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Historische Mauern und Plätze erzählen Geschichten

Ein Fall für den Denkmalschutz: Wasserburg zeigt, wie Restauratoren arbeiten

Auf den Spuren einer Bauforschung am Gebäude des Wasserburger Stadtmuseums.
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Auf den Spuren einer Bauforschung am Gebäude des Wasserburger Stadtmuseums.

Mit dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ lockt ein vielfältiges Programm mit Einblicken hinter die Kulissen ehemaliger lokaler Kulturstätten zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, nach Wasserburg.

Wasserburg – Beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, gibt es in Wasserburg Spuren der Vergangenheit zu erkunden sowie zahlreiche Geschichten, welche die historischen Mauern und Plätze zu erzählen haben.

Spezialisten aus Fachgebieten wie beispielsweise Restaurierung, Architektur, (Kunst-)Geschichte, Archäologie oder Handwerk forschen daran, welche Spuren Menschen über die Zeiten hinweg an Denkmalen hinterlassen haben, welche Informationen daraus abzuleiten sind und was man hiervon für das eigene zukünftiges Handeln lernen kann. Am Tag des offenen Denkmals führen sie durch ihre Arbeitsstätten.

Programm von 10 bis 17 Uhr geplant

Das Programm startet mit der Führung „Die praktische Arbeit in der Denkmalpflege live“ von 10 bis 10.45 Uhr und 11 bis 11.45 Uhr in der Leprosenhauskirche Sankt Achatz, Achatzstraße 6. Derzeit wird die Kirche restauriert. Sie wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet und mehrfach umgestaltet. Das heutige Erscheinungsbild des Innenraumes geht auf die Neugestaltung in der Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Führung durch die ausführende Diplomrestauratorin Petra Schwaerzel ermöglicht Einblicke in die aktuell laufenden Arbeitsprozesse der Denkmalpflege. Eine Anmeldung ist unter Telefon 08071/925290 erforderlich.

Ebenfalls von 10 bis 10.45 Uhr und von 13 bis 13.45 Uhr gibt es eine Führung durch ein Bürgerhaus, Häckl Optik, Bruckgasse 1. Das Gebäude wird derzeit saniert. Dabei wird es in seiner historischen Substanz weitgehend erhalten. Die Diplomrestauratoren Armin Göttler und Susanne Raffler erläutern die Konservierung und Restaurierung barocker Türen, eines Freskos aus dem 16. Jahrhundert sowie ihre Arbeiten an den spätgotischen Decken. Bei der Führung erhalten die Teilnehmer Eindrücke von der ursprünglichen Struktur des Hauses.

Zeitreise dank zahlreicher Vorträge, Führungen und Wanderungen

Eine Wanderung entlang des Mühl- und Wuhrbaches findet von 11 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr statt. Treffpunkt ist vor dem Stadtarchiv, Kellerstraße 10. Der Stadtarchivar Matthias Haupt und Fritz Neuner von den Stadtwerken geben Einblicke, wie die Wasserkraft des Baches genutzt wurde und begeben sich gemeinsam mit den Teilnehmern auf die Suche nach heute noch sichtbaren Elementen und Gebäuden, die hiermit verbunden sind oder waren. Die Führung schließt mit einem Blick ins Innere des sanierten Wuhrwerkes.

Eine Führung durch die Stadtpfarrkirche Sankt Jakob findet von 13 bis 13.40 Uhr, von 14.30 bis 15.10 Uhr und von 16 bis 16.40 Uhr statt, Treffpunkt ist am Nordportal, Kirchhofplatz 5. Diese Stadtpfarrkirche gehört zu den großen spätgotischen Hallenkirchen Altbayerns. Seit einigen Jahren wird sie saniert. Der Fachreferent für kirchliche Kunstpflege Dr. Hans Rohrmann erläutert das Konzept der Konservierung und Restaurierung. Er schildert außerdem die laufenden Arbeiten in der Sakristei und an der Außenfassade.

Auf Streifzug durch die Jahrhunderte

Die Führungen durch die Wasserburger Rathaussäle sowie das Archiv sind für 13 bis 13.45 Uhr, 14 bis 14.45 Uhr und 15 bis 15.45 Uhr angesetzt. Treffpunkt ist das Foyer des Rathauses, Eingang Marienplatz 2. Im kleinen Rathaussaal mit seinen originalen Fresken von 1564 wurden in früheren Jahrhunderten die Versammlungen des Stadtrates abgehalten. Im Tanzhaus, dem heutigen großen Rathaussaal, fanden Feierlichkeiten, Konzerte und Empfänge statt. Abgerundet wird die Führung mit Edeltraud Scharlach durch die Besichtigung der Räumlichkeiten des Alten Stadtarchivs.

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Einen Streifzug durch die Jahrhunderte vom Bürgerhaus zum Museum unternehmen die Teilnehmer von 13 bis 13.45 Uhr, von 15 bis 15.45 Uhr und von 16 bis 16.45 Uhr. Treffpunkt ist im Foyer des Museums, Herrengasse 15. Mit Museumsleiterin Sonja Fehler erleben die Teilnehmer eine Hausführung durch das Gebäude. Bei diesem handelt es sich um ein im Kern gotisches Handelshaus, das über die Jahrhunderte modernisiert und neuen Nutzungsanforderungen angepasst wurde. Zeitenwenden und Umbrüche zeichnen sich ab. Jede Generation hat ihre Spuren hinterlassen, die es zu entdecken gilt. Die Führung erläutert auch das kriminalistische Vorgehen der Bauforscher und verweist auf verborgene Details. Es müssen drei Treppen überwunden werden.

Auf Spurensuche durch die Geschichte

Eine Führung durch die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ findet von 14 bis 15 Uhr statt. Treffpunkt ist im Foyer der Sammlung im Brucktor, Bruckgasse 2. In den historischen Räumen des ehemaligen Spitals werden ausgewählte Objekte präsentiert. Dabei gehen die Teilnehmer mit Gerd Riedmeier auf eine Spurensuche durch 500 Jahre Wasserburger Geschichte. Die Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ ist von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet und zeigt Objekte aus der Stadtgeschichte.

Ein Vortrag über die Wasserburger Fayencen findet von 16 bis 16.30 Uhr statt im Wasserburger Saal, im Brucktor, Bruckgasse 2. Bisher waren sich Experten einig, dass Fayencen im Alpenland nur in Dießen, Salzburg und Gmunden zu finden seien. Bernd Joa erläutert, weshalb diese Annahme mittlerweile nicht mehr haltbar ist und belegt dies an Objekten, deren Herkunft sicher in Wasserburg verortet werden kann.

Auch für junge Besucher ist etwas geboten

Ein Suchspiel mit Rallye erwartet Kinder von 13 bis 17 Uhr im Museum Wasserburg, Herrengasse 15, sowie eine Stadtrallye in der Altstadt. Dabei entdecken die jungen Besucher das Museum und das historische Wasserburg. Auf die erfolgreichen Spurensucher wartet an der Museumskasse eine Belohnung.

Das Museum Wasserburg in der Herrengasse 15 hat von 13 bis 17 Uhr geöffnet und zeigt mit seiner Städtischen Sammlung 3000 Jahre Kulturgeschichte. Von der Vorgeschichte über die Innschifffahrt der reichen Handelsherren bis hin zum Leben und Arbeiten der kleinen Leute im 19. Jahrhundert wird die Vergangenheit der Stadt und Region lebendig.

re/JF

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