Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Am Benediktweg

Ehepaar Mayer aus Babensham baut eine Kapelle: Was Bruder Klaus damit zu tun hat

Monika und Josef Mayer freuen sich, dass ihre Kapelle im Frühjahr eingeweiht werden kann.
+
Monika und Josef Mayer freuen sich, dass ihre Kapelle im Frühjahr eingeweiht werden kann.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
    schließen

Ihr Haus liegt am Benediktweg, doch das ist nicht der Grund, warum Monika und Josef Mayer hier eine Kapelle bauen. Das Babenshamer Ehepaar erfüllt sich mit dem kleinen Gotteshaus einen Lebenswunsch und verbindet damit eine große Hoffnung.

Babensham - Als Kind hat Monika Mayer, aufgewachsen auf einem Hof in Evenhausen, in der Hauskapelle des Anwesens gerne gespielt. Schon damals war es für sie ein magische Ort, an dem sie sich wohl fühlte - und Gott nah. Die heute 69-Jährige ist jedoch keine Christin, die der Kirche kritiklos gegenübersteht. Im Gegenteil: „Ich mach meinen Mund auf, sage was, auch wenn ich aneck´“, sagt sie. Und deshalb widmet die Babenshamerin ihre Kapelle, die im Frühjahr eingeweiht werden soll, auch einem Heiligen, der durch seinen Mut in die Geschichtsbücher Eingang fand: dem Bruder Klaus.

Patron des Landvolks

Dessen Biografie: schillernd, sein Lebensweg: alles andere als geradlinig. Nikolaus von der Flüe lebte von 1417 bis 1487 in der Schweiz, hatte Frau und zehn Kinder, war Politiker, Bergbauer, Richter - und die letzten 20 Jahre seines Lebens Einsiedler, mit dem Einverständnis seiner Frau, wie es aus den Überlieferungen heißt, berichtet Monika Mayer. Bis heute werde Bruder Klaus als Schutzpatron der Schweiz verehrt, 1947 wurde er heilig gesprochen. Er ist auch Patron des Landvolks, eine Organisationen, in der sich Monika Mayer engagiert.

Immer wieder habe ein Klaus ihr Leben begleitet, sagt sie: Auch als Grundschullehrerin, die in ihrer ersten Klasse zwei Buben mit dem Vornamen unterrichtete. Was ihr an Bruder Klaus, dem Heiligen, so gefällt, ist sein Wirken für den Frieden. Seine wichtigste Botschaft: „Friede ist allwegen in Gott, denn Gott ist der Friede.“ - Ausschnitt aus einem Brief, den Niklaus von Flüe geschrieben hat. Nach ihm sind deshalb viele Kapellen benannt, die sich für den Frieden einsetzen.

Überzeugt von der Kraft des Gebets

Das passt in die Zeit, findet Monika Mayer, die ihre Kapelle in Obermühl dem „politischen Heiligen Bruder Klaus“ widmet. Sie hofft, dass hier viele Gläubige oder auch Nicht-Gläubige bei ihren Wanderungen und Radausflügen auf dem Inntalweg Halt machen, zur Ruhe kommen, innehalten. „Und beten - für den Frieden“, so ein Wunsch. „Ich bin überzeugt, es bringt was“, sagt Monika Mayer.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat sie tief erschüttert, denn sie und ihr Mann sind eigentlich Russlandfans, also von Land und Leute, nicht von der Regierung. Fünf Mal haben sie Russland besucht, sind nach eigenen Angaben stets freundlich empfangen worden. „Niemals hätten wir gedacht, dass Putin wirklich in die Ukraine einmarschieren lässt“, sagt Monika Mayer. Frieden ist ihr Herzenswunsch für 2023.

Die Kapelle gibt ihr Hoffnung. Bruder Klaus, der Friedensheilige, soll sich hier auf einem großen Bild zeigen. Weitere politische und kirchliche Persönlichkeiten, die Monika Mayer wichtig sind, werden thematisiert: Thomas Morus beispielsweise, Autor von „Utopia“, dem ersten Staatsroman mit frühsozialistischen Ideen für den Traum von einer besseren Welt, Alexander Schmorell, Mitbegründer der Widerstandsgruppe Weiße Rose, hingerichtet von den Nazis und Heiliger der russisch-orthodoxen Kirche, Dietrich Bonhoeffer, evangelischer Theologe, ebenfalls als NS-Gegner getötet worden, und Franz Jägerstätter, Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg und umgebracht von den Nazis. „Das waren alles keine Rebellen, sondern Menschen, die sich Gedanken gemacht und sie mutig vertreten haben“, sagt Monika Mayer.

Selber denken als Lebensmotto

Bruder Klaus und seinen Nachfolgern im „selber Denken“ hat das Ehepaar deshalb viel „Zeit und Geld“ gewidmet, um sie angemessen in der Kapelle zu würdigen. Der Standort am Benediktweg sei ideal und passe zum Bruder Klaus, finden sie: Das Gebäude ist eingerahmt von Berg, Wald und Wasser - wie in der Heimat des Heiligen. Die Mayers wünschen sich eine ökumenische Einweihung: Nur ein Vertreter der orthodoxen Kirche fehlt ihnen noch.

Mehr zum Thema

Kommentare