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STARK BESCHÄDIGT VON HOLZBOCK UND FÄULE

Edlinger Gemeinderat stimmt für Abriss eines Hauses aus dem 18. Jahrhundert

Eine Rettung und Sanierung dieses denkmalgeschützten Gebäudeteiles in der Lärchenstraße in Edling ist wirtschaftlich nicht zumutbar. Holzbock und Braunfäule haben die Substanz stark geschädigt. Schweren Herzens stimmt auch der Gemeinderat einstimmig dem Abbruch zu. Der Ball liegt nun beim Denkmalamt.
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Eine Rettung und Sanierung dieses denkmalgeschützten Gebäudeteiles in der Lärchenstraße in Edling ist wirtschaftlich nicht zumutbar. Holzbock und Braunfäule haben die Substanz stark geschädigt. Schweren Herzens stimmt auch der Gemeinderat einstimmig dem Abbruch zu. Der Ball liegt nun beim Denkmalamt.

„Schweren Herzens“ entsprach der Gemeinderat Edling einstimmig dem Antrag auf Abriss eines denkmalgeschützten Gebäudes in der Lärchenstraße. Das Haus, das im Kern aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt, ist durch Holzbock und Braunfäule stark in Mitleidenschaft gezogen.

Von Barbara Hilbert-Rieger

Edling – Die Gefahr, dass der alte Gebäudeteil bei einem Ab- und Wiederaufbau in sich zusammenbricht, ist groß. Bei dem Gebäude, für welches der Abbruch beantragt wurde, handelt es sich laut Denkmalliste um ein „Wohnteil des ehemaligen Bauernhauses, eingeschossiger Blockbau mit hohem Kniestock, 1710-1720, Dachkonstruktion 1846“.

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Nur für kleine Leute: Die Deckenhöhe in der Stube ist sehr niedrig.

Der restliche Teil des ehemaligen Wohnteils sowie der ehemalige Wirtschaftsteil wurden laut Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU) bereits erneuert.

Der Abbruch sei beantragt worden, so erklärte er, da derzeit keine wirtschaftlich sinnvolle Nutzungsmöglichkeit bestehe und die Erhaltung angesichts des hohen Instandsetzungs- und Unterhaltsaufwandes nicht zumutbar sei. Die Zumutbarkeit wird durch Regelungen im Denkmalschutzgesetz erläutert.

70 bis 80 Prozent der Blockbalken befallen

Wie eine Zeitreise: ein Blick in die ehemalige Küche.

„Wie die Antragstellerin sagt, seien bereits 70 bis 80 Prozent der Blockbalken durch Holzbock und Braunfäule stark geschädigt“, so Schnetzer.

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Bereits im Jahre 2001 sei vom zuständigen Amt befürwortet worden, das Gebäude fachgerecht abzubauen und an anderer Stelle wieder aufzubauen. Heute sehe das die untere Denkmalschutzbehörde jedoch anders und habe das Gebäude 2017 in die Denkmalliste aufgenommen.

Nicht bewohnbar

Bürgermeister Schnetzer zeigte dem Gemeinderat einige Fotos des Hauses und seines Inneren und erläuterte, es sei im derzeitigen Zustand nicht bewohnbar, zumal die Deckenhöhe nur 1,90 bis zwei Meter betrage.

Der Eingang zum denkmalgeschützten Haus.

Helmut Hammerbacher (UBG) erklärte, noch vor der Vorbesprechung sei er sicher gewesen, „das Haus muss erhalten werden“.

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Nach Kenntnis der genauen Sachlage glaube er das nun nicht mehr. „Das Haus ist nicht mehr komplett. Es wird wohl in zehn Jahren halb, in 20 Jahren ganz zusammenfallen.“

Verlust der Außenansicht ist bedauerlich

Sandra Waldherr (UBG) war ähnlicher Ansicht und bedauerte zwar den „Verlust der Außenansicht“, glaubte aber, wenn es nicht konserviert würde, würde das Haus zur „Bruchbude“ verkommen.

Zum Vorschlag, das Gebäude abzubauen und an anderer Stelle wieder aufzubauen, erklärte Bürgermeister Schnetzer, es sei nur noch ein abgeschnittenes Haus, „das nie mehr so sein wird, wie es war“. Stefan Stubenrauch (CSU) ergänzte, ein Ab- und Wiederaufbau sei unmöglich, das Haus werde wohl beim Abbauen auseinanderfallen, man müsse „keinen alten Balken nachtrauern.“

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Günther Weiß (ÜWG) schlug in die gleiche Kerbe, der Zustand des Hauses sei zu schlecht für einen Wiederaufbau, es entstünden zu viele Kosten für einen zu geringen Wert.

Zustand wird stetig schlechter

Die Antragstellerin, der ein Rederecht eingeräumt wurde, erläuterte noch einmal den Zustand des Hauses und sah sich außerstande, das Gebäude zu erhalten. Der zuständige Mitarbeiter des Denkmalamtes habe ihr erklärt: „Wenn ihr nichts macht’s, dann fällt’s hoid z’samm!“

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Eine Abwägung zwischen „Erhaltungsmöglichkeit und Nichtzumutbarkeit“ sah Dr. Stefan Schweitzer (CSU) und empfahl „schweren Herzens“ dem Antrag zuzustimmen.

Hier sieht man den Übergang im Dachstuhl zwischen dem alten und dem neuen Haus.

Gemeinderat stimmt zu – letztes Wort hat die Denkmalbehörde

Rudi Adler (CSU) meinte, er wohne selbst in einem 200 Jahre alten Haus und halte es für sinnvoll, alte Bausubstanz zu erhalten. „Die Erhaltungswürdigkeit in diesem Fall wurde aber schon vor 50 Jahren zerstört.“ Das Haus sei nur noch erhaltenswürdig für den, der es anschauen wolle.

Abriss dokumentieren

Eine Detailansicht der morschen Balken.

Nachdem noch vorgeschlagen wurde, im Falle eines Abrisses, wenigstens eine Fototafel mit Bildern des alten Gebäudes auf dem Grundstück aufzustellen, ergänzte Bürgermeister Schnetzer, es gebe bestimmt gravierende Auflagen, den Zustand zu dokumentieren.

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Schlussendlich wurde dem Antrag einstimmig entsprochen, das letzte Wort hat aber die untere Denkmalschutzbehörde. Eine Nachfrage seitens der Redaktion bei der Denkmalbehörde läuft.

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