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Edelkastanien: Weitere Informationen

Zum Bericht „Stachliger Wunderbaum“:. Die Informationen, die Redakteur Matthias Busch zusammengetragen hat, sind nur teilweise richtig.

Schon die Überschrift irritiert („Zum Basteln“), da hatte wohl eher jemand an die Rosskastanien gedacht.

Praktische Tipps zur Verwertung der Früchte fehlen in dem Beitrag weitgehend, zum Beispiel zum Problem, die Samenhaut zu entfernen.

Nicht ein geringer Wassergehalt macht verderblich, sondern ein hoher (wie beim Dörrobst). Maroni haben einen hohen Wassergehalt, verglichen zum Beispiel mit Walnüssen. Die Edelkastanien (Castanea sativa) sind keine Exoten, sondern wurden in Deutschland schon vor 2000 Jahren von den Römern kultiviert (länger als die Rosskastanien, die die Türken mitbrachten).

Am wenigsten erfährt man zu den Details der Kultur. Wenn man sie als Waldbäume pflanzt, verwendet man Sämlinge. Von ihnen sind überwiegend minderwertige Früchte zu erwarten. Fruchtbäume sind in aller Regel Veredlungen selektierter Sorten, die viel Licht und in den ersten Jahren einen Abstand von mindestens zehn Metern (später mehr) brauchen (das ist kein Wald).

Solche Fruchtbäume kultiviere ich seit 20 Jahren im Stil eines Agroforst-Systems. Ein Hauptproblem ist die Tatsache, dass die meisten Edelkastanien, die man als Pflanzen kaufen kann, keinen kalkhaltigen Boden (pH über 7) vertragen, wie er fast überall in Oberbayern vorkommt. Es gibt einige kalktolerante Klone. Auf solche habe ich die meisten meiner Sorten veredelt, und sie tragen reichlich.

Dr. Wilfried Ehnert

Au am Inn

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