Wenn die Menschen auf den Hauptwegen bleiben, dann haben wir kein Problem“, so Schurer. Das bestätigt auch Demmler. „Die Tiere sind an die Wege gewöhnt. Sie wissen, dass dort Menschen unterwegs sind, und können sie dementsprechend meiden“, erklärt der Landschaftspfleger. Problematisch würde es erst dann werden, wenn die Spaziergänger querfeldein laufen. „Dann scheuchen sie die Tiere auf und stören sie in ihrem Gebiet“, so Demmler.

Wald nicht nachts und in der Dämmerung betreten

Schurer weißt außerdem daraufhin, dass die Dämmerungszeiten zu meiden sind. „Dort sind die Tiere am aktivsten und suchen sich ihr fressen, dabei sollten sie nicht gestört werden.“ Auch nachts, erklärt Matschke, sollte der Wald gemieden werden. „Es kommen immer mehr Menschen mit Stirnlampen in den Wald, das ist nicht gut.“

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Zwischen sieben und 17 Uhr kann der Wald problemlos betreten werden, erklärt Alexander Graßl von der Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag und setzt noch einen wichtigen Punkt hinzu: „Wenn Wege abgesperrt sind, hat das immer einen guten Grund. Sie sollten dann auf keinen Fall betreten werden. Dann werden dort Arbeiten verrichtet, die den Wald erhalten und schützen“, so Graßl.

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